Elektroplanung mit 48V und 230V

christian089
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Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von christian089 » Sa 2. Jan 2021, 15:11

Hallo zusammen,

um Markus Reise-Thread (viewtopic.php?f=11&t=5334) nicht mit Elektrik-Themen "zuzumüllen", habe ich mal diesen Beitrag erstellt um das 48Volt-Thema zu diskutieren.

Ich bin gerade selbst an der Elektro-Planung dran und würde gerne auf 48V und 230V setzen. Das Stromnetz wird im Aufbau auf 230V Basis sein und über Wandler bei Bedarf auf 12V oder 24V gewandelt werden. Statt auf 24V würde ich gerne auf 48V setzen.

Ich bin selbst absoluter Laie, also bitte um Nachsicht für blöde Fragen...

Komponenten für 48V-System:
- Solarmodule z.B. https://www.photovoltaik-shop.com/solar ... ahmen.html
- MPPT z.B. https://greenakku.de/Ladegeraete/Solarl ... :1758.html
- Wechselrichter z.B. https://greenakku.de/Wechselrichter/Off ... :1763.html
- Batterien z.B. https://greenakku.de/Batterien/Lithium- ... :1968.html
- Lichtmaschine > sehr schwieriges Thema ... Grundsätzlich sind Optionen vorhanden, aber nicht viele um im Fall des Yachtzubehörs sehr sehr teuer.
-- https://www.a-l-shop.de/6482-Lichtmasch ... A-48V.html > keine Ahnung ob das in den KAT passt
-- https://mk0balmaromwtjt14hae.kinstacdn. ... -K8-IG.pdf > keine Ahnung ob das in den KAT passt
& Preis ist richtig AUA

Was haltet ihr grundsätzlich vom SetUp? Ich würde mich freuen Erfahrungen von aktuellen 48V Nutzern zu hören.

Die größte Sorgen habe ich aktuell:
- mit 48Volt im Allgemeinen > das halte ich aber für "beherrschbar"
- mit der Lichtmaschine (unklar ob es etwas passendes gibt) > ich denke aber, dass es einige Optionen gibt und hoffe, dass weitere auf den Markt kommen
- mit den Batterien > die sind meist nicht für Fahrzeuge zugelassen (am Beispiel von Pylontech heißt es sie müssen flach und rüttelfrei positioniert werden)

VG
Christian

Governor
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von Governor » Sa 2. Jan 2021, 17:07

Hallo Christian,

Glückwunsch zu Deiner Entscheidung als aboluter Laie! :clap:
Und, blöde Fragen gibt es nicht, nur....

Ich bin in einer sehr ähnlichen Situation, sowohl was den Laien betrifft, als auch die Planung.
Aber ich bin Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen und die Beiträge in Markus' Reise-Thread haben mich aufgerüttelt und sehr neugierig gemacht!

Die beiden 48V-Lichtmaschinen scheinen absolut identisch zu sein!

Sind die Solarmodule für ein WoMo-Dach geeignet?
Grüsse aus Oberkochen,
Edgar

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fun-ski
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von fun-ski » Sa 2. Jan 2021, 17:38

Governor hat geschrieben:
Sa 2. Jan 2021, 17:07

Sind die Solarmodule für ein WoMo-Dach geeignet?
Moin

Eindeutig ja, hab die jetzt schon über ein Jahr drauf, auch Hutsepp( Nils) und noch einige andere allerdings im 24V System.
Bringen eine super Leistung , gerade bei Schwachlicht durch die hohe Spannung :mrgreen:
wer Rechtschreibfehler findet darf Sie behalten!
Gruß
Dirk

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Filly
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von Filly » Sa 2. Jan 2021, 18:06

Sehr große Solarmodule können anfangen zu flattern und dann brechen. Wenn man sich diesbezüglich unsicher ist, kann man auf die Rückseite der Solarzellen, innen im Rahmen, Leisten aus Alu-U-Profil mit Sikaflex kleben. Oftmals haben so große Module bereits Verstärkungsleisten wegen der Schneelast. Die sind dann aber nicht an die Rückseite der Solarzellen geklebt, weil Schneelast nur von oben kommt. Da kann man das Verkleben einfach nachträglich durchführen und gut ist.

