Ein Herz für KATze(n)

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HähWieMetal
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Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » Fr 24. Mai 2019, 22:17

Moin,

ich hatte es ja schon mal angekündigt das es ein paar Bilder und Info´s rund um die angeschlagene Kurbelwelle, für die ich Ersatz suchte, geben wird.

Dann man tau...

Vor drei Jahren lief mir ein BF8L413F aus einem 10t. über den Weg und wurde sofort adoptiert. Leider entpuppte sich der Kleine als Sorgenkind.
Seine letzte MES4 hatte er 2005, dabei wurde aber wohl mehr Entstandgesetzt, bei einem ersten Probelauf vernahm man ein deutliches klappern bei den vorderen Zylindern, gepaart mit einem unruhigem Laufverhalten. Also man die Ventildeckel runter und das Spiel überprüfen... 12mm ist ein wenig viel.
Kipphebelbock runter und Stößelstange gezogen, augenscheinlich alles im grünen Bereich. Also Kopf ab und den Zylinder soweit gezogen das man mal ein Blick in das Kurbelgehäuse geworfen, direkt auf der Hauptölleitung fand ich dann das erste, ca. Daumennagel große Stück, der Stößelbrücke.
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Der Rest der Fragmente tauchte dann diesen Winter auf als ich mir das Triebwerk endlich wieder vor nahm. Zwischendurch mußte noch umgezogen werden, Halle und Motormontageständer bauen, Geld verdienen usw, ihr kennt das ja.
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Soweit so schlecht, nun hatte ich ja aber endlich die Möglichkeit den Motor vernüftig zu zerlegen und mir anzuschauen was da noch alles in Mitleidenschaft gezogen wurde, das war leider nicht allzuwenig. Nockenwelle, Kurbelwelle, Lagerbock der KW, 2x Kolben und Pleuelstangen, mehrere Zylinderrohre.
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Da stellt sich dann die Frage was macht man mit dem Haufen... Ab in die Tonne und die Teile die es schadlos überstanden haben auf dem Markt werfen um noch etwas Geld wieder rein zu holen, oder doch wieder neu aufbauen?
Ohne den Ersatzteilspender von Michael wäre das wohl sein Los geworden, aber was wäre dann gewesen? Einen neuen Turbomotor suchen, bei dem man wieder nicht weiß was drin steckt? Klares Nö! Nach vielen Stunden und Tagen der Recherche nach den Nötigen Ersatzteilen, wobei ich auch den roten Man des öfteren genervt habe meinte dieser wieso ich nicht einfach mal schaue ob der Sauger aus Michaels Spender nicht die Kolbenkühldüsen hat, dann könne ich ja den verwenden. Bis dahin dachte ich immer die Sauger haben die Kolbenkühlung nie spendiert bekommen, dem ist nicht so, in der Erstzteilliste sind deutlich unterschiedliche Kühldüsen für F und BF vermerkt. Des Weiterem sind die Stößelbrücken bei beiden Motorvarianten identisch, die Ölversorgung für die Düsen ist also bei allen Motoren gegeben. Wie kommen denn diese Aussagen in unterschiedlichen Beiträgen das der F-Motor keine Düsen hat und sie sich auch nicht nachrüsten lassen da der Block dafür garnicht gebohrt ist??? Ominös...

Nach dem Ratschlag, hier aus dem Forum, meine Kurbelwelle prüfen und instandsetzen zu lassen kontaktierte ich denn mal eine Bude aus Lübeck.
Nachdem sie einige Bilder von mir bekommen hatten kam die Aussage das das doch garnicht so schlimm aussieht und ich die Welle mal vorbei bringen sollte. Eine Woche später dann die gute Nachricht: Die Welle ist absolut in Ordnung und fertig zum abholen.
So eine hochwertige Welle in einem Nutzfahrzeug zu finden hat ihn übrigends etwas überrascht.

Also wurde der zweite Motor komplett zerlegt, dabei kamen wieder einige ah´s und oh´s...
Eine Seite hatte Zylinder und Kolben mit Standartmaß, die andere mit 0,5mm Übermaß.
Ein Kolben war falsch herum eingebaut und die Nockenwellenlager hatten sich teilweise schon zerlegt.
Spätestens an diesen Punkt war ich froh über meine Entscheidung nicht einfach einen anderen BF zu besorgen und einzubauen.

