Versorgungsbatterie

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Wolfgang
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Versorgungsbatterie

Beitrag von Wolfgang » Mo 9. Apr 2012, 13:14

Wie kann ich mit einfachen, aber zuverlässigen Mitteln feststellen, ob meine Versorgungsbatterien so langsam an Altersschwäche den geist aufgeben? Die Batteriebank ist nun gerade mal 5 Jahre alt. Es sind Exide Gel Batterien.

Wolfgang
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Nik
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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von Nik » Mo 9. Apr 2012, 15:11

Hallo Wolfgang.

ich kenne das Testen nur mit der Glühbirne, einmal Batterien vollladen, Birne dranhängen und gucken wie lange die Birne brennt.
Es gibt aber auch Geräte mit denen man das testen kann, musst dann halt zur Werkstatt fahren.
Gruß Nik

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urologe
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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von urologe » Mo 9. Apr 2012, 15:26

hallo Wolfgang,
ich fand diese Tabellen hilfreich für die einfachen Belastungstests.
http://www.dvddemystifiziert.de/batterien/carfaq4.html

LG
Ralf
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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von ALu » Mo 9. Apr 2012, 17:04

Gruß

Andreas

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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von Wolfgang » Mi 18. Apr 2012, 09:57

HAllo zusammen,

derzeit habe ich Excide Gel Batterien DG210 eingebaut. Zu einem erstaunlich günstigen Kurs komme ich nun an Nano Tech 81368 dran. Von den Massen her würden die passen, nur wie ist die Qualität. Hat jemand Erfahrung mit NanoTech Batterien?

Wolfgang
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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von ALu » Mi 18. Apr 2012, 10:25

Hallo Wolfgang,

habe nur einen positiven Bericht über NanoTech Batterien gefunden, aber das waren Blei/Säure Batterien.

http://www.nautictest.com/archiv/530/index.html
Gruß

Andreas

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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von Powerkat » Mi 18. Apr 2012, 11:19

wieso ? er beschreibt doch angeblich eine eindeutige gel, keine AGM oder Blei säure...?
hat sich ja eigentlich gut gelesen...
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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von ALu » Mi 18. Apr 2012, 11:29

Stimmt, ich habe den Bericht nur überflogen ...
Gruß

Andreas

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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von Powerkat » Mi 18. Apr 2012, 12:03

also ich hatte mich auch vor ca. 2 Jahren mal intensiv mit der Materie befasst und mit div. Ingin.der Hersteller tel. und bin für mich zu dem Schluß gekommen entweder richtig Geld in die Hand nehmen und Gel oder Zeit überbrücken ,geld sparen und Blei/Säure....AGM ist in allen Hinsichten immer ein Kompromiss, man versucht die Vorteile von Gel und Säure in ein Gehäuse zu bekommen und die Herstellungskosten klein zu behalten...aber die Eilegendewollmilch-sau giebt es halt nicht...die einzige AGM die irgendwie Sinn macht scheint mir die Optima als sehr gute kleine Starter-Batterie,aber für den Aufbau...alles nix haltbares...und lieber 2 bzw. 4 große als 4 bzw.8 kleinere Batterien...die Synchronisation bleibt immer ein großes Problem dafür braucht man dann wieder extrem gute und teure Ladeautomaten wo jede Batt. einzeln bedient und überwacht wird...
die AGM haben einfach immer noch Probleme mit Bleischlammablagerung, zu wenig Elektrolyt für lange Zeit,die meisten sterben frühzeitig an zellenschluß durch Bleischlamm, zerfressene Platten und Außtrocknung...Da sie doch hohe Stromleistungen bringen sollen verarbeiten sie sehr hohe Bleireinheiten,um wenig Bauraum zu bekommen wenig Platz zwischen den Platten um alles statisch und chemisch unter kontrolle zu haben benötigen sie deshalb auch das Fließ...sie wurden Konzipiert als Notstromversorgung (Notbeleuchtungen etc.) und dafür sind sie auch OK aber für unsere Einsätze...eine richtige Gel, mit den richtigen Ladesystemen und der richtigen Dimension rechnet sich unterm Strich immer....ist halt wie bei allem im leben: Gutes hat seinen Preis...

ich überbrücke an meinem zur Zeit noch ein wenig die Zeit und werde dann den Batt. Kasten umbauen damit 2 x 240 Ah für den Aufbau und 2x Optima red zum starten rein passen,geht problemlos...

Marcel
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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von Zentralgestirn » Mi 18. Apr 2012, 12:19

Hallo Marcel,

warum sollen die GEL so viel besser sein, dass sie einen doppelten Preis rechtfertigen?
Für meine 230Ah Blei-Säure Antriebs und Beleuchtungs-Batterien habe ich schlappe 206€ inkl. beim Teileonkel ums Eck bezahlt.