Bzgl. Bordspannung:
Ich nehme an, das Fahrzeug soll weiterhin auf 24V laufen. Mit den 4 Natoblöcken wären zwar auch 48V recht einfach möglich, aber dann müsste man den Anlasser, die Relais, Glühbirnen usw. auch alle auf 48V tauschen mit dem Problem, daß vermutlich auf einer Reise kaum Ersatzteile aufzutreiben sind.
Wenn das Fahrzeug aber die 24V behält, dann würde ich auch die Lichtmaschine auf 24V belassen, damit das Fahrzeug für sich immer funktionieren kann.
Die 48V für den Aufbau müsste man dann mit einem 24V zu 48V Wandler erzeugen, wobei ich bei entsprechender Solarbestückung die Nachladung durch die Lichtmaschine für entbehrlich halte, solang man nicht heftige Stromverbraucher mit riesigen Batterien (wie einen elektrischen Herd) zu versorgen hat oder überwiegend im Winter unterwegs ist.

Christoph

Governor
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von Governor » Sa 2. Jan 2021, 18:37

Übrigens: Frohes eues Jahr!

Das sind ja gute Nachrichten.

Was das mit den vier Natoblöcken auf sich hat, kann ich nicht beurteilen.
In meinem Kat II ist alles umgebaut, die Batterien sind sogar auf der rechten Seite und es sind nur zwei handelsübliche Teile drin.

Die 48V-Lichtmaschine würde ich zusätzlich einbauen.
Mir ist nur noch nicht klar, ob man bei der 100A einfach einen 100 A-Solarladereggler nehmen, bzw ob man die Teile parallel einbauen kann.
Grüsse aus Oberkochen,
Edgar

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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von midlifecrisis » Sa 2. Jan 2021, 18:38

Zu dem 48V Gedönse habe ich eigentlich alles gesagt.
Ich will das keinem zwingend empfehlen, wenn man das tut, dann sollte man sich dessen was man tut bewusst sein.

Das sollte man bei Strom aber eigentlich immer...


Wegen PV Modulen vertrete ich grundsätzlich die Ansicht: Die Module kosten nix mehr - - > Dach voll machen.

Wer viel mit Strom machen will, der sollte lieber zuviel wie zu wenig haben. Meiner Meinung nach sind hier aktuell "Sunpower MAXEON 400" das Nonplusultra.

Der Preis pro Wp ist mit 400€ für ein 400Wp Modul unverschämt hoch. Aber sie sind immer noch billiger als das ganze Womo- und Yacht Spielzeug...
Entscheiden ist aber die Hohe Packungsdichte der Leistung. Achtung! Es gibt auch 400Wp die billiger sind, die sind aber größer und haben nicht das Standartformat mit ca. 100x160cm sondern ca. 100x200cm

Es sind Hausmodule und ich sehe Hausmodule grundsätzlich als völlig unkritisch auf einem Auto.

Die sind alle so gebaut dass es da draufhageln kann.
Die von mir erwähnten MAXEON sind aber auch in der Hinsicht klassischen Hausmodulen überlegen:

https://youtu.be/ccUehrav9Cc

christian089
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von christian089 » Sa 2. Jan 2021, 20:32

@ Edgar:

Ich habe mir die beiden LiMas noch nicht genau angeschaut, aber die eine kostet ca. 700 Euro (Mahle), die andere ca. 3000 Euro (Balmar) :D Zumindest ergab das meine erste Recherche.

Die Solarmodule habe ich aus einem alten Post von Markus als Tipp mitgenommen ;)

Sowohl MPPT als auch Wechselrichter plane ich doppelt einzubauen, um keinen single point of failure zu haben. Ich gehe davon aus, dass ich einen beträchtlichen Strombedarf haben werde, da ich alles mit Strom machen möchte was "sinnvoll" geht. Da wir auch in den Winter fahren wollen, müssen wir entsprechende Vorkehrungen treffen. Man kann aber natürlich auch einzelne Komponenten nachrüsten.

