Füllmenge Getriebe

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Michael 461
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Füllmenge Getriebe

Beitrag von Michael 461 » Fr 6. Dez 2019, 17:54

Hallo zusammen,

wir haben nach TDV einen Getriebeölwechsel durchgeführt.
Nachgefüllt haben wir exakt 25l Öl.
Danach haben wir die Maschine 5 min mit 1200 1/min laufen lassen und anschließend bei Leerlaufdrehzahl noch geschätzt zwei Liter über die Füllstandschraube abgelassen.

Nach TDV ist das Vorgehen korrekt, mir kommt jedoch die Nachfüllmenge von nur ca. 23l etwas gering vor...

Hat von euch jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Danke für eure Infos und schönes Wochenende :)

Michael 461
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Michael 461 » Fr 6. Dez 2019, 17:56

Achja: wir haben alle 4 Ablasschrauben offen gehabt... ;)

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Filly
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Filly » Fr 6. Dez 2019, 21:11

Das ist in der Tat wenig.
Habt ihr auch die beiden Filter gereinigt? Der eine rechts am Wandlergehäuse und der andere hinten rechts am Verteilergetriebe. Sind beides auswaschbare Filter, aber zum Zusammenbau braucht man neue Dichtungen. Da kommt in der Regel auch noch ein bißchen Öl aus.
Ich habe in der Vergangenheit immer nach den ersten 25L schon deutlich was nachfüllen können. Auf die in der TDv angegebenen 35,5L bin ich aber glaub auch noch nie gekommen.

Was ist eigentlich die Meinung hier im Forum über das Warmfahren vor dem Getriebeölwechsel? Ist das sinnvoll, weil wamres Öl leichter rauskommt oder eher nicht weil dann ÖL irgendwo verteilt ist und erst mal nicht so schnell den Weg nach draußen findet?

Christoph

Sebastian
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Sebastian » Fr 6. Dez 2019, 21:16

Du hast die Füllstandsschraube im Leeflauf aufgemacht?
Soweit ich weis muss der Wandler gebrückt sein also Lampe aus, wenn man den Füllstand kontrolliert, dann passt auch mehr Öl rein.
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Michael 461
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Michael 461 » Sa 7. Dez 2019, 02:18

ölstand.PNG
Die Filter haben wir uns gespart, weil uns das erst nach dem Öl einfüllen aufgefallen ist :roll:
War reichlich dämlich, aber das könnte eine Erklärung sein.

Wobei die TDV zum Ölstand prüfen genau das vorgibt, wie wir auch gemessen haben...

Die Aussage mit der Wandlerbrückung ist mir neu, woher stammt diese Information?

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Filly
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Filly » Sa 7. Dez 2019, 20:17

Entsprechend der TDv ist der Ölstand im Leerlauf zu prüfen, dabei ist die Wandlerbrücke naturgemäß offen. Habe ich bisher immer so gemacht...

Christoph

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simon
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von simon » So 8. Dez 2019, 01:06

Moin,

Bei mir waren es damals ca 26L. Inkl. Filterreinigung. Hatte damals auch hier im Forum angefragt, Marcel meinte damals, dass das von Getriebe zu Getriebe unterschiedlich sein kann (keine Ahnung ob das Thema noch existiert). Es kommt nur auf den korrekten Ölstand beim Öffnen der Kontrollschraube an (5min 1200U/min, dann Leerlauf) Nettobotschaft für mich war jedenfalls: Kein Grund zur Sorge. Marcel, bitte korrigiere mich, sofern meine Erinnerung mich hier etwas im Stich gelassen hat.

Gruß Simon

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Michael 461
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Michael 461 » So 8. Dez 2019, 04:05

Alles klar Männers, ihr habt mich erfolgreich beruhigt - Danke dafür! :)

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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Powerkat » So 8. Dez 2019, 18:50

moin....
vom Prinzip her passt das obige alles ....
aber die 23 ltr. sind in der Tat recht wenig .....

ob der Wandler gebrückt oder offen ist ergibt keinen Unterschied,denn das interne Volumen des Wandler bleibt gleich ob der Ringkolben hin oder her geschoben ist verändert nicht das interne Volumen ,nur ob dieser ca. 0,5 ltr Öl nun im Ringraum derWÜK oder daneben im Wandlerraum ist ,aber das interessiert ja niemanden....
lediglich passen bei den1200 U etwa 2 ltr. mehr rein da nun die Zahnräder innen schneller drehen und so mehr öl im Spritzumlauf umher fliegen statt ruhig im Sumpf zu stehen etc.

Auch ob der Filter raus war oder nicht macht nicht mehr öl aus , da der ölablass eh unter dem Filter ist und er somit sowieso leer läuft.

