Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

AndreasE
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Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von AndreasE » Mo 14. Apr 2014, 15:43

Die Profis werden über so profane Dinge wie Reifen wechseln kein Wort verlieren, bei mir kommt es nicht allzuoft vor 2.500 kg Reifen an einem Tag zu bewegen.
(Ich bin im Urlaub, hab also Zeit für einen langen Post)

Einleitung

Im Grunde genommen ist ein KAT ein günstiges Auto. Da es scheinbar eine höhere Angebotsmenge als Nachfragende gibt, sind die Ankaufpreise durchaus im Bereich des Leistbaren. Dieser - zuweilen im hiesigen Haushalt als Begründung verwendete - Argumentationslinie liegt ein kleiner Passus in der jeweiligen Geschichte zu Grunde: Solange er nicht gefahren wird. :)

Wird er bewegt, kommen neben der Anschaffung einige neue Kostenarten dazu:
1) Betriebsstoffe: Ein Kostverächter an diversen flüssigen Nährstoffen ist er wahrlich nicht
2) Manche E-Teile gibt es relativ günstig, andere Neuteile sind jenseits von Gut und Böse einzuordnen
3) Die notwendige logistische Infrastruktur die zu einem freudvollen, weil unbeschwerten Umgang mit dem Kleinen notwendig ist. Die Kollegen aus dem Speditionsgewerbe tun sich hier naturgemäß leichter als Bürohengste, für die ein Krächer, ein kleiner Luftkompressor und ein Nassstaubsauger schon "serious stuff" ist.
4) Die "Schnäppchenketten", die oft fast "unvermeidlich" sind. Da geht wegen ein paar Teilen shoppen und sieht etwas "wahnsinnig" wichtiges, und noch dazu zu einem unglaublich günstigen Preis. Leider braucht es für die zweckentsprechende Verwendung oft noch andere Teile, die man später dazuerwerben will und möchte. Oft leider alles anderes als ein Schnäppchen. Aber man das originale Schnäppchen ja schon hat, somit wäre es doch suboptimal, wegen dem Nichtkauf des ergänzenden Teiles das erste Teil nicht zu verwenden. Ein Teufelskreis, nicht? Findet man dann endlich das fehlende Teil, ergibt sich oft die nächste Occasion. Und so weiter und so fort. (Über ein paar meiner Schnäppchenketten schreib ich mal gesondert)

Zum eigentlichen Thema - Dem Reifenwechsel:

Letztes Wochenende war Frühjahrsputz angesagt und die 3 kamen einstweilen etwas an die frische Luft. (Hohe Aufl.)
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Wie der Zufall es wollte, hatte ich durch eine meiner "Schnäppchenketten" eine komplette Garnitur 16.00-20 Reifen in der Halle liegen. Komplett heißt beim 8x8 Kat 10 Stück. Auf dem rechten Stapel liegen 2 Reifen scheinbar kleinerer Dimension. In der Mite ein 14.00R20 vom KAT und auf der hellen Palette ein 365/80-20 vom Steyr 12m18. (Hohe Aufl.)
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Zuerst einmal gustiert, ob sich die zu erwartende Arbeit auch wirklich lohnt. Anprobe links vorne (hohe Aufl.)
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Ok, ich will sie mal drauf machen. :D

Dazu braucht es ein paar technischer Hilfsmittel:

Für den sportlichen, kraftstrotzenden KAT Fahrer:
  • Ein Schraubenzieher
    Ein Ratschensatz bzw Drehmomentverstärker plus in meinem Fall 27mm, 30mm, und 32mm Nüsse
    Zwei Steckhülsen um die Gewinde der Radbolzen zu schützen
    Plus 2 Reifenmontierhebel der Bundeswehr, dazupassend zu den Hülsen
    Wagenheber
Für einen alternden Bürohaudegen wie mich gibt es noch ein paar technischen Hilfsmitteln, die einem die Arbeit deutlich erleichtern (sprachen wir nicht von Schnäppchenketten ? :) ):
1) Ein LKW Schlagschrauber
2) Ein zu (1) passender Kompressor (mind. 50-100lt Kessel und 4-500 lt/min Leistung)
3) Ein 2 Tonnen Bergegurt (8 Meter)
4) Eine Malerstaffel
5) Ein Gabelstapler (um diese verd. Dinger herzuräumen und die anderen Reifen wieder wegzuräumen ohne daß einem das Kreuz abreisst)
6) Ein Drehmomentschlüssel mit einem Bereich der 500nm umfasst