@Christoph:

Das Fahrzeug soll weiterhin auf 24V laufen. Deine Idee klingt spannend, da habe ich überhaupt nicht daran gedacht. Dann hätte man eine Reihe guter und erprobter LiMas zur Auswahl. Ich denke ich würde in diesem Fall die Mastervolt Alpha Compact 28/150 nutzen. Die hat Emil auch verbaut und ist meines Wissens sehr zufrieden damit.

Was wäre im Fall der Nutzung einer 24V LiMa besser? Eine Wandlung auf 48V oder auf 230V? Die oben erwähnte LiMa erzeugt bis zu 150A bei 24V. Somit müsste der Wandler entsprechend dimensioniert sein. Ich bin mir nicht sicher ob ich das richtig verstehe, aber ich habe den Eindruck, dass die meisten "einfachen" Wandler die Stromstärke nicht abkönnen:
- Bsp. 24 > 48: https://www.offgridtec.com/electronics/ ... liert.html > max. 8,5A
- Bsp 24 > 230: https://www.offgridtec.com/electronics/ ... r-usb.html

Oder verstehe ich etwas falsch? Gibt es einen passenden Wandler für die Stromstärke?

@ Markus:

Hast du die Pylontech-Batterien im Rack eingebaut? Aus Platzgründen würde ich sie bei mir gerne um 90 Grad kippen. Meinst du das ist ok für die Teile oder erwartest du Probleme?

@ All:

Habt ihr eine Meinung zu der Mahle-Lichtmaschine? Seht ihr grundsätzlich Probleme sie in einem KAT 1 einzubauen?

Christian

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Filly
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von Filly » So 3. Jan 2021, 01:25

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Batterien im Koffer zu laden.
Wenn sowieso ein 230V Ladegerät dabei ist kann man durchaus den Umweg über 230V gehen, also 24V > 230V > 48V.
Oder eben direkt mit einem Wandler 24V > 48V

Der Wandler muss dabei keinesfalls die Stromstärke von der Lichtmaschine abkönnen. Die Lichtmaschine kann einen bestimmten Strom zur Verfügung stellen. Ob er abgerufen und genutzt wird ist eine andere Frage.
Es kommt darauf an wie schnell du die Batterien im Koffer laden willst. Der Akku 48V, 3,5 kWh hat 73 Ah. Mit dem Wandler, der 8,5A bringt würde es also etwa 8 Stunden dauern die Batterie voll zu laden, wenn über Solar nichts geht. Das ist ein strammer Fahrtag auf einer Reise. Ob dir das reicht musst du selbst beurteilen. Hängt von deinen Reisegewohnheiten ab, wo und wie viel du fährst, und was für ein Stromverbrauch im Koffer vorliegt.

Wenn du eine stärkere Lichtmaschine als die Originale einbauen willst, beachte was die Keilriemen übertragen können. Dazu wurde hier im Forum schon mal was geschrieben.

Christoph

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egn
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von egn » So 3. Jan 2021, 10:31

Für mich stellt sich die Frage warum Du überhaupt auf 48 V gehen willst.

Nur wegen den Pylontech?

Die anderen Komponenten gibt es auch mit 24 V.

Warum das Batteriesystem nicht aus EInzelkomponenten selbst bauen?

Günstige Bezugsquellen wurden schon genannt. Und wenn man das selbst gebaut hat dann kann man auch unterwegs eingreifen. Man kann dann auch etwas mehr einbauen. Ich habe 25 kWh, so dass wir auch etwa eine Woche ohne Energiezufuhr stehen können. 10 kWh, die derzeit noch mit Akkus aus Tütenzellen aufgebaut sind, werden demnächst durch die günstigen Zellen von Aliexpress ersetzt.

Auf der einen Seite willst Du alles redundant machen, aber auf der der anderen Seite hättest Du mit den Pylontech einen Single Point of Failure.

Ich würde auch keine 48 V Lichtmaschine zusätzlich einbauen. Das braucht man normalerweise nicht. Von Frühjahr bis Herbst reicht bei mir PV alleine aus. Die LM war in den ersten Jahren ohne PV wichtig. Heute spielt sie zumindest in der sonnigen Jahreszeit keine Rolle.

Ich würde von 24V auf 48 V wandeln und mich dazu auf Aliexpress umsehen. Wichtig ist, dass es ein Ladewandler mit Stromregelung ist. D.h. er muss den Strom selbst begrenzen und darf nicht in die Überlastabschaltung fallen. Leider gibt es von Sterling nichts passendes, sondern nur 12 V auf 48 V.