Hier noch was für´s Auge von dem Rumpfmotor des Saugers der nun als Zwangsbeatmeter wieder zum Leben erweckt werden soll.
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Am Montag, nachdem Peter und Sebastian noch kurz da waren, war der Kleine noch kurz auf der Fräse um ihn zwei entscheidene Öffnungen zu verpassen um das Öl aus den Ladern wieder in den Rumpf zu geleiten.
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Das linke auf dem Bild und auf der anderen Seite ein weiteres.

Nun werde ich meine Wunschliste mal nach Lübeck schicken damit ich nächste Woche weiter machen kann mit dem Aufbau.
Eines der neuen Nockenwellenlager habe ich leider schon auf dem Gewissen, ist etwas bescheiden die dünnen Dinger da rein zu zwängen wo sie ihren Dienst verrichten sollen.

Ein Bild noch von einem der alten Lager den Nockenwelle, original Deutz.
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Bis die Tage und Grüße, Marco

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Zentralgestirn
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von Zentralgestirn » Fr 24. Mai 2019, 23:42

Moin Marco,

Schöner Bericht. Habe das ja Life gesehen.bwird nen schönes Projekt. Dir viel Erfolg undhalte uns bitte weiter auf dem laufenden wie es wird.

Grüße Sebastian

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Hauptse
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von Hauptse » Sa 25. Mai 2019, 06:19

Servus Marco,

eigentlich ist das ja eine Tragödie 😳

Da kaufst du dir einen Motor, in dem Glauben das alles gut ist um dann festzustellen dass gemurkst wurde.

Aber toll, das du nicht aufgibst.
Mir ist das selbst schon zwei mal passiert.
Motoren liefen einwandfrei. Keine Anzeichen das ein Defekt vorliegt. Und dann bei der Probefahrt Blaurauch vom andern Stern 🌟
Beim zweiten waren die Kolbenringe gebrochen. Merkte ich erst im Winter beim Anspringen.
Jetzt zu der guten Nachricht.
Ich habe beide Motoren instandgesetzt und bin immer noch froh darüber. Sie sind jetzt neuwertig und ich weiß dass sie mich überleben 😂😂😂
Mit dem Glück ist es wie mit einem Pfurz,
erzwingt man es kommt nur Scheiße dabei raus😅!

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HähWieMetal
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » Sa 25. Mai 2019, 11:15

Ja so ist das wenn Leute in irgend einem Instandsetzungswerk, die eigentlich gar keine Lust haben, Dinge für andere Instandsetzen die ihnen völlig egal sind. Wenn dann die Ersatzteilversorgung auch nur mangelhaft ist kommt halt einfach Murks bei raus. "Wie, keine Dehnschrauben für das Antriebsrad der Nockenwelle mehr da, nimm halt ne 10.9er merkt keine Sau."

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Auch die Schrauben der Stößelbrücken sind bei den beiden Motoren unterschiedlicher Güte, beim BF 10.9 und beim F 8.8, dafür haben sie diese dann mit ordentlich Schraubensicherung eingeklebt.
Ist auf jeden Fall schon ein ordentliches Puzzel bei dem man alles überprüfen muß, die eine Pleuelstange macht es einem da einfach.

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Langweilig wird es auf jeden Fall nicht und das schöne ist dann ja das man weiß was man da hat, und wenn er dann doch vorzeitig die Hufe hoch macht hat man es wenigstens selber versaut. :whistle:
Die nächsten Teile für das ultimative Fernreisemobil/Spielzeug sind auch schon auf dem Weg, da steht dann so was schönes drauf wie 28:21... auch hier nochmal vielen Dank an Peter und Sebastian für den Tip!
Dazu giebt es dann aber wohl noch einen eigenes Thema wenn der komplette Antriebsstrang seinen Weg in das Fahrzeug findet.

Wie sagte mein Tüv´er gestern so schön: "Du bist schon ein wenig verrückt, oder?" Unbedingt! :lol:
Dazu noch ein schönes Zitat aus einem Film: "Normal?!? Normal ist ein Programm der Geschirrspülmaschine!"

Dann mal schöne Grüße an alle weiteren Unnormalen hier und ein schönes Wochenende!