Bei einem Reifenkauf vor einiger Zeit kamen mir 10 KAT Felgen von Michelin für schlauchlose Reifen über den Weg gelaufen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt zwar keine 16.00R20 XZL Reifen, aber das "Schnäppchen" für die Felgen konnte ich mir nicht entgehen lassen. Also hab ich kurzerhand zu meinen 10 Stk 14.00R20 Reifen, weswegen ich zum Händler fuhr, noch zusätzlich 10 Felgen auf den Anhänger gepackt. Die Felgen sind aus Stahl.
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Die Originafelgen des KAT haben bei den 10 Bolzenlöchern konische Ausnehmungen zur Radzentrierung. Die Michelinfelgen für die schlauchlosen Reifen sind hingegen flach. Da ich immer wieder von der Problematik der Felgenzentrierung schlauchloser Felgen auf den KAT 1 Achsen gelesen habe, ging ich das Thema recht einfach an. Die Bolzen sind M22, die Bolzenlöcher in den Michelinfelgen sind 25.3 - 25.5mm groß. Ich habe einfach ein Standard Edelstahlrohr gekauft, Außendurchmesser 25mm, Wandstärke ist Standard 1.5mm und von einem Schlosser in 10mm lange Stücke schneiden lassen. Die Felgen sind 11mm stark, somit behindert der Distanzring nicht die Muttern. Nachher ist man jedoch immer klüger. Die Michelinfelgen passen perfekt auf die KAT 1 Achsen und die Distanzringe wären nicht notwendig gewesen. Da ich sie schon hatte, verwendete ich pro Felge trotzdem 4 Stück.
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Hier ist noch ein Bild von den Radbolzenhülsen. Ich wüßte nicht, wie man als Otto-Normalverbraucher ohne diese Hülsen die Reifen für die Gewinde zerstörungsfrei abmontieren und montieren könnte. Man braucht 2 Stück.
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Das Reifen wechseln hat den Vorteil, daß man die Bremstrommeln und andere Dinge, die sonst gut vom Reifen abgedeckt sind, endlich mal reinigen kann. Viel Staub und Sand hat sich überall gesammelt (sorry, wenn ich so ein schmutziges Auto herzeige ;) ) (hohe Aufl.)
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(hohe Aufl.)
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Ein bißchen Wasser und Bürste lässt sogar wieder etwas grüne Farbe zum Vorschein kommen (hohe Aufl.)
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Wenn man beim 8x8 Reifen von den nicht gerade zierlichen 14.00R20 auf die doch etwas größeren" 16er durchführt, hat man genügend Gelegenheit sich Optimierungen der Montage zu überlegen und es beim nächsten Rad sich einfacher zu machen. Eine dieser Optimierungen addressiert das Problem, daß der Reifen auf die Bolzen flutschen sollte, es aber oft nicht tut. Alleine das Rad dan doch noch dazu zu überreden weiterzumachen ´geht ordentlich auf die Kondition. Bis es mir zu blöd wurde und ich einen Gurt zur Hilfe nahm. Mit einem kleinen Gestell die "Rutschbahn" in Position gehalten und dann mit dem Gurt den Reifen überredet, sich der Achse anzunähern. Ggü diesem Argument hatte auch der 16er nichts einzuwenden. Geht "ratschen"einfach :) (hohe Aufl.)
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So sieht es auf der Gegenseite aus
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Nebeneinander montiert sieht man doch den Größenunterschied. (Die gewählte Perspektive hilft bei diesem Bild zusätzlich) (hohe Aufl.)
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Hier das fertige Werk, gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang (Gereinigt wird er noch als Phase 2 des Frühjahrputzes):

hohe Aufl.
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hohe Aufl.
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hohe Aufl.
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Die anderen Details und "Lessons learned" lass ich jetzt mal lieber weg. Ich vermute auch, daß die Arbeit zu zweit deutlich leichter und schneller geht.

Liebe Grüße,
Andy

waYne
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von waYne » Mo 14. Apr 2014, 19:48

16er stehen dem 10to verdammt gut :mrgreen:

Werd ich hier als Ketzer verbrannt, wenn ich zugebe, das der 12m18 auch irgendwie verdammt schick ist?

Rainmaster
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von Rainmaster » Mo 14. Apr 2014, 21:45

waYne hat geschrieben:16er stehen dem 10to verdammt gut :mrgreen:

Werd ich hier als Ketzer verbrannt, wenn ich zugebe, das der 12m18 auch irgendwie verdammt schick ist?
Es iss awwa kään KAT.......


Ich hab da wegen der 16er ein paar Fragen.

Was hast Du für die Reifen bezahlt?

Sind die Felgen die gleichen wie bei den 14er?

Wie sieht es mit der Eintragung aus?

ich bin da auch schon mit dem Gedanken am spielen.....

AndreasE
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von AndreasE » Di 15. Apr 2014, 14:05

waYne hat geschrieben:16er stehen dem 10to verdammt gut :mrgreen:
Werd ich hier als Ketzer verbrannt, wenn ich zugebe, das der 12m18 auch irgendwie verdammt schick ist?
Danke :)

Zum Steyr 12m18:
Das ist der jüngste Zugang in meinem LKW-Stall. Gedacht und gekauft für lange Reisestrecken, dann mit einer Zeppelin FM2 hinten drauf die gerade umgebaut wird. Ich war vor 10 Tagen damit zum ersten Mal im Sand spielen, einfach um Erfahrung zu sammeln - erstens mit dem Fahrzeugtyp an sich aber auch mit meinem eigenen Exemplar. Ob alles dicht ist und unter Belastung funktioniert.

Ein paar Erfahrungen im Vergleich zum 8x8 (Ich weiß es ist der berühmte Äpfel/Birnen Vergleich, aber einen KAT 4x4 habe ich derzeit keinen). Anyway, ich vergleiche halt was ich habe. Der Steyr ist auf der Autobahn das angenehmere Reisefahrzeug, er ist leiser als der KAT (wobei das Profil der MIL Reifen den Ton angibt). Würde man ein weniger grobstolliges Profil wählen ist eine normale Unterhaltung mit dem Beifahrer bei 100 km/h sicherlich möglich. Topspeed mit den jeweiligen Serienreifen: 92 km/h mit dem KAT, 105 km/h mit dem Steyr. Spritverbrauch bei Vollgas: 50 lt/100km mit dem KAT, ca. 22-23 lt/100km mit dem Steyr. 1-2 lt weniger Verbrauch sollte beim Steyr noch möglich sein wenn man das Fahrzeug auf 14.00R20 Reifen umstellt. Ich habe diese Größe in den Papieren eingetragen aber noch keine günstig gefunden - kommt noch.