Man kann sicher 48 V machen, aber es erfordert etwas mehr Aufwand als wenn man gleich bei einem 24 V System bleibt. Meiner Meinung nach hat man durch 48 V keine signifikanten Vorteile.
Zuletzt geändert von egn am So 3. Jan 2021, 11:25, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Emil

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Sandkater
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von Sandkater » So 3. Jan 2021, 10:37

48V sind möglich, keine Frage

Es reicht nicht, eine 48 V Spanungsversorgung aufzubauen.
Das ist recht einfach.

Allerdings stelle ich mir eher die Frage: woher bekomme ich Lampen, Wasserpumpe, Kühlschrank, USB Adapter etc. her die im Koffer für die kleinen Annehmlichkeiten sorgen. 230V möchte ich im Aufbau nicht nutzen. Andere sehen das anders.
12V: lässt keine Wünsche offen, weil fast alle Großserienwomos in Deutschland so ausgerüstet werden
24V: einiges vorhanden, besonders bei Jachtausrüstern aber schon teurer
48V: ?


In meinem KAT sind vor kurzem die Akkus gestorben.
Mit 24V aus dem Aufbau über eine dort vorhandene Natodose war das Anlassen kein Problem.
Wer reisen will und auch mal jenseits der Städte länger stehen bleiben möchte sollte das bedenken.
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

Governor
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von Governor » So 3. Jan 2021, 10:54

Guten Morgen!

Das ist alles so verwirrend, wenn man das nicht auch mal in Natura sehen kann und erklärt bekommt.
Der Aufbauhersteller hat sein bevorzugtes System, das er schon kennt und einfach installieren kann ( und er gut verdient)!
Ich bin geneigt, das ganze Solar/Akku Zeug aus dem Umfang zu streichen und es dann in Ruhe und in Eigenregie aufzubauen.
Grüsse aus Oberkochen,
Edgar

Governor
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von Governor » So 3. Jan 2021, 11:02

Ich möchte komplett auf 230V gehen, denn die verfügbare Sicherheitstechnik ist super.
Und alles ist für 230V (fast) weltweit verfügbar.
Grüsse aus Oberkochen,
Edgar

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egn
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von egn » So 3. Jan 2021, 11:06

Unser System ist so aufgebaut, dass man im Normalbetrieb ohne 230 V auskommt, also die Wechselrichter abgeschaltet werden können. Tatsächlich ist es aber so dass einer der Wechselrichter im Sommer durch läuft, weil immer PV Überschuss vorhanden ist. Er versorgt dann auch die Heizpatrone für das Warmwasser. Das wollte ich auch mal auf DC umbauen, aber es lohnt sich nicht wirklich.

Es gibt keinerlei direkte Verbindung zwischen dem externen Stromanschluss und dem internen 230 V Netz. Das externe Netz geht nur bis zu den Ladegeräten mit einem Spannungsbereich von 80 - 260 V und diese Laden dann die 24 V Batterien. Die Ladestromstärke ist individuell einstellbar, so dass auch ein Laden an einem schwachen Stromanschluss möglich ist.

Alle Funktionen wie Netzladen, PV-Laden, Wechselrichter, Batterien, Verkabelung, ... ist mindestens doppelt vorhanden. Es werden keine Kombigeräte verwendet. Jeder der 230 V Verbraucher kann individuell auf einen Wechselrichter geschaltet werden. Von jeder Komponente kann eine ausfallen und trotzdem ist noch ein weitgehend ungestörter Betrieb möglich.

Vor der Umrüstung auf LiFePO4 brauchte ich auch für 12 V keinen extra Wandler, sondern das haben nebenbei Balancer übernommen. Heute gibt es einen 24/12 V Wandler der die wenigen 12 V Geräte versorgt. Einige der 12 V Geräte, wurden mit kleinen DC/DC Wandlern auf 24 V umgerüstet.

Alles wurde über Reihenklemmen realisiert damit man flexibel neu verkabeln kann.

