Instandsetzung der Pritsche

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R2D2
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Instandsetzung der Pritsche

Beitrag von R2D2 » Mo 20. Okt 2014, 23:35

Moin zusammen,

schon bei der Besichtigung des KATs war klar das die Pritsche etwas Zuwendung benötigt...
Da die Holzbohlen an einigen Stellen der Pritsche schon etwas verbraucht waren wollte ich diese gegen Siebdruckplatten austauschen und in dem Zusammenhang einige Roststellen beseitigen.
Die Roststellen an den Querträgern über den Reifen sahen von außen betrachtet nicht wirklich schlimm aus.

Das erste Hindernis war die Entfernung der Holzbohlen. Beim Lösen der Muttern auf der Unterseite sind nahezu 100% abgerissen oder die Schrauben haben im Holz mitgedreht. Da die Mutter zusätzlich noch schlecht zu erreichen sind habe ich einige andere Methoden getestet.

- Ausbohren dauert sehr lange
- Raushebeln oder ähnliches hat auch nicht wirklich funktioniert

Nach etwas rumprobieren hat folgende Methode gut funktioniert:

- Schraubenköpfe in den umlaufenden Metallbändern angebohrt und mit einem Splinttreiber abgebrochen
- Die Holzbohlen mit der Kreissäge entlang der Querträger einschneiden und einfach nach unten durchdrücken
- Die Holzreste auf den Längs- und Querträgern mit dem Hammer/Brecheisen abschlagen
WP_20140930_004.jpg
Leider ist der Zustand schlechter als erwartet.
Die überstehenden Schrauben habe ich abgeflext und dann die Reste durchgeschlagen.
WP_20141002_005.jpg
An den äußeren Auflagepunkten zwischen den Quer- und Längsträgen ist das Material zur Hälfte weggerostet. Die vier betroffenen Querträger und das äußere Stück Längsträger werden ausgetauscht.
An einigen Querträgern sind Winkel mit einer Bohrung angeschraubt. Kann mir jemand sagen wofür die sind?
WP_20141018_004.jpg
Um den KAT noch aus der Halle zu bekommen und um von allen Seiten an der Pritsche arbeiten zu können habe ich einen kleinen Rollwagen gebaut. Ist stabiler als er aussieht :) .
WP_20141019_004.jpg
Bis ich die Ersatzträger bei Marcel abgeholt habe, wird erstmal der restliche Rost bekämpft.

Grüße
Nils

R2D2
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Re: Instandsetzung der Pritsche

Beitrag von R2D2 » Sa 6. Aug 2016, 00:10

Moin,
es hat ein wenig länger gedauert als gedacht aber die Pritsche ist jetzt seit ein paar Monaten fertig und wieder auf dem KAT montiert.
Nach der Zerlegung in alle Einzelteile habe ich alles nach und nach sandgestrahlt. Im Nachhinein würde ich es nicht wieder selber machen.
Es ist eine absolute sch… Arbeit . Aber es ist und bleibt ein Hobby und irgendwie bringt es dann doch wieder Spaß wenn man sieht was man selber geschafft hat :D .
Die stark verrosteten Längsträger im Bereich der Reifen wurden durch gute gebrauchte ersetzt.

Nach dem Sandstrahlen habe ich die gestrahlten Teile immer sofort (selber Tag) grundiert um das oxidieren der Bauteile durch die Luftfeuchtigkeit zu verhindern.
Die "sichtbaren Teile" wurden in Bronzegrün matt lackiert der Rest in Schwarz.
WP_20151229_15_30_23_Pro.JPG
Alle Verbindungselemente wurden ersetzt und mit Dichtmasse eingesetzt.
Die Kontaktflächen der einzelnen Bauteile habe ich ebenfalls mit Dichtmasse versehen und nach dem zusammenschrauben jeweils mit einer Dichtnaht verschlossen.
WP_20160422_16_38_12_Pro.JPG
Die Ladefläche wieder mit Holzbohlen zu versehen hat mir nicht zugesagt und deshalb habe ich Siebdruckplatten verwendet.
Die Siebdruckplatten in der Stärke sind nicht gerade günstig allerdings habe ich auch keinen Kostenvergleich zu Holzbohlen erstellt.
Die einfachere Verarbeitung stand für mich im Vordergrund.

Als Unterbodenschutz habe ich erst Dinitrol ML und nach zwei Tagen Trocknungspause Dinitrol 4942 metallic als finalen Unterbodenschutz aufgebracht. Es gibt gefühlt tausende Unterbodenschutzarten ob die von mir verwendeten die richtigen sind wird sich zeigen.
WP_20160508_17_07_28_Pro.JPG
Noch eine Sealnaht um die Platten und fertig ist das Werk.
WP_20160510_17_13_20_Pro.JPG
WP_20160723_10_32_34_Pro.JPG
Grüße
Nils



Zwischendurch habe ich noch die Beifahrerseite instandgesetzt….aber das ist eine andere Geschichte.
Dateianhänge
WP_20150823_16_50_40_Pro.JPG

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Re: Instandsetzung der Pritsche

Beitrag von A N D R E A S » Do 18. Aug 2016, 22:02

Moin Gemeinde,

wer kann mir sagen, wofür die längs zum Rahmen angebrachten U-Profile unter den Quertraversen der Pritsche gut sind?
Wie im Bild oben zu sehen sind sie beim 6x6 relativ kurz; beim 4x4 sind die Quertraversen in ca. 80cm Abständen angebracht und jeweils 2 mit so einem Profil verbunden.

