Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

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luchti
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Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von luchti » So 21. Jul 2019, 10:23

Hallo zusammen,

wie das so ist, wenn man auf größere Tour will, dann macht man vorher noch einen Ölwechsel. Motor geht ja recht einfach.
Getriebe habe ich bisher immer nur "halb" festgestellt, wie ich das letzte Mal festgestellt habe.Es gibt ja 4 statt 3 Ablassschrauben.

Nennen wir es Glück oder nicht, die vierte Ablassschraube ging schwer raus und ich bekam sie nicht mehr rein. Ein Blick auf das Gewinde brachte dann die Erkenntnis, dass kann auch nicht mehr funktionieren.
Hier mal die Bilder
Ablassöffnung WSK Block
Ablassöffnung WSK Block
Ablassöffnung in groß
Ablassöffnung in groß
Ölablassschraube
Ölablassschraube
Jetzt ist guter (schneller) Rat teuer.
Was kann man machen?
Gewinde größer nachschneiden im eingabauten Zustand?
HeloCoil oder ähnliches verwenden?
Zukleben mit Loctite XXX?
Schraube rinstecken und anschweißen, punkten (und dann die ganze Einheit nach dem Urlaub ausbauen und überholen)?

Weiß einer zufällig, welches Gewinde die Ölablassschraube hat? So richtig ist das nicht mehr zu erkennen ...

Das Problem hat bei unseren alten Fahrzeugen doch bestimmt schon mal jemand gehabt, oder?

Ich bin gerade etwas verzweifelt.

Bin jetzt schon dankbar für Eure antworten.

Viele Grüße
Mathias

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Zentralgestirn
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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Zentralgestirn » So 21. Jul 2019, 11:24

Hallo Mathias,

wenn ich richtig liege sollte das eine Schraube in der Ventilblock sein wo die Schraube drin war, die ist im Ersatzteilkatalog mit M12x1,5 angegeben.

Aufbohren auf M14x1,5 sollte gehen, die Ölablasschrauben sind in vielen PKW ua Mercedes verbaut also leicht zu bekommen. Evtl ist die Dichtfläche dann aber etwas klein, mag ich auf dem Bild nicht abschätzen.

Helicoil oä ist auch gut aber wenn nicht vorhanden teuer zu beschaffen im Gegensatz zu "nur" einem M14x1,5 Gewindebohrer. Ölablassschraube brauchste ja so oder so neu.

Bei beiden hast du das Problem mit den Spänen. Das Loch nach oben mit Fett Füllen um die Späne zu binden und Später den Fettproppen mit dem Staubsauger heraus saugen ist eine Möglichkeit, das abschrauben und richtig machen finde ich aber besser. Wenn es die Platine ist, dann ist es da super empfindlich weil dort die WÜK angesteuert wird.

Das rumoperieren oder ausbauen und mit ich glaube 2 neuen Dichtungen wieder einsetzen halte ich nicht mal für viel langsamer.

Egal wie, sauber arbeiten an der Stelle, spart jede Menge Ärger im nachhinein ;)

Grüße Sebastian

Petrov_kamensk
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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Petrov_kamensk » So 21. Jul 2019, 12:58

Es scheint, dass nicht viel Platz für den M14-Wasserhahn vorhanden ist.
Alle Sets zur Gewindewiederherstellung benötigen auch genügend Platz (Bohren, Gewindeschneiden, Schlüssel für die "Feder")

Die Variante mit Kleb- / Dichtstoff ist einfach, aber wie sieht es mit Temperatur und Druck aus?

rr83
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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von rr83 » So 21. Jul 2019, 20:03

Vor der Tour würde ich ne neue Schraube mit sauberen Gewinde in das verhunzte Loch mit loctite hineinwürgen
Muss doch nur abdichten und mehr geht dadurch auch nicht kaputt.

Später dann sauber reparieren. So ne rep. Kann bei einsetzenden Pech größeres mit sich bringen was deine Tour versaut.

Grüße Eric

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Lobo
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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Lobo » So 21. Jul 2019, 21:47

mach die Schraube neu und arbeite mit einer Gewindefeile das Innengewinde nach und setz die neue Schraube mit Gewindedichtung ein die bekommst von verschiedenen Herstellern
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Hauptse
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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Hauptse » Mo 22. Jul 2019, 06:06

rr83 hat geschrieben:
So 21. Jul 2019, 20:03
Vor der Tour würde ich ne neue Schraube mit sauberen Gewinde in das verhunzte Loch mit loctite hineinwürgen
Muss doch nur abdichten und mehr geht dadurch auch nicht kaputt.

Später dann sauber reparieren. So ne rep. Kann bei einsetzenden Pech größeres mit sich bringen was deine Tour versaut.

