Schadstoffklasse/Fahrverbote

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NaToll
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Schadstoffklasse/Fahrverbote

Beitrag von NaToll » Fr 7. Sep 2018, 17:03

Grüß euch,
ich will mich mal kurz vorstellen. Ich heiße Hermann, komme aus Wien, bin 53 und habe jahrelang Fahrzeuge ausgebaut bis ich in die IT gegangen bin, das ist schon ewig her ...

Derzeit interessiere ich mich sehr für den Ausbau eines MAN KAT1 (A1) 6x6. Bin normalerweise mehr Mechaniker als Fahrer, diesmal will ich aber beides. Ich habe versucht mich über das Thema Schadstoffklasse/Fahrverbote etc. schlau zu machen, habe mich in diversen Foren herumgetrieben, bin aber doch etwas verwundert wie gelassen dieses Thema trotz der neuen Dieselfahrverbote behandelt wird.

Meine Frage daher, hat niemand Bedenken, dass, egal ob es sich um ein Wohnmobil oder ein historische Fahrzeug handelt (für LKW ist es sowieso schon vorbei), der Fahrbetrieb Landesweit verboten wird (auch in AT)?

Gibt es keine Überlegungen zu Umrüstungen? Alternative Motoren?
Ich weiß, das alles ist sehr teuer aber das sind die besteheneden Fahrzeuge auch.

Vielleicht gibt es ja auch ein geheimes Plätzchen wo Altenativen längst unterm Tisch gehandelt werden.
Würde mich freuen zu hören wie ihr darüber denkt.

LG

Hermann

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4x4-6x6
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Re: Schadstoffklasse/Fahrverbote

Beitrag von 4x4-6x6 » Fr 7. Sep 2018, 19:28

Hallo,

meine 3-Achser sind alle über 30 Jahre alt.

Da juckt es niemanden mehr.

Mit dem roten 07er - Kennzeichen gibt es in Deutschland keine Beschränkungen.

Mein Magirus Baujahr 1963 hat als Zugmaschine grüne Kennzeichen.
Da sind Umweltzonen auch egal.

Eine Umrüstung eines KAT1 auf Euro 6 mit neuem Motor und mit AddBlue dürfte technisch möglich sein.
Kostenmäßig wahrscheinlich incl. Einzelabnahme im Bereich 100'000,- EUR.
Wer sonst keine Hobbys hat …



AndreasE
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Re: Schadstoffklasse/Fahrverbote

Beitrag von AndreasE » Sa 8. Sep 2018, 03:56

NaToll hat geschrieben:
Fr 7. Sep 2018, 17:03
Bin normalerweise mehr Mechaniker als Fahrer, diesmal will ich aber beides. Ich habe versucht mich über das Thema Schadstoffklasse/Fahrverbote etc. schlau zu machen, habe mich in diversen Foren herumgetrieben, bin aber doch etwas verwundert wie gelassen dieses Thema trotz der neuen Dieselfahrverbote behandelt wird.
Willkommen hier in einem Forum für (hauptsächlich) LKW-Oldtimer, die in großen Mengen über 40 Jahre alt sind. Der von Dir angesprochene Typ A1 kann - abhängig vom Baujahr - recht bald zum Oldtimer werden.
Meine Frage daher, hat niemand Bedenken, dass, egal ob es sich um ein Wohnmobil oder ein historische Fahrzeug handelt (für LKW ist es sowieso schon vorbei), der Fahrbetrieb Landesweit verboten wird (auch in AT)?
Deine Frage ist aus meiner Sicht zu sehr generalisierend ("niemand", "landesweit"), auf der anderen Seite fehlt eine wichtige Komponente, genannt Zeit. Ob "niemand" Bedenken hat ist unwahrscheinlich, zu unterschiedlich sind die persönlichen Risikogewohnheiten und die Komponente "präventiver Pessimismus" ausgeprägt. Der Eine wird halt auf Grund seiner Einschätzung der Zukunft vom Kauf absehen, der andere sieht die Zukunft anders und vertagt gedanklich das Ende der Diesel LKWs auf einen Zeitraum nach seiner eigenen Nutzung und kauft sich einen. Das irgendwann für alle DieselLKW das Ende kommt ist sehr wahrscheinlich. Die Frage ist nur wann: Der Eine vermutet sie eher, der Andere vermutet sie später.
Gibt es keine Überlegungen zu Umrüstungen? Alternative Motoren?
In Österreich? Wo willst du die Unbedenklichkeitsbestätigung des Herstellers bekommen die die Landesbehörden vorschreiben, wenn du zum Beispiel ein Tesla eTriebwerk einbauen willst? Hier steigen sich zwei gesetzliche Werkzeuge auf die Füße. Die von den Umweltbewussten gewünschte Verbesserung des Abgasverhaltens kann aus den von den gleichen Umweltbewussten geforderten strengeren Typisierungsvorschriften (damit ja niemand vom genehmigten Typ abweicht) nicht umgesetzt werden. Das ist vergleichbar wie bei der Stromwende, wo die Anhänger dieser Wende, den vehementen Einstieg in erneuerbare Energien fordern und den damit technisch notwenigen Ausbau der Überlandleitungskapazität durch die höhere Fluktuation vehement in der Baugenehmigungsphase durch Umweltschutzbedenken ver- bzw. behindert. Es wäre nett, wenn diese Gedanken gemeinsam zu Ende gedacht werden, damit sie leichter und effizienter gelöst werden können.
Ich weiß, das alles ist sehr teuer aber das sind die besteheneden Fahrzeuge auch.
Ich weiß nicht von welchen Kosten du für Fahrzeug und Umrüstung ausgehst, aber die Fahrzeuge sind vermutlich billiger als jede nennenswerte Umrüstung.
Vielleicht gibt es ja auch ein geheimes Plätzchen wo Altenativen längst unterm Tisch gehandelt werden.
Im Internet ein "geheimes" Plätzchen ? Der war gut :-)
Die Fahrzeuge wurden von einem Großteil der damaligen deutschen LKW Industrie über einen Zeitraum von 15 Jahren entwickelt, um eine ganze Reihe von Anforderungen abzudecken, für die es heutzutage noch immer keinen sinnvollen Nachfolger im LKW Massenmarkt gibt. Es ist unwahrscheinlich, daß jemand in seiner Garage ein Fahrzeug so modifizieren kann, daß es nichts von seinen Fähigkeiten verliert und einen grundlegend alternativen Antrieb hat. Ich versuche mir gerade die Kombination eines Elektroantriebes mit der 1200mm Watfähigkeit vorzustellen, oder die Leistung der Antriebsbatterien bei -30 Grad (KAT1), bzw. bei -40 Grad KAT A1.1 vorzustellen.