A N D R E A S

P.S. Die Profile liegen nicht auf dem Rahmen auf!
A N D R E A S

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Re: Instandsetzung der Pritsche

Beitrag von KAT I » Fr 19. Aug 2016, 08:37

Unter der Pritsche ist die Aufnahme für die Abschleppstange angebracht - meinst Du das? Die Abschleppstange wird von hinten eingeschoben und gesichert. War mit das erste Teil, das ich abmontiert habe.
Grüße
Mathias

Gummilager ausbauen ist wie eine Naturgeburt auf dem Aussteigerhof: Pressen, Heulen, Schreien, Bluten, Beten.

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Re: Instandsetzung der Pritsche

Beitrag von A N D R E A S » Fr 19. Aug 2016, 12:34

Nee, ich mein die Verbindungsstücke zwischen jeweils 2 Quertraversen, wie auf dem Bild unten zu sehen.
Das Gewicht der Pritsche liegt nur über die Verbindungsteile auf dem Rahmen, die U-Profile liegen nicht auf dem Rahmen auf (1-2mm Abstand).
Dateianhänge
U_Profil.JPG
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Re: Instandsetzung der Pritsche

Beitrag von R2D2 » Mi 24. Aug 2016, 22:13

Moin Andreas,

gute Frage :) . Alles was im nachfolgenden steht sind nur Mutmaßungen, ich bin kein Fahrzeugbauer oder Berechnungsingenieur. ;)

ich denke, dass durch die Verbindung von jeweils 2 Querträgern mit den U-Profilen eine bessere Kräfteverteilung erreicht wird.
Durch die Verbindung von zwei Querträgern mit den U-Profilen entsteht grob gesagt ein geschlossenes Kastenprofil (Oben die Längsträger, hochkant die Querträger, unten die U-Profile).
Wenn die Pritsche beladen ist und man bremst dann würde eine Kraft horizontal nach vorne und die Gewichtskraft nach unten wirken. Die Resultierende irgendwie diagonal nach vorne unten. Durch diese Kraft würden die Querträger dazu neigen nach vorne "umzukippen". Durch die Verbindung mit den U-Profile sollen diese kippen verhindert werden.

Im "zweier Verbund" sind die sehr wahrscheinlich um die "Verwindung" des Rahmens auszugleich. Der Spalt zwischen Rahmen und U-Profil könnte die Korrosion zwischen den beiden Bauteilen verringern (durch Vibrationen plus Schmutz etc. wird der Lack nicht abgerieben und zusätzlich kann es immer wieder abtrocknen).

Vielleicht kann ja jemand mit Fachwissen meine Mutmaßung bestätigen, ergänzen oder auch komplett wiederlegen und verbessern ;) .

Grüße

Nils

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Re: Instandsetzung der Pritsche

Beitrag von 4x4-6x6 » Do 25. Aug 2016, 05:11

Moin,

die U-Profile haben nichts mit einer 'Kräfteverteilung' zu tun.

Es entsteht auch kein 'Kastenprofil'.

Die U-Profile haben zwei Aufgaben:

Einerseits dienen sie dazu den richtigen Abstand der Quertraversen in Längsrichtung für die Montagepunkte sicherzustellen.
Andererseits bilden sie - jeweils einzeln - zusammen mit dem Pritschenboden einen biegesteifen Rechteck-Rahmen in Längsrichtung,
um die Beschleunigungs- und Bremskräfte in Längsrichtung in den Hilfsrahmen einzuleiten.

Die Quertraversen haben ja eine relativ große Bauhöhe.

Da würde sich beim Bremsen ein Parallelogramm ausbilden.
Statisch wirken die Quertraversen wie Pendelstützen.
Durch den biegesteifen Anschluß der U-Profile hat das o.g. Parallelogramm dann zwei steife Ecken.

Man hätte natürlich auch Diagonalen einbauen können.
Aber bezüglich der Ersatzteilhaltung hat man sich wohl zu der vorliegenden Konstruktion entschieden.


...

P.S.
Die Winkel - siehe erster Beitrag - sind dazu gedacht, um für schwere Rüstsätze die Längskräfte beim Beschleunigen
und Bremsen - über die Quertraversen - in den Hilfsrahmen einzuleiten.
Dazu werden dann im Bedarfsfall die Löcher durch das Holz gebohrt.

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Re: Instandsetzung der Pritsche

Beitrag von A N D R E A S » Do 25. Aug 2016, 11:12

Danke Euch!

So ähnlich habe ich mir das auch gedacht: Sie verhindern über die L-förmigen senkrechten Verbindungsstücke, daß die Quertraversen beim Bremsen nach vorne kippen und die Ladefläche dann 20 cm niedriger ist :shock:
A N D R E A S

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