Wenn man von der Autobahn auf die Landstraße wechselt wird der Unterschied deutlich größer. Der Steyr fährt sich wie ein PKW, liegt souverän auf der Straße, die hohe Sitzposition tut ein übriges um ein gefühltes flottes und angenehmes Fortkommen zu ermöglichen. Die Handlichkeit und Agilität auf kurvenreichen Strecken ist eine andere Klasse als beim KAT (klar, ist ja ein langer KAT). Es macht Freude viele km im gemischten Straßenbetrieb runterzuradeln.

Wie gesagt, ich war in einem Sandgebiet (Wüstensand) und bin das ganze stufenweise angegangen. Erster Eindruck - mein permanenter Allradantrieb beim Steyr ist defekt. Das erste Sandfeld, eines daß ich beim 8x8 nicht einmal ignoriere, ließ den Steyr steckenbleiben. Die nicht beladene Hinterachse bekam das ganze Drehmoment, drehte durch und der Vorderradantrieb bekam nichts ab. Erste Lektion: Bei einem leeren 12m18 ist das sperren des Mitteldifferentials keine Option sondern Pflicht. Die nächste Aktion Luft ablassen: Von den 5.5 bar vorne und 5.8 bar hinten ging ich auf 3.2 bar rundherum runter. Effekt: Vernachlässigbar. Zahlt sich den Aufwand nicht aus.

Im nächsten Schritt ging ich auf 4x 2 bar runter und siehe da - Bingo. Endlich stellt sich der gewünschte Vortrieb ein. Es ist von Vorteil, daß der 12m18 serienmäßig 3x 100% Sperren hat, denn die braucht man ggü dem KAT viel öfter. Aber mit dem geringeren Luftdruck ging es auf einmal ganz gut. Ich vermute auch, daß der systemimmanente Nachteil der 80er "Niederquerschnittsreifen" des Steyr zum tragen kommt.

Die fehlende Wandlerschaltkupplung hat Vor- und Nachteile:
Vorteil: Man kann den Steyr 10 min lang einen Hang hinaufbaggern lassen wenn noch die Spur eines Vortriebes da ist. Da würde beim KAT sehr bald die Hitzewarnung für den Wandler kommen (ca. 60-90 sec unter voller Last)
Nachteil: Man schaltet viel häufiger im Gelände mit den damit verbundenen Kraftunterbrechungen. Durch das Doppel-H Getriebe ist man in der Geländeuntersetzung (im Verteilergetriebe) oft gezwungen beim Wechsel vom 5ten in die 4te die Gruppe umzuschalten. Das dauert viel länger als ein einfacher Gangwechsel im 4er Gangblock und führt im Hang unweigerlich zum Stillstand. Damit fällt das - motorisch mögliche - Schwung holen im 6 oder 7ten Gang weg, da im Hang die Gruppe umgeschalten werden muß. Und im 4ten in den Hang fahren ist bei 20 km/h nicht wirklich eine schwungvolle Aktion. Da ist der KAT viel bequemer und einfacher zu fahren - "stressfreier".

Zur Fahrdynamik:
Wenn man so auf der "Weichsandpiste"dahingondelt, dann ist der 8x8 in seinem Element. Fast wie die Wogen eines Schiffes auf den Wellen, unglaublich sanft ist das eintauchen in die nächste halbmeter tiefe Bodenwelle. Ist es mehr (1m) dann lupft man halt entsprechend das Gas im rechten Moment und zieht darüber hinweg. Anders im Steyr. Der Zweichaser schaukelt sich viel früher auf und es ist recht aufwendig gerade jenes Tempo bei der gegebenen Geländeformation zu finden, so daß die Schaukelresonanz minimiert wird. Um es in Zahlen auszudrücken: Wenn bei dieser Form der Piste die ich fuhr vergleiche, dann ist die Besatzung des Steyr bei 20km/h schon ordentlich geschüttelt. Der KAT ist mit seinen 50 km/h eher von der Motorleistung beschränkt. Die beiden Fahrzeuge repräsentieren hier zwei unterschiedliche Welten. Fährt man den KAT vom Steyr kommend, wird er vermutlich ob des Weichei am Lenkrad müde lächeln. Ist man den KAT gewohnt und steigt am Steyr um, fliegt zuerst einmal alles durch die Gegend bis man realisiert hat, hoppala ich muß anders denken und lenken :D

Zur Lenkbarkeit:
Die 2 Vorderachsen am KAT führen das Fahrzeug im Schräghang und Sand viel länger in die vom Fahrer vorgegebene Richtung als beim Steyr. Dort war ich oft schon am Anschlag und der 12m18 fuhr noch immer geradeaus. Muß man sich umstellen.

Anders ausgedrückt:
Dem 8x8 KAT sind Löcher im Gelände weniger problematisch als enge Kurvenradien, beim Steyr ist es genau umgekehrt.

Der KAT ist zum "spielen" im Gelände mein Favorit, der Steyr wird es als Reisefahrzeug werden.