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Mansfeller
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von Mansfeller » Sa 25. Mai 2019, 18:45

Servus Marco


toller Bericht und klasse Arbeit ich hatte auch schon mal ein ähnlichen Fall
nur gottseidank nicht beim Kat sondern bei meinen alten Audi C4 gehabt da ist mir
bei 500000 km ein Lagerbock der Kurbelwelle abgerissen und das sah so ähnlich aus
wie auf deinen Bildern in habe ihn auch weider instandgesetzt und bin mittlerweile
bei 776000km :D halt uns auf dem Laufenden

Gruß mirko

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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von GerhardPrell » Sa 25. Mai 2019, 22:08

Hallo,
einfach TOLL was du da machst das möchte ich auch können.
Weiterhin gutes Gelingen und halt uns auf dem Laufenden, sehr interessanter Bericht.
Danke und Grüße aus Wunsiedel
Gerhard

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HähWieMetal
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » So 26. Mai 2019, 13:48

Moin und danke für eure Beiträge, aber ob ich es kann wird sich erst noch rausstellen. :lol:
Auf jeden Fall mach ich es erstmal und werde natürlich weiter berichten.

Schönen Wahltag noch und bis bald!

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Hauptse
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von Hauptse » So 26. Mai 2019, 16:24

Ist das wirklich so, dass der Sauger Kolbenkühldüsen hat?
Das wäre doch aus technischer Sicht ja gar nicht schlecht.
Mit dem Glück ist es wie mit einem Pfurz,
erzwingt man es kommt nur Scheiße dabei raus😅!

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HähWieMetal
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » So 26. Mai 2019, 19:03

Moin,

also bei dem Sauger den ich zerlegt habe ist das so, und laut der Ersatzteilliste giebt es Düsen für Sauger und Turbomotoren aber keine Stößelbrücken ohne Kühldüsen. Ob das bei allen Saugern so ist kann ich nicht sagen da ich noch nicht alle zerlegt habe. ;)

Aber nun wieder weiter im Text...
Da ich grade noch auf die von mir zerstörte Lagerbuchse der Nockenwelle warten muß um den Motor weiter zu montieren habe ich mir mal die Ölpumpen vorgenommen um zu entscheiden welche wieder verbaut werden.
Äußerlich sind die vom Sauger etwas dreckiger ansonsten identisch, Lagerungen alle unauffällig und das Siel ist auch gleich.
Also mal geschaut ob es in dem Dichtungssatz für den Motor auch Dichtungen für die Pumpen giebt, Nö. Dann nochmal genauer hingeschaut und festgestellt das es dort garkeine Dichtungen giebt. :roll:
Na dann kann man die ja mal aufmachen und die inneren Werte beäugen.
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Bei den Pumpen aus dem Turbomotor hätte ich durchaus mit erheblichen Schäden gerechnet, besonders bei der Hilfspumpe da diese am Ansaugrohr voll war mit Spänen/Fragmenten. Aber es hielt sich stark in Grenzen.

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Wo hingegen die aus dem Sauger nicht so gut aussah.
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Bei den Hauptpumpen sah das ähnlich aus.

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Bei dem BF fand ich an dem losen Pumpenrad nur eine kleine Macke die durchaus zu verkraften ist, in dem Gehäuse und dem anderen Zahnrad ebenso.

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Bei der aus dem F wieder erheblich größerer Schaden...

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also irgend etwas ist dem auch mal nicht bekommen, und das in größerem Umfang!

Wo ich schon fast soweit war zu sagen das ich die Pumpen des BF nach gründlicher Reinigung und schlichten der schadhaften Stellen wieder zu verwenden habe ich dann doch nochmal das Bypassventil inspeziert. Erst bei der Pumpe die eh auf den Schrott geht.

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Und dann bei der anderen.

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Ich brauch ne neue Hauptpumpe. :think:

Hat wer noch eine rumzuliegen die noch vernünftig ist? Wolfgang?

Erstmal schönen Restsonntag noch, Marco

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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » Mo 27. Mai 2019, 21:38

Ein neuer Tag = neue Trümmer... :?

Zuerst einmal ein Bild von meinem heute verwendeten Multifunktionswerkzeug

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Man beachte diesen schönen SK 40 auf 1/2" Vierkannt Adapter, nur zu übertreffen vom Gardena auf CEE Adapter und natürlich dem simenschen Lufthaken. :whistle:
Hierbei handelt es sich um meine Version eines Ventilfederspanners, eine Nuss SW30 in die ein Fenster geschnitten wird und eine 1/2" Verlängerung die abgeschnitten wurde um sie in ein SK 40 Spannzangenfutter zu montieren. Den Kopf der Fräse dann um 6° Neigen (gleich Ventilstellung im Kopf) und schon kann es losgehen.