Braucht man die spezifischen Eigenschaften des KAT nicht, dann wäre der alternative Antrieb eher in einem anderen Fahrgestell mit "besserer" Ausgangsbasis aufgehoben.

Kurz zusammengefasst:
Wenn du bei deiner Einschätzung Bedenken in dieser Richtung hast, würde ich vom Kauf abraten. Wenn die Sache anders eingeschätzt wird, kannst Du ja noch immer zuschlagen und bis zum landesweiten Verbot das Fahrzeug geniessen. Ist dann zwar eine finanzielle Totalabschreibung, aber du kannst wenigstens die Freude, den Spaß und die Erlebnisse bis zu diesem Zeitpunkt gegenrechnen.

LG,
Andy

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egn
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Re: Schadstoffklasse/Fahrverbote

Beitrag von egn » Sa 8. Sep 2018, 06:50

Es muss ja nicht gleich ein Umbau auf E-LKW sein. Grundsätzlich ist der Umbau auf einen moderneren Verbrennungsmotor möglich. In D würde schon ein Euro 1 Motor reichen um zusammen mit einem Rußpartikelfilter eine grüne Plakette zu bekommen. Es ist alles eine Sache des Geldes. Ich würde zwar nicht mit 100.000 Euro rechnen, aber mit etwa der Hälfte schon.

Ich habe diese Thema schon mal mit jemanden bei Deutz besprochen der den Umbau des Peter Ocker KAT gemacht hat. Er hat mir den Umbau auf einen Motor der Reihe 1015 oder 2015 empfohlen. Damit hat man Euro 2 und Leistung satt. Selbst der 6-Zylinder würde reichen. Gebrauchtmotoren findet man immer wieder. Es gibt Leute die Motorumbauten machen. Allerdings kommt zum Motor dann auch noch ein anderes Getriebe, was von den Kosten fast in ähnlicher Höhe liegt.

Was das Thema grundsätzlich angeht so muss ich sagen, dass das Grundfahrzeug bei uns nur einen Bruchteil der Gesamtkosten des Wohnmobils ausmacht, weil es halt im Verhältnis zu einem modernen LKW sehr günstig war. Das ist auch der Punkt warum ich bisher keinen Motorumbau gemacht habe, obwohl ich schon seit 10 Jahren immer wieder mit dem Gedanken spiele. Die zusätzlichen Kosten werden sich wahrscheinlich nie amortisieren. Erst wenn die Einschränkungen erheblich werden mache ich mir Gedanken darüber. Dann gibt es dann als Alternative auch noch unsere Wohnkabine auf ein anderes Fahrzeug umzusetzen.
Gruß Emil

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Sandkater
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Re: Schadstoffklasse/Fahrverbote

Beitrag von Sandkater » Mo 10. Sep 2018, 22:44

In Euskirchen waren dies Jahr zwei Umbauten auf Mercedes zu sehen.
Beides schien mir ziemlich aufwändig und nicht mal eben an einem Nachmittag zu erledigen.
Wobei der 8x8 wegen der Kardanwelle zum Getriebe ein paar Vorteile begzüglich Positionierung des Motors hat.
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

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