DC-Control-Panel.jpg
DC-Control-Panel-Front.jpg

Heute könnte man auch ein Bussystem einsetzen. Allerdings würde ich das aus Gründen der Wartbarkeit nicht machen. Man braucht keinen Computer zur Diagnose sondern nur ein Multimeter.
Zuletzt geändert von egn am So 3. Jan 2021, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Emil

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fun-ski
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von fun-ski » So 3. Jan 2021, 11:16

Governor hat geschrieben:
So 3. Jan 2021, 10:54
Ich bin geneigt, das ganze Solar/Akku Zeug aus dem Umfang zu streichen und es dann in Ruhe und in Eigenregie aufzubauen.
Moin
finde ich nicht die schlechteste Idee, hat den großen Vorteil das du deine Anlage genau kennst.
Du weisst genau wo deine Kabel liegen und kannst auch nachträglich Änderungen( Verbesserungen) vornehmnen.
Durch den Bau meines zweiten Koffers haben sich doch einige Aspekte gegenüber der ersten Version geändert. ( Lerneffekt) :doh:
Gerade beim Solar tun sich etliche Aufbauer doch schwer , das ganze in Haustechnik zu verbauen.
Das ganze Camping Material ist unterdimensioniert und schweine teuer.
Ich habe einen ganz normalen Haushalts Kühlschrank drinnen, wenn der nicht mehr tut, raus damit ,in den nächsten E-Laden und zum kleinen Preis einen neuen rein.
Licht, Heizung, Pumpe läuft auf 24V.
Warmwasser auf 220V, gespeist über Wechselrichter, Gesteuert über den Battriecomputer, d.h ich verheize überschüssigen Solarstrom, mit der Optin auch manuell von der Batteriebank zu entnehmen.
Der fernseher kommt aus dem Camping Bereich mit 12V vom kl. Wandler( Gibt es heute auch schon in 24v)
Kochen und Backen mit Gas

Viel Erfolg mit deinem Projekt
wer Rechtschreibfehler findet darf Sie behalten!
Gruß
Dirk

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egn
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von egn » So 3. Jan 2021, 11:21

Governor hat geschrieben:
So 3. Jan 2021, 11:02
Ich möchte komplett auf 230V gehen, denn die verfügbare Sicherheitstechnik ist super.
Und alles ist für 230V (fast) weltweit verfügbar.
Bist Du Elektrofachkraft?

Wenn nein, dann beschäftige Dich schon mal mit der Netzart und dem dazu gehörenden Personenschutz bei Fahrzeugen mit Niederspannungsnetz.

Welche Gefährdungen sind während der Fahrt mit aktivem 230 V Netz vorhanden?

Im Normalbetrieb ist die Gefahr beherrschbar, aber was ist bei einem Unfall, oder wenn es z.B. einen Wasserschaden gibt?

Das alles vereinfacht sich wesentlich wenn man nur Kleinspannung bis 48 V verwendet.
Zuletzt geändert von egn am So 3. Jan 2021, 11:48, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Emil

midlifecrisis
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von midlifecrisis » So 3. Jan 2021, 11:25

Den KAT auf 48V umbauen?
Das wäre sehr dämlich.

48V im Aufbau habe ich nur gemacht weil die Gesamtlösung in meinem Fall günstig war. Wir nutzen aber auch zu 90% 230V.

Nochmal:
Eine 48V System in ein Auto zu bauen ist weder besonders clever noch besonders cool. In meinem Fall hat es - für mich - Sinn gemacht.
Ich beantwortete gerne Fragen dazu, aber wer diesen Sinn selbst nicht erkennen kann, der sollte davon die Finger lassen...

@emil
Das mit der fehlenden Redundanz stimmt nicht.
Ich habe z. B. 7 Stück 3,6kWh verbaut.
Wenn da ein Modul ausfällt ist das kein Problem.


Zur Lima und zum Verbrauch:
Derzeit kann ich die Akkus nicht beim Fahren laden.
Vermutlich werde ich das Thema irgendwann angehen.

Wir haben 25kWh Speicher und 2400Wp PV.
Wir haben einen großen Liebherr Haushaltsküli mit 3 Gefrierschubladen, wir kochen mit Induktion, nutzen oft eine Backofen-- Mikrokombi. Teilweise machen wir auch das Brauchwarmwasser für den 30L Boiler mit Strom.

