Kapitaler Motorschaden

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woelf59
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Kapitaler Motorschaden

Beitrag von woelf59 » Do 31. Okt 2013, 23:46

Hallo,

war heute kein guter Tag, hatte heute auf der Autobahn einen Motorplatzer. :cry: Es gab plötzlich einen dumpfen Schlag und ich konnte im Rückspiegel nur noch eine Stichflamme aus dem Radkasten schießen sehen und eine enorme Rauchwolke. Es war zum Glück nur 100 m bis zur nächsten Ausfahrt, sodaß ich das Fahrzeug noch auf dem Standstreifen von der vielbefahrenen Autobahn rollen lassen konnte. Wurde dann vom nächsten Abschleppdienst zu einer Haltebucht geschleppt. Morgen wird der KAT dann mit einem größeren Abschleppfahrzeug zu einem Platz geschleppt wo ich eine Reparatur vornehmen kann. Zur Ursache kann ich noch nichts sagen, sehe ich erst wenn die Maschine ausgebaut und zerlegt ist. Beim letzten Ölwechsel war keinerlei Abrieb an der Ölablassschraube zu sehen, Öldruck und Öltemperatur waren auch ok, es gab keine Anzeichen für einen solchen Defekt. Aber besser 30 km vom Heimatort entfernt passiert als 3000km.

Gruß Wolfgang

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Lobo
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von Lobo » Do 31. Okt 2013, 23:58

oha das hört sich aber nicht so schön an, dann mal viel Glück bei der wieder Belebung


Maik
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A N D R E A S
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von A N D R E A S » Fr 1. Nov 2013, 01:25

Da bin ich mal auf die Bgründung gespannt!

Ölfilm gerissen und Kolben klemmte? Gußfehler/Lunker in einem Zylinder? Kurbelwelllenlager geklemmt?

Mein herzliches Beileid!
Ein Sauger sollte aber zum Glück nicht so schwer zu kriegen sein.
A N D R E A S

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swisskat
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von swisskat » Fr 1. Nov 2013, 07:13

Nicht schön!!! Viel Erfolg bei der Reparatur!

Grüsse
Damian
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Wolfgang
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von Wolfgang » Fr 1. Nov 2013, 12:15

Ich denke das sind diese Art von Situationen die keiner durchmachen möchte. Ich wüsste heute nicht was ich in so einem Fall machen sollte. Gut, stehe ich einige Kilometer vor der Halle abschleppen und sehen das er irgendwie da rein kommt - und dann?

Abgesehen von den finanziellen Notwendigkeiten fehlt mir einfach die Erfahrung um mal eben so einen Motor raus zu heben und zu schauen was dran ist.

Mich wundert es immer wieder, das doch hin und wieder ein Motor mit einem immensen Schaden den Geist aufgibt. Sind das alles Motoren an denen die Instandsetzung in Unwissenheit irgendwas geschraubt hat ohne zu wissen ob es Sinn oder Unsinn ist oder gibt es doch "schwarze" Schafe unter den Motoren?

@ Wolfgang
Viel Erfolg bei der Ursachenforschung und Reanimation.

Wolfgang
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woelf59
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von woelf59 » Fr 1. Nov 2013, 17:42

Hallo Wolfgang,

ich habe die Befürchtung, daß manche Fahrzeuge die länger in Privathand sind einen Wartungsstau haben. Zum Beispiel war auf der Trocknerpatrone, die ich vor ein paar Wochen gewechselt habe noch ein Aufkleber mit der Aufschrift "nächster Wechsel: 06.02". Das sagt schon vieles aus. Man weiss nicht wie lange die Ölwechselintervalle waren, wie oft die Filter gewechselt wurden und was reingekippt wurde. Bei Fahrzeugen, die nur ein paar hundert Kilometer im Jahr gefahren werden ist die Versuchung schon groß die Intervalle auszudehnen.
Habe heute beim Ausbauen der Kardanwelle von der Hinterachse als Vorbereitung für das Abschleppen den Schaden im Hellen angeschaut. Durch das handflächengroße Loch in dem Motorgehäuse kann man gut erkennen, daß ein Pleuel komplett fehlt auch inder Laufbuchse sind keine Reste mehr zu sehen. Wenn die Maschine zerlegt ist stelle ich die Bilder ein.

Gruß Wolfgang

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von yellowbrick » Fr 1. Nov 2013, 19:32

das ist shwer sheisse


en zwaar kut in der niederlandie,s

hoffenlich komtt alles wieder gut ,,

gr joris

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Wolfgang
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von Wolfgang » Fr 1. Nov 2013, 21:20

daß ein Pleuel komplett fehlt auch inder Laufbuchse sind keine Reste mehr zu sehen.
In Luft aufgelöst haben können die sich ja nicht. Wodurch ist das Loch entstanden?