Von AGM bin ich auch kein Freund. In meinem letzten Auto hatte ich eine AGM und eine normale verbaut. Die AGM Starterbatterie musste mehrmals gewechselt werden und die normale zur Systemunterstützung war noch die erste. Die Auslegung war original ab Werk so vorgesehen und kein Umbau von mir. Umbauten von AGM auf normale Batterien haben bei den Leuten keine Unterschiede gezeigt und selbst Daimler hat irgendwann wieder auf normal bei der Baureihe umgestellt.

Grüße Sebastian

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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von Powerkat » Mi 18. Apr 2012, 13:58

weil die Gel eben auch div. Fakten liefert:gerade was zb. Einbau im Wohnraum -keine Gase...
wesentlich Zyklenfester,uvm. man muß sich mal mit befasst haben...als starterbatt. im Fahrzeug sind sie nicht gedacht
wenn die Umgebungsanforderungen stimmen halten sie als Aufbaubatt.auch schnell mal das doppelte...
das div. Geländewagenhersteller Gel oder AGM als Starterbatt. serienmäßig verbauen ist schlichtes Unwissen...in der Serie wird so manches ge und verbaut was technisch kompl. Blödsinn ist...Es hört sich doch gut an,wenn der Hersteller in seinem Werbeblättchen schreibt"mit extrem Rüttelfesten AGM oder Gel batt. bestückt, absolut Wartungsfrei, Auslaufsicher,auch unter schräglagen...."

Marcel
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Re: Versorgungsbatterie

Beitrag von egn » Sa 21. Apr 2012, 09:10

Zum Testen einfach mal die Batterien mit C/20 bis zu einer Entladeschlussspannung von 11 V entladen und die Zeit messen. Daraus kann man sich dann die Restkapazität ermitteln. Bei den Herstellertests werdend die Batterien bei dieser Belastung sogar bis 10,5 V entladen, aber das muss man ja nicht unbedingt machen.

Ich mache das im Winter mit der elektrischen Heizung über den Wechselrichter. Der schaltet beim Unterschreiten von 22 V ab. Ich kann dann die entnommene Batteriekapazität vom Batteriecomputer ablesen. So konnte ich vor zwei Jahren auch feststellen, dass nur noch eine Restkapazität von 580 Ah vorhanden war. Welche Batterien defekt waren konnte ich über ein Zangenamperemeter daran erkennen dass einige 24 V Stränge wesentlich weniger Strom lieferten als die anderen. Und dann über die Spannungsmessung der einzelnen Batterien.

Die Batterien waren damals anscheinend nicht aus einer Lieferung. Ich hatte zwar 12 Stück auf einmal gekauft, allerdings wurde beim Aufbauer anscheinend zwischendurch ein Teil in anderen Fahrzeugen installiert und dann später wieder welche nach gekauft. So hatten sie alle unterschiedliches Alter beim Einbau, und wahrscheinlich auch völlig unterschiedliche Ladezustände. Dies hätte wegen der verbauten Spannungsausgleicher eigentlich nichts ausmachen dürfen. Aber es kam noch hinzu dass anscheinend irgendwann unbemerkt die Sicherungen der Spannungsausgleicher, beim kompletten Ein-/Ausschalten durchgebrannt sind. So lief dann die Spannung und er Ladezustand der Batterien immer weiter auseinander. Heute kontrolliere ich regelmäßig ob die Spannungsausgleicher noch funktionieren, und Messe auch die Einzelspannungen der Batterien unter Last.

Neben falscher Ladung von AGM/GEL Batterien, dürfte das auseinander Laufen der in Serie geschalteten Batterien die Hauptursache für einen vorzeitigen Kapazitätsverlust und Ausfall sein. Ich halte deshalb die Spannungsausgleicher für sehr wichtig.

Wichtig bei AGM und GEL ist, dass sie mit vernünftigen Ladegeräten geladen werden. Dies bedeutet dass sie eine IUoU-Kennlinie fahren sollten, und die Maximalspannung temperaturkompensiert nicht über 14,4/28,8 V liegen sollte. Der Temperatursensor sollte am besten an einer der Batterien angebracht sein. Dies gilt für alle Ladequellen, auch für Solar und Lichtmaschine.

Solar ist besonders gefährlich weil ständig geladen wird, insbesondere hauptsächlich dann wenn es warm ist. Erhöht sich die Temperatur um 10° C, dann muss die Ladespannung schon etwa um 0,25/0,5 V niedriger sein. Solarregler haben heute zwar meist eine IUoU-Kennlinie, und auch eine Einstellung für AGM/GEL, aber wenn der Regler immer wieder einen neuen Zyklus beginnt wenn die Spannung kurzzeitig durch Belastung sinkt, dann bleibt die Spannung über lange Zeit zu hoch. Eine fehlende Temperaturkompensation tut dann noch sein Übriges.