Grüße Eric
Da muss ich leider widersprechen. Eine neue Schraube in ein verhunztes Innengewinde „hineinwürgen“, welches fast kein sichtbares Gewindedach mehr aufweist finde ich mehr als nur dilettantisch. Wie soll das mit Loctite besser dicht werden als eine sinnvolle Reparaturlösung mit einem Gewindeeinsatz?
Erstmals wird das rechtwinklige Ansetzen zur Dichtfläche wohl kaum noch gelingen! Des Weiteren ist unsicher, ob sich die Schraube nicht nach der Hälfte mit dem Innengewinde frisst.

Wenn dass passiert, hat man alles geschafft und ist noch weiter von seiner Tour entfernt als jetzt schon.

Such dir jemanden, der sich mit Gewindereparaturen auskennt.
Der evtl. das vorhandene Innengewinde retten könnte (wenn noch genügend Restmaterial verfügbar ist), oder sich mit Reparaturlösungen auskennt.

Gruß Andi
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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Petrov_kamensk » Mo 22. Jul 2019, 07:12

Ist es möglich, die gesamte Platte zu entfernen und Reparaturen durchzuführen, die bereits auf dem Tisch liegen?

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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Hauptse » Mo 22. Jul 2019, 11:52

Ich bin zwar kein großer Fan von Helicoil, wohl aber für eine Gewindereparatur einer Ölablassschraube ausreichend.
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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Petrov_kamensk » Mo 22. Jul 2019, 13:40

Wird es sehr unbequem sein zu arbeiten, oder wird alles normal passen?
MAN-резьба-метчик.jpg

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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von HähWieMetal » Mo 22. Jul 2019, 17:43

Jetzt schraub den Deckel endlich ab und restaurier das Gewinde vernünftig.
Das ist der Steuerblock vom Wandler, wenn da auch nur ein Span an der falschen Stelle landet war es das im schlimmsten Falle nicht nur für den Urlaub sondern auch für deinen Wandler.
Die Dichtung von dem Deckel kannst du einfach selber schnitzen aus nem Bogen Dichtungspappe in der richtigen Stärke.

Grüße, Marco

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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Lobo » Mo 22. Jul 2019, 17:52

:teasing-whipyellow: :lol:
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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von luchti » Di 23. Jul 2019, 08:02

Moin,

erstmal Danke für die Anregungen, Hinweise und Rückmeldungen.

Es ist jetzt dicht und wir trauen uns heute loszufahren.

Was wurde gemacht:
Die Idee mit dem Fettpfropfen aufgegriffen und das Gewinde nachgeschnitten. Mit Staubsauger alles rausgeholt. Man kommt mit dem Gewindebohrer nur soweit rein, wie die Schraube lang ist. Dahinter ist zu einem viertel oder einem drittel etwas Metall, was das weitere reindrehen verhindert. Mit der Endoskopkamera konnte man gut sehen, dass das auch dahingehört. Nach dem Aussagen waren auch mit der Kamera keine Späne mehr zu sehen.

Dann mit ordentlich Schraubendichtung eine neue Schrauben reingedreht.

@Petrov
Stimmt, so ist da kein Platz für den Gewindebohrer. Die Schalstange musste ab. Das ist eine Schraube. Dann kommt man ganz gut ran.

Soweit der Zwischenstand.

Nochmals Danke für die Rückmeldungen.

Ich mach hier dann weiter, wenn wir wieder wieder zurück sind und die Reparatur angegangen wird.

Viele Grüße
Mathias

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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Zentralgestirn » Di 23. Jul 2019, 08:54

Hallo Mathias,

danke für die Rückmeldung und gute Fahrt und viel Spaß im Urlaub.

Grüße Sebastian

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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Powerkat » Mi 24. Jul 2019, 21:17

Moin....
ja, hinter der Schraube sitzt das Wandlergegendruckventil , das sollte man nicht unbedingt beschädigen,verkratzen ,denn wenn das hängen bleibt wirds doof mit der Wandlerfunktion ...ein Span der den Steuerschieber blockiert und nix ist mehr mit WÜK ...

Na hoffentlich hält die Übergangsrep. auch im Betrieb , es ist ja nicht umsonst ein Messpunktanschluß , dahinter herrschen im Betrieb schon mal 10-15 Bar ....also nicht nur Ölablassschraube !...
Öl Fließschema Wandler 028.jpg
Marcel
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Die Werkstatt für den KAT , Beratung-Reparaturen-Umrüstungen-Teile

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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Filly » Mi 24. Jul 2019, 21:38

Schön, daß die Reparatur erst mal geglückt ist.

Was ich mich schon die ganze Zeit frage: Könnte man den Deckel einfach so abnehmen um das Gewinde auf der Werkbank nachzuarbeiten? Oder fallen da irgendwelche Teile raus, die man hinterher überkopf wieder einsortieren muss?

