Welches Öl für Servolenkung?

alles, was in die obigen Bereiche nicht reinpasst
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Sandkater
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Welches Öl für Servolenkung?

Beitrag von Sandkater » Sa 7. Mai 2016, 15:07

Hallo zusammen

ich war heute beim Hydraulikschrauber meines Vertrauens.
Es ging um den anstehenden Wechsel aller Öle.
Laut TDV braucht der KAT in Lenkung und Zentralhydraulik H-540.
Die NatoÖlListe sagt: H-540 ist zwischen HLP 32 und 46 anzusiedeln.
Ein geeignetes Öl soll ein HPL 32 sein, wie hier im Forum bereits diskutiert wurde.
Mein Schrauber setzt für die Krane und Bordwände immer Mehrbereichsöl 10-40 ein, das klingt so als würde es bei Wärme durchaus dem H-540 entsprechen. Beschaffen kann er ein 32er Öl ohne Probleme, aber eben nur für mich und dann in 20er Kanistern.

Daher meine Frage:
Kann ich das Mehrbereichsöl auch die Lenkung schütten (die Zentralhydraulik soll ja ziemlich kulant sein)?
Was ist mit der Lamellenbremse der Winde?

Ich lasse den KAT immer mit Kompressor aufpumpen und habe dabei festgestellt, die Servolenkung findet es nicht so Klasse ohne Warmlaufen. Ein dünnes Öl könnte also Vorteile haben.

Mehrere Ölsorten möchte ich vermeiden.

Danke
Peter
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Speed5
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Re: Welches Öl für Servolenkung?

Beitrag von Speed5 » Sa 7. Mai 2016, 19:18

Moin,
Ich habe nach Rücksprache mit Marcel, auf ATF umgeölt.
Ist problemlos möglich, und ist im Winter deutlich spürbar.
Das Öl aus der Zentralhydraulik ist halt dann doch deutlich dicker.

Gruß Michael
Der Tod hing die Sense an den Nagel und stieg auf den Mähdrescher, denn es war Krieg.

Ich liebe es, wenn der Wahnsinn die Kontrolle übernimmt und lachend an der Vernunft vorbei rauscht. Huuuiiiiiiiiiiiiii


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Zentralgestirn
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Re: Welches Öl für Servolenkung?

Beitrag von Zentralgestirn » Sa 7. Mai 2016, 20:05

Hallo,

So habe ich es auch gemacht. ATF hat mir bisher unauffällig den Dienst erwiesen.

Für die zentral Hydraulik habe ich hl 46 EP. Ist aber nur dem Umstand geschuldet, das ich das noch hatte. Wird eh nur Sekten benutzt und das einzig beanspruchenden für das Öl ist das viele Nichtstun. Da kommt dann Wasser in das Öl usw aber zu dick oder dünn ist für unser Klima egal.

Falls du bedenken hast, eine Sache die ja irgendwo richtig ist, weniger aber gleiche Öle die untereinander als Quelle dienen können. In der Winde ist so viel Öl, da kann ich diverse Mieter nachfüllen ohne bedenken. Wenn ich das machen muss habe ich weit aus schwerwiegendere sorgen. So zumindest meine denke.

Grüße Sebastian

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Sandkater
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Re: Welches Öl für Servolenkung?

Beitrag von Sandkater » Sa 7. Mai 2016, 23:14

Danke für die Antworten.

da eine funktionierende Servolenkung doch einigermaßen wichtig ist bin ich eher vorsichtig.
Mein Hinweis auf die unterschiedlichen Ölsorten: ich habe einfach keine Lust unnötig viele Reste herumstehen zu haben.
60 Liter 32er Öl ergeben einen Rest von etwa 3 Litern, wenn ich beide Systeme wechsele.

Wie oft muss man spülen, bis man einen ausreichend hohen Anteil ATF im Lenkkreis hat und welches wäre dann das richtige?
Hugo V. schrieb mal beim Getriebe was von Mineralölbasis, weil eine Vermischung nicht zu vermeiden ist.
Pro Wechsel gehen bei der Lenkung rund 7 ltr durch.

Peter
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Re: Welches Öl für Servolenkung?

Beitrag von Sandkater » Sa 7. Mai 2016, 23:16

Danke für die Antworten.

da eine funktionierende Servolenkung doch einigermaßen wichtig ist bin ich eher vorsichtig.
Mein Hinweis auf die unterschiedlichen Ölsorten: ich habe einfach keine Lust unnötig viele Reste herumstehen zu haben.
60 Liter 32er Öl ergeben einen Rest von etwa 3 Litern, wenn ich beide Systeme wechsele.

Wie oft muss man spülen, bis man einen ausreichend hohen Anteil ATF im Lenkkreis hat und welches wäre dann das richtige?
Hugo V. schrieb mal beim Getriebe was von Mineralölbasis, weil eine Vermischung nicht zu vermeiden ist.
Pro Wechsel gehen bei der Lenkung rund 7 ltr durch.
Welcher Wechselintervall ist dann fällig? Auch 4 Jahre oder länger?

Peter
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Re: Welches Öl für Servolenkung?