Zwei sachen sollte man aber nun mal kontrollieren :
-herrscht überhaupt Ölumlauf zum Kühler ? also : Fahrzeug starten , 5 min. Leerlauf , dann 6.gang rein , gas geben 1500-2500 U . ca. 2 Min.! dabei sollte der Ölkühler (auf dem Motor) deutlich Warm werden !! wird er das nicht, ist auch kein Ölumlauf - Schnellkupplungen prüfen - sehr viele Kupplungen sind hier nicht richtig gesteckt und dadurch geschlossen !

-herrscht überhaupt Ölumlauf der Speisepumpe im VTG : Fahrzeug im Stand ca. 5 min. laufen lassen ,ca. 1000 U ....dann Kontrollschraube raus und hineinschauen : gerade in die Bohrung geschaut, sieht man die Gegenüberliegende Getriebegehäusewand, dort müsste nun ein kleiner Öl-Fall zu sehen sein , deutlich sichtbar läuft das Öl dort vom Schaltgetriebe runter in den Ölsumpf des VTG.

Marcel
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von fun-ski » So 8. Dez 2019, 19:36

Moin

Danke Marcel für die Anschauliche Überprüfungstaktik-
Find ich gerade für Getriebelegastheniker wie mich absolut top :clap:
wer Rechtschreibfehler findet darf Sie behalten!
Gruß
Dirk

Michael 461
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Michael 461 » So 8. Dez 2019, 20:23

Powerkat hat geschrieben:
So 8. Dez 2019, 18:50
moin....
vom Prinzip her passt das obige alles ....
aber die 23 ltr. sind in der Tat recht wenig .....

ob der Wandler gebrückt oder offen ist ergibt keinen Unterschied,denn das interne Volumen des Wandler bleibt gleich ob der Ringkolben hin oder her geschoben ist verändert nicht das interne Volumen ,nur ob dieser ca. 0,5 ltr Öl nun im Ringraum derWÜK oder daneben im Wandlerraum ist ,aber das interessiert ja niemanden....
lediglich passen bei den1200 U etwa 2 ltr. mehr rein da nun die Zahnräder innen schneller drehen und so mehr öl im Spritzumlauf umher fliegen statt ruhig im Sumpf zu stehen etc.

Auch ob der Filter raus war oder nicht macht nicht mehr öl aus , da der ölablass eh unter dem Filter ist und er somit sowieso leer läuft.

Zwei sachen sollte man aber nun mal kontrollieren :
-herrscht überhaupt Ölumlauf zum Kühler ? also : Fahrzeug starten , 5 min. Leerlauf , dann 6.gang rein , gas geben 1500-2500 U . ca. 2 Min.! dabei sollte der Ölkühler (auf dem Motor) deutlich Warm werden !! wird er das nicht, ist auch kein Ölumlauf - Schnellkupplungen prüfen - sehr viele Kupplungen sind hier nicht richtig gesteckt und dadurch geschlossen !

-herrscht überhaupt Ölumlauf der Speisepumpe im VTG : Fahrzeug im Stand ca. 5 min. laufen lassen ,ca. 1000 U ....dann Kontrollschraube raus und hineinschauen : gerade in die Bohrung geschaut, sieht man die Gegenüberliegende Getriebegehäusewand, dort müsste nun ein kleiner Öl-Fall zu sehen sein , deutlich sichtbar läuft das Öl dort vom Schaltgetriebe runter in den Ölsumpf des VTG.

Marcel
Danke für die Infos. Du meinst 6. Gang einlegen, dass dauerhafter Wandlerbetrieb sichergestellt ist und dann 2 Minuten gegen die geschlossene Feststellbremse fahren, richtig?
Werde die anderen Punkte ebenfalls prüfen und mich dann nochmal melden. Kann aber paar Tage dauern, bis ich wieder zum Fahrzeug komme :cry:

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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Powerkat » Mo 9. Dez 2019, 18:52

Genau....6. Gang :weil du somit am wenigsten Drehmoment an die Kardanwellen bringst also die Bremsen zum festhalten geschont werden und kein unnützer Gewaltakt entsteht...
Die ca. 2-3 Minuten mit höherer Drehzahl im Wandler damit sich der Wandler möglichst schnell aufheizt und man den Wärmeverlauf Steuerblock Getriebe-leitungen-Wärmetauscher-Leitungen -Wandler bequem erfühlen kann....nach den 3 Minuten sollte man einen deutlich warmen Wärmetauscher haben ca. 60 Grad ...ist er kalt , kann man unten am Steuerblock vom Wandler Fühlen (sitzt schräg unterm Wandler mit den vielen M8-SW13 Schrauben) der dürfte dann satt heiß sein ,da der Wandlerkreislauf dann im Kurzschluß läuft....