Christoph

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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von Petrov_kamensk » Do 25. Jul 2019, 06:53

Powerkat hat geschrieben:
Mi 24. Jul 2019, 21:17
, dahinter herrschen im Betrieb schon mal 10-15 Bar ....also nicht nur Ölablassschraube !...
mit solchen einleitenden, keine Versiegelungen und halben Sachen.
Einfach abnehmen und auf dem Tisch tun, es wird billiger als eine große Reparatur.

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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von luchti » Sa 7. Mär 2020, 22:15

Hallo,
nun ist es schon wieder eine Weile her, als ich los bin und wieder zurück bin. Die große Reise war dann doch ohne KAT, aber trotzdem schön. Gut der Wehmut (und der innerliche Ärger) war groß, aber ich hatte kein gutes Gefühl mit der Schnellschussreparatur. Im Nachhinein unbegründet, aber egal.

Aber ganz von vorne ....

So sah die Schnellschussreparatur aus.
1.jpg
Mit Flüssigmetall/Schraubendichtung wurde die Schraube eingesetzt. Die weiße Farbe habe ich drüber gemacht, um zu sehen, ob alles dicht ist.
Das sah auch ganz gut aus. Nach 100km, Kontrollblick und siehe da, ein Tropfen Öl war zu sehen. :? Mist dachte ich. :evil:

Ich hatte dann nicht den Mut, die geplante Strecke von fast 7.000km, damit runterzureißen. Im Endeffekt dann doch mit Auto und Zelt. Kanpp 9 Wochen. War auch gut.
Urlaub mit dem Spaßmobil war da erstmal vorbei.

Aber zurück zum Thema.
Erstmal alle Schrauben raus. Das war einfach.
2.jpg
Das Schaltgestänge musste wieder aus der "Halterung" am Getriebe. Ich war überrascht, dass ich wieder einen Abdrücker brauchte und den ordentlich anziehen musste, bis der Kogelkopf draußen war. HAtte ihn ja schon zuvor für die Schnellschussreparatur ab.

So sieht es aus, wenn alles ab ist.
3.jpg
Vorher die TDV (Explosionszeichnung) anschauen. Dann ist man vorbereitet auf die zwei Kabel und handhabt alles ganz vorsichtig.

So sah das Corpus delicti dann auf der Werkbank aus.
4.jpg
Es sind zwei Dichtungen aus Kunststoff und eine ca. 2mm dicke Stahlplatte zwischen den Dichtungen zu finden.
5.jpg
Die Dichtungen waren nicht mehr viel wert. Die sahen auch so aus, als wenn die schon das zweite oder dritte mal genutzt wurden.

Um das Gewinde der Ölablassschraube nachzuschneiden, musste alles auseinander. Am Seitendeckel, wo ordentliche Federn drunter sind, musste jedenfalls alles raus. Die Schraubzwinge war dazu da, damit die letzten Schrauben nicht ausreißen.
6.jpg
Die "eingeklebte" Ölablasschrauben rauszubekommen war dann doch schwieriger als gedacht. Die Schnellschussreparatur war dann aber sehr wiederspenstig und hätte (bis zum nächsten Ölwechsel locker) gehalten. Aber das ist halt keine Dauerlösung.

So sieht das reparierte Gewinde dann aus:
7.jpg
Ich habe das Böllhoff Helicoil Set für Ölablassschrauben (4185 112 4200) M12 x 1,5 genutzt. Ging super einfach.

Dann alles wieder in der richtigen Reihenfolge zusammenbauen:
8.jpg
Gewindestangen haben für die Führung und beim Anziehen gut geholfen.
9.jpg
Der erste Schritt war getan. Alles wieder zusammen.
10.jpg
Hier nochmal eine Nahaufnahme von den Kabeln für das Ventil.
11.jpg
Und so sieht es dann wieder fertig aus:
12.jpg
Ok, die Ölablassschrauben fehlen noch.

Im große und ganzen nicht schwer, wenn man mit dem nötigen Respekt da rangeht. Trotzdem wünsche ich das keinem.

Noch was fürs Protokoll. Das Gewinde von der Ölablassschraube, die bei mir jetzt hinüber war, konnte recht einfach repariert werden, weil die Ölführungskanäle da gut verlaufen. Bei der anderen sieht das etwas kniffiger aus. Nicht unmöglich, aber nicht so einfach wie bei der anderen.

Vielleicht hilft das ja mal irgendwann jemanden.

Viele Grüße
Mathias

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A N D R E A S
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Re: Getriebeölwechsel - Gewinde hinüber

Beitrag von A N D R E A S » Sa 7. Mär 2020, 23:21

Danke für deinen Bericht!
Ich möchts nicht machen, aber es scheint machbar zu sein.
A N D R E A S

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