Beitrag von Filly » Sa 7. Mai 2016, 23:59

Es gibt eine ZF Schmierstoffliste für hydraulische Lenkhilfen. Da steht pauschal
Automatic Transmission Fluid (ATF) auf Basis mineralischer Grundöle entsprechend der ehemaligen Dexron IID-, IIIF-, IIIG- oder IIIH Spezifikation von General Motors
Als ich meinen KAT gekauft habe war ein rotes Öl im Lenkungsbehälter, wohl schon ATF und eher kein Hydrauliköl. Beim Wechsel habe ich ein ATF nach Dexron IID genommen und gut wars.

Christoph

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Re: Welches Öl für Servolenkung?

Beitrag von woelf59 » Mo 9. Mai 2016, 13:36

Hallo Peter,

habe beim Wechsel der Hydraulikschläuche Ende 2013 das mir als Ersatz für H 540 empfohlene Divinol HVI 32 reingekippt. Von den Viskositätswerte ist das H 540 eher Richtung Klasse 32 als 46 anzusiedeln. Habe das Öl seitdem drin, ist bei mir aber nicht als Test relevant, da ich wenig fahre und im Winter gar nicht. Hat aber von der Lenkfähigkeit bisher keine Probleme bereitet und die Farbe des Öls ist auch unverändert.

Gruß Wolfgang

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Re: Welches Öl für Servolenkung?

Beitrag von Sandkater » Mi 11. Mai 2016, 19:54

Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte und Marcels Telefonseelsorge.

Wahrscheinlich stammt das Mehrbereichsöl aus der landwirtschaftlichen Ecke. Die haben mehrere Funktionen (Getriebe, Bremsen, Hydraulik für alles Mögliche), die aus dem gleichen Vorrat bedient werden. Diese Anlagen sind unter dieser Prämisse entwickelt worden und deshalb geht das dort.

In der KAT Lenkung macht das Zeug definitiv keinen Sinn, es ist mit Störungen zu rechnen.
Deshalb werde ich auf ATF auf Mineralölbasis umstellen und habe dann für lange Zeit Ruhe.

Peter
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Re: Welches Öl für Servolenkung?

Beitrag von Sandkater » So 16. Okt 2016, 14:26

ein kleiner Bericht der Aktion.

Gestern haben wir uns mit einem 20 ltr Kännchen ATF IID getroffen um bei 4 KATs die Öle zu wechseln.
Laut TDv braucht man 7 pro Auto, wird also eng.

Beim ersten Auto kam eine ins schwarz getönte, streng riechende Brühe zum Vorschein. Die Diskussion ergab alles von "nicht weiter schlimm" bis "ist ja deutlich fällig".
In Summe kommen mit Abpumpen aus dem Vorrat und Ablassen am Lenkgetriebe geschätzt 2 bis 3 Liter heraus.
Nach dem Starten des Motor wird der Behälter ziemlich schnell leer. Die Pumpe am Vorratskanister mit voller Leistung drehen lassen reicht aus, das keine Luft angesaugt wird wenn der Pegel sinkt.
Beim Entlüften haben wir einen Fehler gemacht: die Achse war nicht hoch gebockt und daher schon bei leichtem Dreh am Lenkrad das Öl in größerer Menge geschossen. Rund 7 Liter gebraucht.
Beim zweiten Auto Achse hoch gebockt, Altöl wie bei Auto 1. Incl. Spülen sind nur 4 Liter ATF nötig gewesen, bis es klar aus der Entlüftung kam.
Das 3 Auto hatte leicht braunes, neutral riechendes Öl. Wäre wahrscheinlich nicht nötig gewesen.
Beim vierten Auto kam das zum Vorschein:
Oelwechsel_18.JPG
Milchkaffeebraun mit Schlonz oberhalb des Ölpegels.
Oelwechsel_19.JPG
Ein verkeimter Filter und Rost auf dem Rohr, das den Filter führt und die Schraube zum Deckel aufnimmt.
Eine kleine Probe haben wir "untersucht" durch Absetzen lassen: offenbar ATF mit Wasser. Alle anderen Autos hatten offenbar Mineralöl drin.
Damit waren Zeitplan und Ölvorrat nicht mehr ganz aktuell.
Als erstes alles raus gelassen was möglich war, den Behälter soweit möglich leer gesaugt incl. Schlonz.
Einen bereits benutzten Filter eingebaut und mit SAE20 Öl aufgefüllt, Motor kurz laufen lassen bis der Pegel nicht mehr sinkt.
Alles wieder raus, es war deutlich beige.
Diesel in den Vorratsbehälter und ohne Motorlauf über die Ablassschraube am Lenkgetriebe leer laufen lassen. Dabei hat sich offenbar noch mehr Schlonz gelöst, irgendwann war die Leitung dicht.
Nochmal Motoröl und anderen Filter (wir hatten ja noch 2 gebrauchte) mit kurzem Motorlauf, jetzt sah es schon besser aus.
Neuer Filter, ATF und gründlich über die Entlüftung gespült bis nur noch ATF kam.

Und jetzt die große Frage: wie kommt soviel Wasser ins System?

Gruß
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