Was ähnliches passiert übrigens auch bei Netzladegeräten, insbesondere bei welchen, die zu wenig Leistung haben. Wird während der Erhaltungsphase kurzzeitig ein Verbraucher eingeschaltet, der die Leistung des Ladegerätes überschreitet, dann beginnt auch wieder ein neuer Ladezyklus mit erhöhter Spannung. Da die Netzladegeräte an Stellplätzen mit Stromanschluss dauerhaft angeschlossen sind, ist da dann besonders gefährlich. Dies kann man umgehen indem man das Ladegerät nur so lange am Strom lässt bis die Batterien voll sind, und erst wieder anhängt wenn die Batterien 10-10 % entladen wurden.

Bei der Lichtmaschine sind dauerhaft hohe Temperaturen in Verbindung mit langen Fahrzeiten das Problem. Die 14/28 V tun bis etwa 30-35 C nicht weh. Wenn aber hohe Temperaturen mit langen Fahrten über 8 und mehr Stunden zusammen fallen, dann wird es für die verschlossenen Batterien wieder kritisch. Sie können dann auch überladen werden.

Es gibt viele Faktoren die für die Lebensdauer eine Rolle spielen. Hier eine unvollständige Liste:
  • Ladespannung (zu hoch, zu niedrig)
  • Ladestrom (zu hoch, zu niedrige)
  • Entladestrom (zu hoch, zu niedrig)
  • Spannungsunterschied zwischen in Reihe geschalteten Batterien
  • Temperaturunterschied zwischen Batterien
  • Lagerung im teilentladenen Zustand
  • Bauart (Nass, Gel, AGM, ...)
  • ...
Man sieht also, dass es sehr viele EInflussfaktoren auf die Lebensdauer der Batterien gibt. Deshalb ist es auch immer schwierig zu ermitteln was die Ursache für den Ausfall war.

Wichtig bei der Diskussion über die verschiedenen Bauarten von Batterien ist, dass man nicht alles in einem Topf wirft. Genauso wie man eine nasse Batterie für hohe Entladeströme beim Starten optimieren kann, kann man es auch für GEL und AGM Batterien machen. Ein Beispiel dafür ist ja z.B. die Optima. Um hohe Ströme zu erreichen braucht man viel Plattenoberfläche. Dies erreicht man durch sehr dünne Platten. Bei normalen Startbatterien liegen die Plattenpärchen alle einzelnen nebeneinander, bei der Optima gibt es nur eine Platte pro Zelle in Form eine zusammengewickelten Spirale. Der Nachteil von dünnen Platten bei der normalen Startbatterie ist, dass der unvermeidliche Materialverlust bei dünnen Platten auch eine kürzere Lebensdauer bedeutet. Das Material fällt bei nassen Batterien einfach nach unten und die Startbatterien sind dann typischerweise nach 30-50 Vollzyklen am Ende. Bei der Optima und auch anderen Gelbatterien wird das durch das Gel verlangsamt, und sie halten deshalb 200-300 Vollzyklen, vorausgesetzt es werden auch die Ladeparameter eingehalten.

Bei AGM ist das prinzipiell nicht anders, nur wird da das Material nicht ganz so gut gehalten. Die AGM Batterien für Notstromversorgungen haben ebenfalls dünnen Platten für sehr hohe Ströme und halten deshalb auch etwa 300-600 Zyklen. Bei den AGM kommt noch ein anderer Effekt hinzu, der auch die nassen Batterien betrifft, die Säureschichtung. Durch das unterschiedliche spez. Gewicht der Säure je nach Ladezustand. Wenn man nichts dagegen unternimmt verliert Batterie über die Zeit zusätzlich an Kapazität. Dieser Effekt tritt bei Gel nicht auf, deshalb haben in der Regel Gelbatterien bei gleichem Plattenaufbau eine längere Lebensdauer.

Ob sich die längere Lebensdauer von Gelbatterien langfristig bezahlt macht, weiß man vorher nicht. AGM Batterien bekommt man da Massenware typischerweise für 1 €/Ah, für Gel muss man aber das 2-3-fache rechnen. Wenn also eine AGM 6-10 Jahre durchhält, dann tut dies die Gel *vielleicht* 12-30 Jahre - wenn nicht irgendwas dazwischen kommt. Zudem brauche ich bei der hohen Leistung, die für das Kochen und Backen nötig ist, Batterien die hohe Ströme ohne starken Spannungseinbruch liefern. Da haben die typischen zyklenfesten Gelbatterien einen deutlichen Nachteil. Die Optima wären technisch noch eine Alternative, aber die geringe Kapazität pro Batterie und der hohe Preis spricht dagegen.

Mir persönlich reicht das Zeitfenster 6-10 Jahre. Die Technik ändert sich so schnell, dass falls die Batterien ausfallen, es oft schon bessere Alternativen gibt. Ich werde beim nächsten Batterietausch sicher keine Bleibatterien mehr einbauen, sondern auf Lithium umsteigen. Die Preise sind stark am sinken, und übersteigen selbst die potentielle Lebensdauer von Gel deutlich.
Gruß Emil

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