Zum Abschluß noch ein paar Bilder zum Steyr

hohe Aufl.
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hohe Aufl.
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hohe Aufl.
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Hier mit dem FM2 Shelter (auf der normalen Ladebrücke)
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und zu guter letzt - der KAT im Weichsand :)
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... man mag sich gar nicht vorstellen, was jetzt alles mit den 16er gehen wird....
Aber das werde ich bald ausprobieren :)


Liebe Grüße,
Andy
Zuletzt geändert von AndreasE am Di 15. Apr 2014, 14:35, insgesamt 1-mal geändert.

AndreasE
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von AndreasE » Di 15. Apr 2014, 14:32

Rainmaster hat geschrieben:Ich hab da wegen der 16er ein paar Fragen.
@Rainmaster: Du hast eine PN.

Liebe Grüße,
Andy

holger
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von holger » Di 15. Apr 2014, 16:33

hallo andy,

lieben dank für deinen schön geschriebenen vergleich. da spürt man aus der ferne irgendwie
mit und hat ein gefühl der Landschaft unter dem hintern. da greift der Wunsch auch
zu fahren und erleben. habe jetzt auch lust auf sandbuddeln. ich beglückwünsche dich zu dem talent.

die bilder finde ich auch ziemlich klasse gemacht, die Farben kommen so lebhaft rüber,
mit welcher Kamera machst du die denn?

liebe Grüße

holger

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noxmortis
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von noxmortis » Di 15. Apr 2014, 17:24

Bei den Bildern stört aber immer etwas die Plastik Nummernschildhalterung.. ;-)

waYne
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von waYne » Di 15. Apr 2014, 18:00

Hey Andreas!

Vielen vielen Dank für die ausführliche Beschreibung des Steyr. Allein von der Beschreibung her doch ein sehr interessantes Fahrzeug!

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Powerkat
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von Powerkat » Mi 16. Apr 2014, 00:28

Die fehlende Wandlerschaltkupplung hat Vor- und Nachteile:
Vorteil: Man kann den Steyr 10 min lang einen Hang hinaufbaggern lassen wenn noch die Spur eines Vortriebes da ist. Da würde beim KAT sehr bald die Hitzewarnung für den Wandler kommen (ca. 60-90 sec unter voller Last)

das wäre dann aber kein Nachteil vom Wandler sondern schlicht weg ein Bedienfehler vom Fahrer ! Denn dann war der Gang schlicht weg zu groß und er wurde nicht überbrückt...Der Kat hat kein Automatikgetriebe ! der Wandler ist ein reiner Anfahr und Rangierwandler, die Gangwahl muß so erfolgen das der Wandler in kurzer Zeit überbrückt wird....natürlich kann es eine Situation geben, in der er eine Steigungserklimmung im letzten Moment nicht mehr gewachsen ist und vor dem Absterben in den Wandler schaltet und die kuppe dann doch noch erklimt, aber in der Situation wäre dann der Steyer bereits abgewürgt bzw. man hätte schalten müssen, also ist der Wandler hier ein klarer Vorteil, und wenn man fast den ganzen berg bereits im Wandler besteigt, war schlicht weg der Gang von vorn herein zu groß ! Schwung holen hin oder her....Er hat nicht um sonst 6 synchronisierte Gänge und eine luftunterstützte Kupplung - damit auch regelmäßig im optimalen Gang geschaltet werden kann...sonnst hätte man ihm auch nur ein dreigang getriebe verpassen können mit Rückwärts, langsam und schnell....

Marcel
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Die Werkstatt für den KAT , Beratung-Reparaturen-Umrüstungen-Teile

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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von AndreasE » Mi 16. Apr 2014, 01:08

Marcel,
unterhalb des ersten Ganges habe ich nichts mehr. Kombiniert mit der passenden Steigung kommt der 8x8 in diesen Situationen nicht in den Drehzahlbereich daß er überbrücken kann. Meines Wissens nach hat der A1 eine größere Spreizung im Getriebe, die bei langen Bergaufpassagen die Fahrt nach oben einfacher macht.
Wie oben beschrieben und da gebe ich dir vollinhaltlich recht ist der Wandler in den meisten Fällen das angenehmere weil flexiblere Kraftübertragungselement im Gelände.

Liebe Grüße,
Andy

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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von AndreasE » Mi 16. Apr 2014, 01:33

noxmortis hat geschrieben:Bei den Bildern stört aber immer etwas die Plastik Nummernschildhalterung.. ;-)
Ich verliere im Gelände recht oft die Kennzeichenhalterungen, Plastik ist günstiger :)
Außerdem ist der 8x8 auf Wechselkennzeichen und das Wechseln geht bei den Plastikhaltern schneller.
waYne hat geschrieben:Hey Andreas!
Vielen vielen Dank für die ausführliche Beschreibung des Steyr. Allein von der Beschreibung her doch ein sehr interessantes Fahrzeug!
Gern geschehen.
So wie oben beschrieben ist er für mich derzeit ein guter "Kompromiss" für die beabsichtigten Langstreckenreisen.
holger hat geschrieben:die bilder finde ich auch ziemlich klasse gemacht, die Farben kommen so lebhaft rüber,
mit welcher Kamera machst du die denn?
Servus Holger,
Ich hatte nicht viel Zeit, hab nur schnell noch mein Tageswerk in Erinenrung meiner langen Arme ablichten wollen
Zum fotografieren ist eher das Licht maßgeblich, dann das Objektiv und dann erst die Kamera.
In dem Fall war die Sonne knapp vor dem untergehen (daher die rötliche Lichtstimmung im Fahrwerk, da die Sonne so flach reinstrahlen konnte)
Als Objektiv wählte ich eine längere Brennweite (200mm) mit einer offenen Blende (tw. 2.8), das "isoliert" das aufgenomme Objekt besser vom Hintergrund und erleichtert dem Auge des Betrachters das leichtere Auffinden im Bild
Die Kamera war eine Nikon Spiegelreflex mit recht hoher Auflösung. Wenn das Bild von 36 MP auf 2 MP runterskaliert wird, dann erhöht sich automatisch der Schärfeeindruck
Klingt vielleicht kompliziert, ist es aber nicht. Nur Gewohnheit. Das was wirklich zählt ist die Qualität des Lichts (deshalb braucht man zu Mittag den Fotoapparat nicht in die Hand zu nehmen ....)