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Der kleine Holzkeil im oberen Bild wird unter dem zu bearbeitenden Ventil in Position gebracht damit es nicht nur an einer Kannte aufliegt.
Dann das Ganze unter der Nuss platzieren und mit der Spindel nach unten drücken.

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Ungefähr die Hälfte der Federteller saßen so fest das man mit gefühlvollen Schlägen seitlich an der Nuss etwas nachhelfen mußte.
Aber dann liegen die Kegelstücke frei und können mit einem Magneten entnommen werden.

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Eigentlich sind bei unseren Motoren ja keine Ventilschaftdichtungen verbaut, man kann es jedoch machen was hier auch passiert ist, wieder schön im alt bewährten Materialmix versteht sich. Ob es sinnvoll ist wag ich zu bezweifeln, zum einen wird die mögliche Ölzufuhr über die Köpfe eleminiert und zum Zweiten halten die Dinger wohl nicht so wirklich. Mindestens vier Dichtungen waren lose und hielten sich nurnoch am Ventilschaft fest.

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Trümmer, da stand doch was von Trümmern! Ja, da kommen wir jetzt zu. :shock:

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Ein sauber abgetrenntes Stück der Ventilführung und die gute Dichtung hat es auch noch zerkaut.
Es handelt sich dabei um einen der ersten Zylinder, der vierte um genau zu sein, dort wo auch die Stößel und die Brücke zerstört sind.
Was jetzt die Ursache und was ein Folgeschaden ist kann ich nur mutmaßen. Ich denke aber das der Stößelschaden bewirkt hat das das Ventil über seinen normalen Hub belastet wurde und dabei der Schaden in den Köpfen entstanden ist. Am selben Kopf ist das Auslassventil verbogen und am Auslassventil des achten Zylinders hat es das Ventil fast ausgehangen, ein Kegelstück hatte sich komplett davon gemacht (lag noch lose im Kopf) und das zweite hing nurnoch auf halbacht zwischen Federteller und Ventilschaft.
So sah es denn zum ende des Tages aus.

IMGP2264.JPG
IMGP2265.JPG

Und noch eine Methode zum prüfen ob das Ventil krumm ist, einfach mal den Akkuschrauber drann und vorsichtig drehen lassen.
Dadurch kann man dann sehr schön beobachten ob das Ding unten rund läuft.

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So, Eierfarbend für heute...

Grüße, Marco

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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von ALu » Di 28. Mai 2019, 06:40

Den Ventilfederspanner finde ich klasse !!! :lol:
Gruß

Andreas

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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von midlifecrisis » Di 28. Mai 2019, 11:08

HähWieMetal hat geschrieben:
Mo 27. Mai 2019, 21:38
Und noch eine Methode zum prüfen ob das Ventil krumm ist, einfach mal den Akkuschrauber drann und vorsichtig drehen lassen.
Was verstehst du unter "Vorsichtig"?
In dem Schrauber ist der 4te Gang drin, da macht der 3800U/min... :mrgreen:

Danke für den detaillierten Bericht und die tollen Ideen!
Markus

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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » Di 28. Mai 2019, 16:01

Nein, war nur der dritte, da macht er nur 1850U/min... :whistle:

Grade gab es mal eine Messorgie, Ergebnisse waren mal wieder nicht so schön.
Das Spiel der Ventile im Schaft ist noch akzeptabel, allerding das Vorstehmaß der Ventile zum Zylinderkopfboden ist durch die Bank zu klein, teilweise sogar über die Grenzwerte. Bei den Ventilfedern sieht es nicht viel besser aus.
Würde bedeuten das alle acht Köpfe komplett überarbeitet werden müßen, fürchte das wird dann auch noch mal ein größerer Posten.

Nun habe ich schnell mal einen der Köpfe vom Sauger genommen und den auch kontroliert, drekig ist er aber sonst alles bestens. Gut die Stehbolzen vom Abgaskrümmer müßen mal neu.
Nun mal ne Frage an die Spezis, wo ist der Unterschied in den Köpfen?
Laut Ersatzteilliste sind die Vormontierten Köpfe unterschiedlich, alle Einzelteile sind aber Gleichteile, ich bin verwirrt! :?