Viel Erfolg

Wolfgang
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yellowbrick
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von yellowbrick » Fr 1. Nov 2013, 23:42

das ist eine pleuel,,conection rod,,, meiste kommt das fur der kolben bleiben stil stehn,,fresser oder ganz fest,,

hb das auch gehatted mit eine chevrolet impala ,350 cui engine,,kolb steht in cilinder ,aber pleuel wahr dar aus ,,complett mit grosses loch ,,wasser und ol auf der standspur hahahha.

motor wechel gleich turbo motor erein wechselen


gr joris

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von woelf59 » Sa 2. Nov 2013, 09:00

Hallo,

Wolfgang: wenn der Pleuel abreisst kann sich das jetzt ungeführte Teil zwischen Kurbelwelle und Gehäuse klemmen (da ist sehr wenig Platz) und durch die hohe Schwungmasse des drehenden Motors bricht der Guß. Die Teile denk ich liegen teilweise im Motor und der Rest irgendwo auf der Straße.
yellowbrick: war schon ein Turbo drin, ist ein 8x8 KAT, da ist ein Sauger etwas überfordert bei 15t Leergewicht.

Gruß Wolfgang

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von woelf59 » So 3. Nov 2013, 16:41

Hallo,

habe heute ein paar Bilder von den Löchern im Motorblock gemacht, die ich nicht vorenthalten möchte.
Man erkennt gut daß ein Pleuel komplett fehlt.

Gruß Wolfgang
Motorschaden02.JPG
Motorschaden01.JPG

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von special-mechanics » So 3. Nov 2013, 18:55

das letzte bild finde ich interessant
man kann erkennen das dass pleul komlett von der kurbelwelle getrennt wurde
in der regel reisst es in der mitte oder oben am kolben ab
es ist eher ungewöhnlich das die halteschrauben am unteren lager abreissen
mich würde brennend interessieren wie der kolben/zylinder aussieht ...
zitat : "Dann kann es also sein der KAT ist umgekippt obwohl er es theoretisch gar nicht hätte dürfen oder er ist nicht umgekippt obwohl er es hätte theoretisch müssen ?" HJL

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von woelf59 » Mi 27. Nov 2013, 22:41

Hallo,

habe heute den Motor ausgebaut und versucht die Ursache zu erforschen. Der Pleuel ist komplett weg, habe außer einem kleinen Bruchstück nichts mehr im Motor gefunden. Erste Unregelmäßigkeit die aufgefallen ist war, daß die Schraube der Ventilabdeckung nur handfest angezogen war. Als nächstes fiel auf, daß der Kipphebel vom Auslassventil des havarierten Zylinders lose war (2 - 3mm Ventilspiel) Die Kontermutter des Kipphebels war nicht fest. Habe die Befürchtung, daß der Monteur bei der Überholung vergessen hatte den betroffenen Zylinderkopf fertigzumachen (vermutlich hat er Frühstück gemacht und vergessen wo er aufgehört hat)
Außerdem stand im Ansaugkanal ein Gemisch aus Öl und Diesel. Konnte den Zylinderkopf aber heute nicht mehr demontieren, kriege die Zylinderkopfschrauben nicht auf, muß erst eine stabile Kraftnuss besorgen.
Ausbau01.JPG
Bruch01.JPG
Kipphebel02.JPG
Werde über die weitere Zerlegung berichten.
Gruß Wolfgang

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von yellowbrick » Mi 27. Nov 2013, 23:45

gerne wollen gerne wissen wie das hat geklapt ,,

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von woelf59 » Sa 30. Nov 2013, 19:47

Hallo,

habe heute den defekten Zylinderkopf abgebaut, sieht wüst aus. Der Rest vom Kolben lässt sich erstaunlicherweise per Hand hin und her bewegen. Keine Riefen oder Fress-Spuren zu erkennen. Erwartungsgemäß sind beide Turbolader hinüber, weil ohne Öl weitergefahren.
Nächste Woche wird zum Glück die Ersatzmaschine angeliefert, muß dann noch angepasst werden.
Zylinderkopfoben.jpg
Zylinderkopfunten.jpg
Ventilansicht.jpg
VergleichZylinder.jpg
Gruß Wolfgang

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von tdichris » So 1. Dez 2013, 00:56

Sind die Ventile auf den Kolben aufgestanden ?
Grüße
Christian

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von woelf59 » So 1. Dez 2013, 10:13