Liebe Grüße,
Andy

Rainmaster
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von Rainmaster » Mi 16. Apr 2014, 21:57

AndreasE hat geschrieben:Marcel,
unterhalb des ersten Ganges habe ich nichts mehr. Kombiniert mit der passenden Steigung kommt der 8x8 in diesen Situationen nicht in den Drehzahlbereich daß er überbrücken kann. Meines Wissens nach hat der A1 eine größere Spreizung im Getriebe, die bei langen Bergaufpassagen die Fahrt nach oben einfacher macht.
Wie oben beschrieben und da gebe ich dir vollinhaltlich recht ist der Wandler in den meisten Fällen das angenehmere weil flexiblere Kraftübertragungselement im Gelände.

Liebe Grüße,
Andy

Ihr müsst den 8X8 voll beladen fahren......
Hossa, da wünschst Du Dir unterhalb des ersten Ganges noch drei weitere.
Gruß Rainmaster

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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von Zentralgestirn » Mi 16. Apr 2014, 22:18

Oh Ha,

und ich wünsche mir beim 5t mit 16er schon deutlich mehr Leistung weil der kleine Sauger die 12t Lebendgewicht in den Bergen oder im Gelände nicht mehr so stimmig und ausreichend Kraftvoll wie mit den 14er fährt. Bergstraßen im Atlas, nicht die "Kassler-Hügel", mit 20-30km/h weil die Gangsprünge zu groß sind. Er dreht in den ersten beiden gut durch. In den 3. kommste nicht, weil das schalten zu lange dauert und der Sprung zu groß ist. Mit Manuell geöffnet WÜK ging dann noch was und das hat er auch länger wie ne Minute durchgehalten, wenn es dann mit dem schalten mal nicht geklappt hat, weil der Berg doch zu steil war.

Da könnte der 10t dann noch anfälliger für sein.

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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von Rainmaster » Mi 16. Apr 2014, 22:37

Zentralgestirn hat geschrieben:Oh Ha,

und ich wünsche mir beim 5t mit 16er schon deutlich mehr Leistung weil der kleine Sauger die 12t Lebendgewicht in den Bergen oder im Gelände nicht mehr so stimmig und ausreichend Kraftvoll wie mit den 14er fährt.

Da könnte der 10t dann noch anfälliger für sein.
Ich hab ja noch nen "Kleinen" ( entschuldigung is halt so :) ), und bin immer wieder baff, wie der aus dem Stand anzieht.
Da muss ich mit dem 8X8 schon zaubern, um hinterherzukommen......

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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von Zentralgestirn » Mi 16. Apr 2014, 22:55

Wie Zauberst du denn?

Tiger im Tank?

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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von holger » Do 17. Apr 2014, 01:09

holger hat geschrieben:die bilder finde ich auch ziemlich klasse gemacht, die Farben kommen so lebhaft rüber,
mit welcher Kamera machst du die denn?
AndreasE hat geschrieben: Servus Holger,
Ich hatte nicht viel Zeit, hab nur schnell noch mein Tageswerk in Erinenrung meiner langen Arme ablichten wollen
Zum fotografieren ist eher das Licht maßgeblich, dann das Objektiv und dann erst die Kamera.
In dem Fall war die Sonne knapp vor dem untergehen (daher die rötliche Lichtstimmung im Fahrwerk, da die Sonne so flach reinstrahlen konnte)
Als Objektiv wählte ich eine längere Brennweite (200mm) mit einer offenen Blende (tw. 2.8), das "isoliert" das aufgenomme Objekt besser vom Hintergrund und erleichtert dem Auge des Betrachters das leichtere Auffinden im Bild
Die Kamera war eine Nikon Spiegelreflex mit recht hoher Auflösung. Wenn das Bild von 36 MP auf 2 MP runterskaliert wird, dann erhöht sich automatisch der Schärfeeindruck
Klingt vielleicht kompliziert, ist es aber nicht. Nur Gewohnheit. Das was wirklich zählt ist die Qualität des Lichts (deshalb braucht man zu Mittag den Fotoapparat nicht in die Hand zu nehmen ....)

Liebe Grüße,
Andy
Hallo Andy,

danke für die Erklärung. Jetzt ist mir klar, warum deine Bilder immer so gut sind :-) und ich mich immer wundere das
es anders bei mir aussieht. Liest sich so als du noch ein Hobby ausser LKWs hast. Huch, wo ist der Spruch vom Steckenpferd,
finde den nicht auf dem Kalender, war von der Schönheit ein Steckenpferd zu haben, werde ich nachreichen.

Ich freue mich über jedes schöne Bild von dir.

Du hast ein paar imposante Bilder die ich mir gerne auf A2 ausdrucken möchte, wenn du das erlaubst oder mir mit der Auflösung hilfst?
Würde ich mich freuen.