Was soll ich sagen:
Also wenn der Man von Bliss euch erzählt, das man seine Dose 5 Tage voll in einer Tiefgarage Betreiben kann, dann lügt er euch an... Die wollen auch mit Strom Heizen...

Im Sommer alles kein Problem (PV Ertrag bis zu 8x höher als im Winter). Im Winter reicht es nicht, nicht bei uns. Wenn die Sonne ein bisschen dazu scheint, dann reicht es ne Woche ohne Campingplatz mit Steckdose oder einen Tag lang mit dem Moppel nachladen.

Wir sind seid 3 Monaten unterwegs und verbringen den Winter grad - mangels Optionen - in Griechenland. Es ist noch warm, aber es ist trotzdem Winter und die Sonne steht flach. Die 2400W auf dem Dach kann ich imm Sommer wirklich sehen. Jetzt sehe ich 400 bis 1200 für kurze Zeit...

Allerdings verbraten wir den Strom auch ordentlich.
Der große Kühli
Morgen Kaffewasser und ggf. Was aufbacken.
Mittags kocht meine Frau gerne und gut.
Die letzten Wochen haben wir öfters gebacken, aber auch sonst machen wir gerne ein eigenes Brot.
2 Erwachsene und 5 kurze...

Also es geht viel, aber man darf keine Wunder erwarten.
Mir begegnet gefühlt jede Woche so ein "12V Elektriker" der seine Akkus geschrottet hat weil er weder rechnen kann, noch ein Gefühl dafür hat was raus und rein geht...

Markus

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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von egn » So 3. Jan 2021, 11:45

Markus, Deine Erfahrungen decken sich vollständig mit unseren.

Ich habe noch die die LM als Quelle. In den ersten 5 Jahren ohne PV war das die einzige Quelle. Die LM bring bei uns mit 1 h Fahrt einen Tagesverbrauch. Aber das hat auch völlig ausgereicht, wenn man alle paar Tage mal gefahren ist.

Der Hauptverbraucher ist wirklich der Kühl-/Gefrierschrank.

Bei uns sind das im Sommer 2 - 3 kWh/Tag. Man muss dafür sorgen dass die Wärme des Kühlschranks gut abgeführt wird, am besten nach draußen, wenn es dort kühler ist als im Innenraum. Nach draußen wollte ich nicht wegen Staub, aber zumindest wird durch zusätzliche Lüfter ein Wärmestau verhindert.

Und natürlich sollte man einen Batteriecomputer haben, damit man auf Mangelsituation rechtzeitig reagieren kann.
Gruß Emil

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stahlma
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von stahlma » So 3. Jan 2021, 11:51

Hallo zusammen,

ich verstehe die Diskussion nicht so ganz. Der einzige Vorteil von 48V sind doch die niedrigeren Ströme bei hohen Inverterlasten. Das ist jedoch nur bei Inverterlasten jenseits der 10kW relevant. Dem stehen eine Reihe von Nachteilen gegenüber:
  • Zusätzliche Kosten für 24/48V DCDC und oder 48V Lima. Zugegeben, bei Li-Ion Batterien muss in jedem Fall ein DC/DC für die Aufbauladung aus der Lima rein
  • Keine Startmöglichkeit aus Aufbaubordnetz
  • Zusätzlicher 48/24V DCDC benötigt
230V im Fahrbetrieb halte ich nicht für kritisch, wenn das mit einem FI-Schalter sauber installiert ist.

Ebenso habe ich mit den Industriesolarpanels gute Erfahrungen gemacht: Mit Winkeln auch an den Seiten abgestützt halten diese bei mir jetzt schon 5 Jahre ohne irgendwelche Probleme.