Hallo Christian,

die Ventile haben nicht mit dem Kolben Berührung gehabt, das Auslassventil hat scheinbar nicht mehr aufgemacht. Die Kipphebel sind auch nicht verbogen oder gebrochen. Im Unterschied zu den anderen leicht mit Ruß bedeckten Zylinderköpfen sieht der vom defekten wie gewaschen aus. Eine mögliche Ursache könnte demnach vielleicht auch ein undichtes Einspritzventil gewesen sein und einen "Dieselschlag" verursacht haben, zumindest war im Ansaugkanal in der Vertiefung eine Pfütze aus Öl und Diesel.
Es hat auch vor dem Crash keine Temperaturmeldung gegeben, es war zufälligerweiser einer der mit Sensoren versehenen Zylinder.
Pfuetze01.jpg
Pfuetze02.jpg
Gruß Wolfgang

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von Wolfgang » Mo 2. Dez 2013, 14:27

Hallo Wolfgang,

glaubst du irgendwann einmal zu wissen woran der Motor gestorben ist? Wenn ich so sehe mit welcher brachialen Kraft der Pleuel abgerissen ist muss doch nach meinem Verstand her der Kolben irgendwie blockiert haben. Sollte er auf den Ventilen aufgesetzt haben so würde er ja eher eine Druck-, bzw. Knickbeanspruchung haben.

Mich interessiert es einfach was man machen kann um solche Schäden vorzubeugen. Wenn bei diesem Motor wirklich vergessen worden ist den betroffenen Zylinder "fertig" zu machen, frage ich mich weshalb der Motor noch so gut lief.

Wolfgang
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von Powerkat » Mo 2. Dez 2013, 15:33

moin-
in meinen Augen und nach dem was ich in all meinen Berufsjahren hierzu gesehen habe gehen hier die meisten Gedanken in die Falsche Richtung- wie wir jetzt wissen hat der Zylinder keine Riefen, auch sieht der Kolbenboden weder überhitzt aus noch hat er Verfärbungen, die Schadensursache liegt meiner Meinung nach am Pleulfuß,es ist extrem selten das keinerlei Teile mehr auf dem Kurbelwellenzapfen sind, meistens brechen ,knicken die Pleul in der mitte wo sie am dünnsten sind, dann schlagen sie wie ein Schlägelmulcher um sich und zerhämmern alles im Umfang,was man ja auch am Zylinderfuß sieht und natürlich auch an der Blockwand, aber meist bleibt zum Schluß immer der Lagerfuß vom Pleul auf der Kurbelwelle denn der ist recht massiv...die Theorie mit dem Dieselschlag ist sagen wir mal primitiv ausgedrückt Blödsinn, es gibt sowas wie einen Wasserschlag wenn eine Kopfdichtung "bricht" da unter dem Kühlwasserdruck und dem Ansaugvakuum schlagartig eine große Menge wasser eindringt, selbst einen Benzinschlag kann es geben wenn ein älterer Benziner mit Schwimmervergaser länger gestanden hat und der Schwimmer nicht geschlossen hat und den Zylinder durch die offenen Ventile voll laufen hat lassen. Ein Dieselschlag bei laufenden Motor ist quasi gar nicht möglich- der intakte ,warme , Zylinder der auf der Autobahn mit der hohen Drehzahl läuft verbrennt alles was ihm reinkommt, selbst wenn das Magnetventil der Flammglühkerzen offen bliebe, selbst bei Motoren bei denen der Turbolader bricht und sie das volle Öl rein hauen gibts zwar riesen Sauerei aber keinen solchen Schlag, Der aufgeladene Motor hat eine herzhafte Mulde auf dem Kolbenboden und das Spaltmaß, da braucht es schon mal eine Tasse voll Flüssigkeit...selbst wenn bei unkontrollierter Düse einläuft, kann pro Kolbenhub nur ein Pumpenelementhub Diesel kommen, da sind wir im kleinen Gramm Bereich !die Pfütze im Ansaugkanal ist als normal anzusehen, es Sammelt sich, teils vom Turbolader über den Ladeluftkühler (Turbolader fördern in dem alter bzw. Generation immer ein wenig Öl, und vom Ventilschaft, da die deutz keine Ventilschaftdichtringe haben sind sie gerne etwas feucht...
bevor ein Kolben nach einem Fresser Abreist muss er brachial fressen, das machen die Deutz eher selten, meist fressen sie und laufen sich wieder ein, sind natürlich dann hin am Kolben, aber da reist noch lange nichts ab...und selbst bei solch einem normalen Fresser ist der Kolbenboden danach deutlich durch die Überhitzung verfärbt....bei einem normalen Fresser bekommt der Deutz erstmal schlagartig Kurbelgehäusedruck wobei ihm dann schlagartig der Deckel der Zentrifuge am Gebläse wegfliegt... das hatte er ja auch nicht...