Viele Grüße und Dank
Holger

waYne
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von waYne » Do 17. Apr 2014, 07:26

Ich finde bei den Bildern schreit es eigentlich nach einem KAT-Forumskalender 8-)

holger
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von holger » Do 17. Apr 2014, 11:03

schöne Idee waYne ! :-) wäre ich da bei.

Andy, du hast so tolle Bilder, ein paar habe ich meiner Freundin gezeigt
unter dem Stichwort "Freude am Fahren", hast du noch ein öffentliches Album?

bei whitewall.de kann man auch schöne Abzüge machen lassen, stelle ich
mir gerade ein grosses Poster vor :-)

liebe Grüsse
Holger

AndreasE
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von AndreasE » Do 17. Apr 2014, 12:06

@holger,
schreib mir eine PN was dir denn gefallen hat - können wir uns dann zusammenreden.

@waYne,
wenn es um meine Bilder geht, warte lieber noch ab.
Ich habe da noch eine ganze Reihe an fotografischen Ideen für die Fahrzeuge.

zurück zum Fahrzeug:
Nachdem ich gewissermaßen die "Ehrfurcht" vor den großen Reifen verloren habe, ging ich guten Mutes an ein paar weitere Frühjahrsaktionen heran.

Ein paar Dichtungsbälge der Spurstangengelenke tauschen. Diesmal hat es mich erwischt. Wie in dem Thread von Wolfgang (woelf59) beschrieben, hatte ich diesmal widerspenstige Gelenke zu trennen. Mein bisheriger Abzieher hat sich ob der angestrengenden Aufgabe in seine Einzelteile zerlegt. Also revidierie ich meine damalig Aussage - mein Abzieher ist ein Klumpert. Daher stehe ich derzeit vor 2 Herausforderungen bei dem zweiten Längslenker der zwischen erster und zweiter Vorderachse verbaut ist. Den hinteren Gummibalg möchte ich tauschen.

Lösungsweg 1:
Ohne den Längslenker (ich meine die Spurstange von der Lenkanlage, die in Fahrzeugrichtung verbaut ist) aus dem anderen Aufnahmepunkt - dem Umlenkhebel - herauszupressen (dort hat man nicht sehr viel Platz für diese Aktion), den Metallring des Gummibalgs gleichmäßig auf das Gelenk raufpressen können. Was im komplett ausgebauten Zustand einer Spurstange relativ leicht geht, hat mich hier schon 2 verbogene Gummibalgen gekostet (nicht dre Gummi ist verbogen, sondern der darin verbaute Metallring.
Frage an Euch: Habt ihr einen Trick wie man diesen MEtallring im Fahrzeug zerstörungsfrei auf das Spurstangengelenk pressen kann?
(Der blaue Zurrgurt hielt mir bei meinen diesbezüglichen Übungen die Spurstange in Position)
Bild

Lösungsweg 2:
Die Spurstange aus der vorderen Position (auf dem zweiten Umlenkhebel) herausdrücken. Problem: Sehr beengte Platzverhältnisse, da hier der rechte Längslenker der 1.Achse genau im Weg ist)
Tipps sind hier ebenfalls willkommen.

Einstweilen habe ich halt die leichtere Übung unternommen und mit der "flotten" Abmontage der beiden Vorderräder Platz geschaffen - das geht ja mittlerweile ganz gut :)
Bild

Die innovative Spureinstellung ist ein Geheimprojekt. Ich arbeite fieberhaft daran, den Kurvenradius des 4-Achsers auf Smartniveau zu drücken. Mal sehen, ob es damit gelingt :D
Bild

Ach ja, falls jemand Interesse hat, wie weit die Achse ohne Felgen nach unten ausweichen kann, 2 Bilder dazu:
Es verbleiben ca. 15 cm Abstand zum Boden, wenn das Fahrzeug in dieser Ecke nur auf einem 16er steht
hohe Aufl
Bild

Ein Vorteil der 4 Achsen. Man kann auch mit 7 Rädern fahren :) (ich mußte zu den anderen LKWs)
hohe Aufl.
Bild

Liebe Grüße,
Andy

waYne
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von waYne » Do 17. Apr 2014, 12:51

@Andreas:

Mir schwirrt da ein Kalender im Kopf rum, mit Bildern aus dem ganzen Forum.
In einem separaten Thread Bilder sammeln und dann abstimmen. Ich schau mal nach was sowas kostet und würde mich da mal drum kümmern, sofern Interesse besteht!

AndreasE
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von AndreasE » Do 17. Apr 2014, 14:27

holger hat geschrieben:Andy, du hast so tolle Bilder, ein paar habe ich meiner Freundin gezeigt
unter dem Stichwort "Freude am Fahren", hast du noch ein öffentliches Album?
Ich habe nicht wirklich ein "Album" - ein paar Bilder hier und dort.