Viele Grüße

Martin

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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von midlifecrisis » So 3. Jan 2021, 12:27

stahlma hat geschrieben:
So 3. Jan 2021, 11:51
Hallo zusammen,

ich verstehe die Diskussion nicht so ganz. Der einzige Vorteil von 48V sind doch die niedrigeren Ströme bei hohen Inverterlasten. Das ist jedoch nur bei Inverterlasten jenseits der 10kW relevant. Dem stehen eine Reihe von Nachteilen gegenüber:
  • Zusätzliche Kosten für 24/48V DCDC und oder 48V Lima. Zugegeben, bei Li-Ion Batterien muss in jedem Fall ein DC/DC für die Aufbauladung aus der Lima rein
  • Keine Startmöglichkeit aus Aufbaubordnetz
  • Zusätzlicher 48/24V DCDC benötigt
230V im Fahrbetrieb halte ich nicht für kritisch, wenn das mit einem FI-Schalter sauber installiert ist.

Ebenso habe ich mit den Industriesolarpanels gute Erfahrungen gemacht: Mit Winkeln auch an den Seiten abgestützt halten diese bei mir jetzt schon 5 Jahre ohne irgendwelche Probleme.

Viele Grüße

Martin
NEIN :mrgreen:
Es gibt technische Vorteile - wie die kleineren Ströme IN in der Theorie. Aber in der Praxis ist das bei den paar Meter Kabel nicht relevant.

Der Einzige Vorteil war in meinem Fall der Preis.
Ich wollte die 48V nicht haben. Ich finde 24V die technisch bessere bzw. kompatibler Lösung.

Es ist in meinem Fall nur der Preis gewesen, sonst nix.

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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von midlifecrisis » So 3. Jan 2021, 12:34

stahlma hat geschrieben:
So 3. Jan 2021, 11:51
Keine Startmöglichkeit aus Aufbaubordnetz
Ist bei Lithium grundsätzlich zu bezweifeln.
Die mögen keine hohen Ströme, das sind keine Starterbtterien.
Ich denke mal wenn du deinen Anlasser an deine Mastetvolts hängst, dann wird der Akku deinem Anlasser in Form eine roten Lämpchen den Mittelfinger zeigen...

Was in jedem Fall geht, ist die Starterbattieren mit einem 230V Ladegerät nachladen.

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stahlma
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von stahlma » So 3. Jan 2021, 12:37

midlifecrisis hat geschrieben:
So 3. Jan 2021, 12:34
stahlma hat geschrieben:
So 3. Jan 2021, 11:51
Keine Startmöglichkeit aus Aufbaubordnetz
Ist bei Lithium grundsätzlich zu bezweifeln.
Die mögen keine hohen Ströme, das sind keine Starterbtterien.
Ich denke mal wenn du deinen Anlasser an deine Mastetvolts hängst, dann wird der Akku deinem Anlasser in Form eine roten Lämpchen den Mittelfinger zeigen...

Was in jedem Fall geht, ist die Starterbattieren mit einem 230V Ladegerät nachladen.
Nein, das ist nicht richtig. Die MV haben 500A kontinuierliche Abgabe und 1800A Peak für 10s. Da ich 2 habe verdoppeln sich die Werte und Starten ist somit kein Problem...

christian089
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von christian089 » So 3. Jan 2021, 13:18

@ Christoph:
Danke für die Info. Das war mir nicht bewusst, dass nicht die volle A-Zahl abgerufen werden muss. Leider werde ich höhere Lade-Stromstärken brauchen, weil ich irgendwo zwischen 10 kWh und 15 kWh Speicher verbauen muss.

@ Emil:
Pylontech war ein Beispiel. Auch andere Hersteller haben 48V Batterien bei denen die kWh deutlich günstiger ist als bei 24V. Selber bauen traue ich mir absolut nicht zu und würde es nur vom Profi machen lassen. Das wäre dann aber bei einer "kleinen" Abnahmemenge auch nicht günstiger.

@ Sandkater:
Ich möchte im Aufbau ein 230V Netz aufbauen, weil 95% meiner Verbraucher auf 230V sind und ich die restlichen Verbraucher wandeln kann. Ich kann verstehen, dass man 12V oder 24V nutzt, wenn die Verbraucher entsprechend sind.

@ All:
Die ganze 48V Geschichte bin ich auch nur wegen der Bettarie-Preise angegangen. Bei den Preisen und meinem Bedarf (10 kWh und 15 kWh) lohnt es sich durchaus sich da mal Gedanken zu machen. Wenn die Nachteile überwiegen, und danach sieht es für mich aktuell aus, hat man zumindest etwas gelernt :) Ich sehe die Probleme auch und sie wurden von euch nochmal bestätigt. Wahrscheinlich werde ich dann wohl in den sauren Apfel beißen müssen und einige kEuro in 24V Batterien investieren.