Wichtig ist bei dem Test, das man das Getriebe zuvor gut 5 Minuten im Standgas hat laufen lassen , damit der Wandler auch seinen vollen Ölstand hat....denn bei dem Test im eingelegten Gang steht die Getriebeeingangswelle still ,somit wird auch die Speisepumpe im Getriebe nicht angetrieben und kein Öl vom Verteilergetriebe hoch zum Wandler gepumpt.
Würde man den Heißlauftest also direkt nach dem Start machen bekäme der Wandler Stress mit Kavitation etc. da er dann viel zu wenig Öl hätte -
das wiederum ist auch die Erklärung, warum ein Kat nach längerer Standzeit direkt nach dem Start losgefahren erstmal nicht sauber im wandler läuft bzw. Überbrückt....

Marcel
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Michael 461 » Mi 11. Dez 2019, 00:53

Hi,

bin folgendermaßen vorgegangen:

Nach dem Starten 5 min laufen lassen. Handgas rein auf knappe 1500 1/min (habs da noch nicht so genau mit dem Einstellen). Kontrollbohrung auf, Öl ist gesprudelt -> Pumpe läuft.
Frage zum Verständnis: Warum läuft dann eigentlich die Nebenabtrieb-Welle mit? Wird der nicht im Getriebe, sondern auf der anderen Seite der Welle eingekuppelt?

Dann kam der Teil, den ich nur schweren Herzens durchführen konnte:
6. Gang rein und Fuß aufs Gas bei geschlossener Feststellbremse. Nach ca. 90 Sekunden war der Ölkühler richtig gut warm und die Öltemp-Warnung hat geleuchtet. Gang raus, zum Abkühlen 15 min nachlaufen lassen. Öltemp-Warnung ging nach 1-2 min wieder aus.
Frage zum Verständnis: Wo genau sollen sich die Schnellkupplungen befinden? Unter den Manschetten direkt am Getriebe?

Ich bin jedenfalls beruhigt, wir werden wenn das Öl das nächste Mal eisekalt ist zeitig nach dem Einschalten des Motors nochmal den Stand prüfen und damit ist der Sache Genüge getan.
Frage zum Verständnis: Hätte der Wandler einen Vorschaden, wäre er mir ja sicher bei der Quälerei um die Ohren geflogen, oder?

So langsam aber sicher habe ich immer mehr das Gefühl, dass ich im Sommer beruhigt mit der Kiste in Urlaub fahren kann, ohne liegen zu bleiben (würde natürlich dazu beitragen, Mme von der Anschaffung noch mehr zu überzeugen) :mrgreen:

Vielen Dank für die guten Tipps!! :)

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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von manny » Mi 11. Dez 2019, 10:27

Moin,

ein sehr gewissenhafter Test :dance: !

Wenn ich mich recht erinnere sollte die Nebenabtriebswelle allerdings stehen wenn dieser aus ist :think:

Hoffe ich erzähle jetzt keinen Blödsinn, man könnte sie ja theoretisch an beiden Seiten kuppeln, aber ich denke es ist am Getriebe und nicht an der Pumpe :think:

Die Kupplungen sind in der Tat unter den Gummitüllen. Keine Angst, wenn der Wandler richtig zusammengebaut ist killst du den nicht so schnell!
Wer später bremst ist länger schnell...

Mein Fuhrpark:
BMW 320D Touring E46 Bj 2003
KTM EXC 500 Six Days 2018
MAN KAT 7t Mil GLw 462
MAN KAT 5t Mil GLw (ex461)Kipper
MAN F2000 19.604FLT Bj 99

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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Michael 461 » Mi 11. Dez 2019, 10:40

Könntest Du das mit dem Nebenabtrieb bei Gelegenheit mal checken? Falls meiner dauerhaft mitläuft besteht da ja auch Handlungsbedarf...

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manny
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von manny » Mi 11. Dez 2019, 10:50

Jo klar, aber erst heute Nachmittag...

Da wird der Kipper mal angekippt, damit ich mich nicht extra bücken muss :D
Wer später bremst ist länger schnell...

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chabbes
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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von chabbes » Mi 11. Dez 2019, 13:42

Servus,
der Nebenantrieb (Kardanwelle zur Pumpe) soll nur dann mitlaufen wenn der Nebenantrieb auch geschaltet ist.
über dem Nebenantrieb Abgang ist ein Pneumatikzylinder, welcher durch drehen des Einrückers dann den Nebenantrieb einkuppelt.
Macht man die Welle ab, dreht sich der Nebenantrieb meistens langsam mit und kann aber mit der Hand angehalten werden.
Mal die position des Pneumatikzylinders und des Einrückhebels mal konrollieren.

LG
chabbes
:D

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Re: Füllmenge Getriebe

Beitrag von Michael 461 » Sa 4. Jan 2020, 21:34

Bolzen bzw. Zylinder der Nebenabtriebskupplung waren richtig festgerostet bzw. schwergängig. Einen halben Tag Arbeit später fluppt jetzt alles wieder wie neu und die Welle läuft im Fahrbetrieb nicht mehr mit.

Danke für eure Auskünfte und guten Start ins neue Jahr allen!

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