Meine Vorstellung hier
Nachtbilder
"Nur so zum träumen" (Multi-Board)
Tunesien
Erzberg
Diverses
Dies und das

Schriftliche Informationen
Informationsblatt
[url=ttp://kat-forum.de/viewtopic.php?f=23&t=1088&p=10384#p10366]Checklisten[/url]

Liebe Grüße,
Andy


PS:
Hurra, soeben kam der V4A Auspuff von Frank per Post an. Ich denke ich muß gleich zum KAT fahren :D (Vielen herzlichen Dank Frank!)
Nur, wie bekomme ich meinen jetztigen Auspuff zerstörungsfrei von den beiden Auspuffrohren ab? Gibt es Tipps für einen Auspuffneuling?
So ein Frühjahrsputz hat es in sich ....

holger
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von holger » Do 17. Apr 2014, 20:10

Hallo Andy,

Nur kurz vom iPad,

Das Bild ist fuer mich die ultimative Freude am kat,
Ist der Fahrer hier aus dem Forum? Oder bist du es? :-)


AndreasE | all galleries >> trips >> tunesien2010 >> mandiv > D3S_0490-900.jpg

So eine Freude im Gesicht zu sehen steckt an!

Danke fuers festhalten!

Liebe Grüße holger

Sören
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von Sören » Fr 18. Apr 2014, 19:07

Hallo Andreas,

wirklich super Bilder und sehr schöner Bericht.
Ich finde deine "Hilfsmittel" sehr interessant, habe mich vor kurzem selbst auch gequält beim Reifen ummontieren von 14er auf 16er.
Zum Glück brauchte ich nur 6 Stück :D
Der 8x8 sieht so wirklich mega gut aus. 8-)

Das mit dem Kalender ist echt ne gute Idee. Ich bin dafür :!:

Viele Grüße
Sören

AndreasE
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von AndreasE » Sa 19. Apr 2014, 00:41

Hallo Leute,
danke für euer Feedback :)

Heute konnte ich nichts am Fahrzeug machen, aber gestern gab es etwas zu berichten:

ich bin ja an dieser Sache mit den Spurstangenmanschetten dran und meine Probleme habe ich euch schon geschildert. Es geht um die Schubstange zwischen 1. und 2. Vorderachse. Es ließ mir keine Ruhe und vermutlich habe ich das Rad zum x-ten Mal neu "erfunden". Wie berichtet hat sich mein erster Abzieher verabschiedet. Genauso wie bei Wolfgang war die Kugel in der Schraube herausgebrochen. Nebeneffekt der Aktion: Die gebrochene Schraube hat den obersten Gewindegang des Spurstangenbolzen beleidigt, und somit passt die M24 Kronenmutter nicht mehr auf den Bolzen der Schubstange :( Der Reihe nach:
1) Ich fuhr zu einem anderen Werkzeughändler - Kategorie "ernsthaftes Material" - und deckte mich mit Abziehern verschiedener Größen ein. Neben einem Kukko-Sortimentskoffer noch 2 zweiarmige Geräte.
Hier sind 2 der insgesamt 5 neuen Abzieher. Der kleinste hier im Bild ist der Nichtsnutz und Übeltäter (links von der WD-40 Dose). Rechts von der Dose ist der große Abzieher mit 25cm langen Armen und 2x 13cm Horizontalweg
Bild

2) Zum leichteren hantieren und verstellen der Vorderräder, habe ich alle 4 aufgebockt. Die beiden Räder auf der rechten Seite sind für meine ganzen Versuche abmontiert, das erleichtert das hinsetzen, betrachten der Situation und meditieren eben darüber :)
3) Wenn man das Lenkrad ganz nach links dreht, dann geht der Umlenkhebel zwischen 1. und 2. Vorderachse ganz nach vorne und gibt somit die kritischen cm frei, daß man mit dem großen Abzieher verkantungsfrei ansetzen kann. Nachdem mir 2x die vorderen Auflagenflächen des Abziehers seitwärts abgerutscht sind, habe ich den eigentlich noch in Ordnung befindlichen Gummibalg kurzerhand weggeschnitten (er beanspruchte einen Teil der notwendigen Auflagefläche und drückte den Hebel immer wieder nach außen weg. Also Gummibalg weg. Was ich zur Sicherheit dann auch noch machte, daß da ja nichts mehr wegrutschen kann: Ich habe wieder einmal einen Zurrgurt genommen und mit einer Schleife über die Ausleger, diese an das Widerlager angepresst. Mit der großen 3/4 Zoll Ratsche die Schraube reingedreht und voila - mit lautem Krachen löste sich der vordere Bolzen. Endlich war die lange Schubstange frei.

Hier ein Bild des großen Abziehers an dem Umlenkhebel. Das Bild ist vom Boden direkt nach oben fotografiert. Die Mutter für die Gewindestange zeigt zum Radkasten des ersten rechten Vorderrades. Praktischerweise kann das ganze schön auf dem rechten Längslenker der ersten Vorderachse aufliegen.
Bild

Etwas näher. Man sieht den weggeschnittenen Balg (den ich durch einen neuen ersetzt habe)
Bild
Beim nächsten Mal geht das sicherlich leichter. u.U. muß man gar nicht das Vorderad abmontieren.