Das 230V Netz ist aber fix. Das macht für mich absolut Sinn. Ich werde das alles aber natürlich nicht selbst umsetzen. Ich bin kein Elektrofachmann. Im ersten Schritt muss man aber wissen was man will. Da kann einem kein Dienstleister wirklich dabei helfen.

Danke euch für den Input!

VG
Christian

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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von midlifecrisis » So 3. Jan 2021, 13:41

@Christian
Ich wollte da jetzt nicht schwarzmalen.
Mein Auto ist der Beweis dafür, dass es möglich ist.

Ich vermute, dass ich der erste war der das gemacht hat.
Es gibt ja schon immer in den Foren diesen 12V/24V Krieg. Dann kommt der kleine dicke ahnungslose Neuling und erzählt was von 48V...

Wenn du das machen willst, und du Fragen hast, dann helfe ich dir gerne. Du kannst dir auch gerne mein Auto ansehen. Oder ich mach mal ein Video zu dem Thema. Soll mein Frau dann auf Insta packen oder ich Schick es dir per WhatsApp.

Ich will nicht überheblich rüberkommen wenn ich beim Thema Strom manchmal den Zeigefinger hebe. Mann kann alles lernen, ging mir ja auch so. Es gab unter anderem hier sehr viele geduldige Menschen denen ich sehr viel neues Wissen verdanke das für mich sehr wertvoll ist.

Die Sache ist die.
Wenn man es richtig macht, dann wird das gut und sicher. Wenn nicht, dann wird es gefährlich (tödlicher Stromschlag, Brand)

Beides Gefahren die in so einem Auto nicht ohne sind.
Und wenn ich mir mache Kisten so ansehe, dann wundert es mich, dass die nicht öfters abfackeln...

Die 10kWh von deinem Aufbauhersteller für 9k finde ich nicht übertrieben. Würde ich es gewerblich machen, dann wäre ich sicher teurer... Wenn was ist, dann kannst du oder deine Versicherung ihn bei den Eiern packen...

Wenn ich dir was erzähle, dann...




@Martin
Danke für die Info.
Die 48V Pylontech geben mit Werksparametern nur 50A pro Modul.

Das ist übrigens ne Wichtige Info für Nachahmer.
Wird z. B. Ein dicker 5KW WR an nur einem Pylontech Akku betrieben, dann geht das nicht, der geht in dem Moment auf Störung wenn der WR beim einschalten seinen Zwischenkreis lädt.

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Sandkater
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von Sandkater » So 3. Jan 2021, 15:34

midlifecrisis hat geschrieben:
So 3. Jan 2021, 12:34
Was in jedem Fall geht, ist die Starterbattieren mit einem 230V Ladegerät nachladen.
Das habe ich versucht, Fehlanzeige.
Die Akkus haben den Strom nicht mehr gespeichert.
Da half nur noch Fremdstart (aus dem Aufbau).
When you are going through hell, keep going.
Winston Churchill

Governor
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Re: Elektroplanung mit 48V und 230V

Beitrag von Governor » So 3. Jan 2021, 16:45

Ihr macht es einem nicht einfach, den Sachverhalt zu verstehen.
Es prasseln so viele Informationen auf einen herein... Die muß man erst sortieren und klassifizieren.

Eigentlich bin ich nur wegen diesem Forum überhaupt dazu gekommen, mich mit dieser Thematik zu beschäftigen.
Mein Aufbauer will sechs Flexmodule mit je 150W aufs Dach machen... wenn ich jetzt lese, dass die 400W Module auch
auf Fahrzeugdächer taugen, kommen mir langsam Zweifel.

@Markus: An wen ist Dein Angebot mit der Fahrzeugbesichtigung gerichtet?

@Emil: Als "Elektrofachkraft" würde ich mich nicht offiziel bezeichen, da ich Maschinenbau Ing. bin.
Ich verstehe aber einiges davon und habe eine "Elektro"-Firma ohne "Elektrofachkräfte". ;)
Grüsse aus Oberkochen,
Edgar

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