Ich tippe den Fehler recht eindeutig auf den Pleulfuß ich könnte mir vorstellen das evtl. noch teile in der Ölwanne liegen, entweder waren die Pleullagerschrauben zu fest und sind abgerissen, zu locker und sind rausgewandert dabei hätte jedoch der Kolben oben angeschlagen was er optisch ja nicht hat...oder es ist schlicht weg das Pleul auf grund eines Materialfehlers bzw. evtl durch eine Schwächung durch einen Vorschaden gebrochen...

Marcel
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von woelf59 » Mo 2. Dez 2013, 19:09

Hallo Marcel,

vielen Dank für die ausführliche Schadensanalyse. Ich werde auf jeden Fall den Motor komplett zerlegen. Falls ich dann weitere Teile finde halte ich das Forum auf dem laufenden. Der verschwundene Pleuelfuß hat den Mann vom Abschleppdienst auch verwundert, konnte sich das auch nur mit dem Lösen einer Pleuelschraube erklären.
Erstmal hat aber die Wartung und der Umbau/Einbau des Ersatzmotors Vorrang.

Hallo Wolfgang,

seit der Überholung ist die Maschine erst 7500 km gelaufen, entspricht nur 150 bis 200 Betriebsstunden. Vielleicht hat sich durch das ständige Aufwärmen und Abkühlen erst jetzt eine Schraube gelöst.


Gruß Wolfgang

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von Kaschinski » Mo 2. Dez 2013, 22:37

Mich irritiert der blitzeblanke Ansaugkanal. Wie ist das zu erklären ???

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von woelf59 » Mo 2. Dez 2013, 23:10

Hallo Kaschinski,

die Kanäle sind alle, außer dem defekten und einem benachbarten in Luftfließrichtung, so sauber. Wie schon erwähnt hatte der Motor nur wenige Lauf-km. Die Ein- und Auslasskrümmerdichtungen sehen aus wie frisch eingebaut. Die Schrauben ließen sich ohne Aufwand lösen außer bei den Turboladern, aber die sind eh beide hin. Die Kanäle nach den Turboladern waren übrigens auch absolut sauber, keinerlei Ölablagerung. Erst nach dem Flammstarter ist der Luftkanal etwas belegt. Der Flammstarter wurde aber so gut wie nicht gebraucht. Der Motor hat innerhalb weniger Sekunden gestartet.

Gruß Wolfgang

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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von Powerkat » Di 3. Dez 2013, 11:28

ab und an kann man mal checken ob das Magnetventil der Flammstartanlage schließt, wenn das nicht der Fall ist tröpfelt permanent Diesel in den Ansaugkanal....
zum Prüfen muß man lediglich bei laufenden Motor die Kraftstoffleitung an der Flammglühkerze abnehmen und schauen ob Diesel kommt....(am anfang kommt ein wenig wenn die Leitung leerläuft....)

geöffnet wird es im Vorglühmodus über die Biemetallschaltung in den Vorglühwiederständen welche auch die Kontrolllampe einschalten...somit kann man sagen- wenn die Lampe Brennt geht auch das Magnetventil auf....

Marcel
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von Sandkater » Fr 6. Dez 2013, 21:45

Welcher Zylinder sitzt neben dem Flammstartventil?

Falls das hängt, könnte dann der Zylinder in der Nähe zuviel Diesel bekommen haben und daher ziemlich unrund gelaufen sein?

Ich war mal dabei, als bei einer Inbetriebnahme nach einem Fast-Absteller im GaswechselOT eingespritzt wurde. Der Motor lief relativ ruhig weiter, hat nur deutlich geraucht. Der Sprit ist in der Mulde mit nach unten gefahren und hat irgendwann von allein gezündet.
Evtl. hat sich so etwas ähnliches abgespielt? Frühzündung gegen den hochlaufenden Kolben?

Peter
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Re: Kapitaler Motorschaden

Beitrag von woelf59 » Sa 7. Dez 2013, 00:29

Hallo Peter,

die sauberen Einlasskanäle sind die nächsten zur Flammstarteinrichtung, ein undichtes Flammstartventil ist daher eher unwahrscheinlich. Verschmutzt war der Kanal vom defekten Zylinder und dem in Ansaugluftstromrichtung folgenden Zylinder. Das Auslassventil vom defekten Zylinder hatte wegen loser Kontermutter und verstellter Stößelstange nicht mehr geöffnet. Vermutlich sind dann beim Öffnen der Einlassventile die komprimierten Abgase im Zylinder in den Ansaugkanal zurückgeströmt. Ein Anreicherung von unverbranntem Diesel aufgrund von Sauerstoffmangel wegen der Gaspendelung zwischen Zylinder und Ansaugkanal wäre möglich. Der Schaden lässt sich damit aber nicht so richtig erklären.

Gruß Wolfgang

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