Nachdem die Schubstange an beiden Enden herunten war, konnte ich alles schön reinigen, mit Fett versehen und einen neuen Balg montieren. Der Balg hat "unten" (an seiner breiteren Stelle) einen Metallring, der am Bolzen aufgedrückt werden muß. Auch hier habe ich mit 2 Bälgen Lehrgeld gezahlt, bis ich bei besagtem Werkzeugmarkt einen 50mm Topfbohrer zweckentfremdet habe. Die eine Flachseite aufgebohrt, so daß der Bolzen durchpasst. Vorsichtig den Topfbohrer an den Metallring des Balgs angesetzt und dann mit dem kleineren Abzieher mit 2-3 maligen Umsetzen den Ring gleichmäßig auf den Kopf aufgedrückt. Mittlerweile sind die Sägezähne abgeschliffen und der Topf passt perfekt auf den Metallring und der passt perfekt zu Armen des Abziehers. Problem somit gelöst: Der Topfbohrer kommt in die Kiste "Spezialwerkzeug"
Bild

Beim Einbauen der Schubstange gab es dann ein Problem. Der einfache (kaputtgegangene) Abzieher hat eine Stelle des ersten Gewindeganges des Bolzen verbogen während er sich in seine Einzelteile aufgelöst hat. Er hätte ruhig unaufällig und leise sterben können. Hat er aber nicht. Mein Gewindegang am Bolzen war hin. Das Dumme an der Schubstange ist: Sie hat keine austauschbaren Köpfe. Wird das Gewinde nicht repariert, ist eine ganze Schubstange fällig. Ich will gar nicht wissen was die kostet :). So bin ich heute zu MAN gefahren und die beiden super netten Herren von der Ersatzteilversorgung haben dann mit vereinten Kräften und mittels Gewindefeile sofort das Malheur behoben und ich konnte meine Schubstange behalten. Mein herzlicher Dank geht an sie! Falls es jemanden interessiert. Eine M24x1.5 Kronenmutter kostet bei MAN 12.75 Euro plus Mwst.

Damit sind alle zuerst aufgeführten Probleme nun gelöst und ich brauche nur mehr das ganze morgen zusammenbauen. Über die verbrauchte Zeit brauchen wir kein Wort verlieren. Ich würde vermutlich jede Werkstatt mit meiner Arbeitseffizienz in den Ruin treiben, aber der Lerneffekt war für mich unglaublich hoch.

Ab morgen steht er wieder ganz auf eigenen Beinen :D

LG,
Andy

AndreasE
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Re: Ein Reifen Sonntag (Wechsel von 14.00 auf 16.00)

Beitrag von AndreasE » Sa 19. Apr 2014, 01:13

Da ich gestern die Spurstangen wegen dem "Gewindeschaden" nicht einbauen konnte, wendete ich mich der anderen Seite des Fahrzeuges zu.

Das Auspuffpaket von Frank war angekommen und was lag näher, als diesen gleich zu montieren. Mein originaler Auspuff ist noch gut in Schuss, aber der optimierte Sound des V4A Topfes war sehr verlockend.

1) Teil der Übung. Den alten Auspuff zerstörungsfrei runterbekommen. Ich will ihn ggfs wieder montieren können.
Also ein paar Paletten als Hilfsbühne unter dem Auspuff aufgebaut, so daß das Hantieren einfacher wird. So leicht sind die DInger nun wieder auch nicht. Damit man besser herumwerken kann, die beiden Schellen aufgemacht, den Topf von beiden Rahmenhalterungen abgeschraubt und die vordere Haltestange auch gleich entfernt.
Bild

2) Fehlanzeige. Herumrütteln am Topf bringt nichts. Die beiden Auspuffrohre vom Motor kommen haben genügend Spielraum und machen alle Bewegungen des Topfes lustig mit. Da ich schon lange nichts mehr mit Gurten machte, habe ich diese auch hier bemüht umd etwas Spannung und Ernsthaftigkeit in die Wackelbewegungen zu erzeugen. Ein Gurt kam um das innere Auspuffrohr und holt sich seinen Ankerpunkt von der zweiten Vorderachse. Der zweite Gurt (einer mit 2 S-Haken) wurde in das hintere - mittlerweile freie - Befestigungsloch des Auspufftopfes gesteckt und auf der ersten Hinterachse verankert. Damit gelingen 2 Dinge.

Erstens: Auspuffrohre und Topf sind auf permanenten Zug und Zweitens: Es ist genügend "Luft" in den Gurtlängen daß man den Topf gegenüber den Rohren verwackeln und verkanten kann. Wann immer ein paar mm Weg gewonnen wurden, wurden die Gurte wieder weiter angespannt und der Vorgang wiederholt. Die einzige Kraft die man benötigt ist das Verwackeln des Topfes und das geht recht leicht. Nach kurzer Zeit ist der Auspuff unten. Um ihn nicht zu zerkratzen habe ich eine Packdecke zum Schutz des Lacks auf den Holzstoß gelegt.
Bild

Gelöst und nicht kaputt
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Bild

Die Montage des neuen Topfs:

Zuerst dachte ich, daß Frank die beiden Stutzen zu eng gemacht hat und hatte schon das Schlimmste befürchtet. Unbegründet. Frank hat die 90mm Aussendurchmesser der Auspuffrohre perfekt berücksichtigt. Die Montage erfolgte umgekehrt.
Der Hakengurt hat den Topf nach vorne gezogen
zwei Gurte haben die beiden Auspuffrohre nach hinten gezogen und mit neuerlichem hin- und herwackeln gingen die Rohre butterweich in den neuen Topf.
Natürlich hat eine Decke den Lack beim Wackeln geschützt (Der Topf lag ja auf meinem Holzpotest auf.

Die Hilfskonstruktion mit 3 Gurten:
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Im Detail
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Die ganze Wackelstube ....
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Fertig :)
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Der Klang in der Halle war schon kerniger als mein Standardtopf aber den richtigen Vergleich kann ich erst machen, wenn mein Kat mit seinen Spurstangen wieder flügge ist. Ich werde berichten.

Nochmals herzlichen Dank an Frank (frankvc) :D

Liebe Grüße,
Andy

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