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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von Powerkat » Di 28. Mai 2019, 18:03

Moin...
Deine abgebrochenen Ventilschafftführungen kamen damals öfter vor , beim genauen Betrachten erkennt man das sie als Einsetz-Tiefenaschlag einen Drahtring in einer Nut haben ...hier brechen sie auch standartmäßig ab ...das erkannte Deutz damals auch und es gab eine neue Version -die Führungen bekamen keine Nut mehr sondern einen angedrehten Bund also statt Schwächung eher eine Stärkung -die Führungen sind auch garnicht so teuer ,kann man problemlos austreiben und neue einschrumpfen , die werden dann auf Endmaß gerieben und zum Schluß der Ventilsitz zu der neuen Führung neu gedreht...die Führungen sind aus einem Gußmaterial ,Verschleißfreudig ,gut zu bearbeiten und günstiger Partner zu den Harten Ventilschäften aber auch extrem "brüchig" gegen Seitenlast ...ich hatte an einem Motor 13 gebrochene Führungen -lief damit aber unauffällig -über seinen Ölverbrauch ,gab es noch keine Erkenntnisse-wer es schon mal gemacht hat , den Ventilkasten zum Kopf neu ab zu dichten , bemerkt das es etwas knifflig ist den Kasten bei montierten Ventilfedern ab zu nehmen da die Federn oben ja breiter sind ...mit etwas gefummel bekommt man sie in Etappen und über einschieben in einzelne Federwindungen gewaltfrei heraus , ich könnte mir vorstellen , wenn hier jemand etwas grob motorisch mit Hebeln gewaltsam da zu gange ist , das er so viel Seitenkraft auf baut das die Führungen in der Nut knacken ...

Für die normalen Fahrzeugmotoren hat man angeblich keine Ventilschafftabdichtungen verbaut , die wurden mehr für die W Motoren und Untertagemotoren entwickelt um noch bessere Abgaswerte zu erhalten (die liefen aber auch nicht auf dem Drehzahl ,Last, Temperaturnivau wie unsere) (Ja, in der damaligen Zeit war der 413 er einer der wenigen unter Tage zugelassenen Verbrennungsmotoren wegen seiner geringen Abgase - sogar zugelassen um ihn im Osten aus dem Westen zu importieren ...)

Problem ist aber teilweise die Ersatzteilversorgung , es gab immer wieder Zeitfenster in denen kompl.Köpfe bzw. Bauteile dafür nicht lieferbar waren ,da könnte es schon sein , das sich jemand gedacht hat lieber so einen Kopf als gar keinen ...aktuell sind seitens deutz auch keine BF 413 er Köpfe lieferbar,weder neu noch im Tausch auch keine Lieferzeitangabe...nach etlichen Umschlüsseln kommt die Nummer der 513 Köpfe dann raus die wohl bedingt passen sollen ,mache hier auch gerade einen "neuen " Kopf drauf ,hab aber gott sei dank genug eigene Köpfe an Lager..
Laut meinem Motorenspezi ist es kritisch in unsere Köpfe die Version mit Ventilschafftabdichtung zu verbauen ,Drehzahl,Belastung,thermik würden zu frühzeitigem Verschleiß,Bruch führen da die Ventile diese Schmierung brauchen sonst zu trocken laufen und fressen...

Der Kopfunterschied ist recht einfach : schau dir mal die Position der Einspritzdüsen an : beim Turbo hat man den kompl. Sitz der Düse ca. 20 mm mehr ins Zentrum gerückt ....

Der Mythos mit den Kolbenkühldüsen ist recht einfach : ich selbst hatte schon div. Motoren welche diese Düsen schlicht weg nicht Hatten !ob dann der Block bzw. die Brücken gebohrt sind oder nicht , bin ich mal vorsichtig , denn die Blöcke sind ja auch im Bereich der Ölrückläufe der turbos wie du erfahren hast mal gebohrt und mal nicht , einige Sauger haben die Löcher und dann Blindstopfen drin , andere haben sie nicht , ebenso haben unsere Kat Motoren meist die version ohne Motorölentnahme zB für Heizung ...die Motoren aus den Magirusfahrzeugen (hatten ja eine Ölheizung im Fahrerhaus) hatten außen neben zyl. 5 noch Bohrungen wo der Ölabgang dazu war ...ebenso haben unsere Block-Zylinderkombinationen am Zylinderfuß zum Block nur eine Dicht/Einstellscheibe drin liegen , div. anderen Varianten hatten im Zylinderrohr noch eine Nut mit einem O-Ring ...beim Deutz ist es schwierieg von "generell" zu reden ....Die Motoren unterscheiden sich in teils so vielen Details -Ölkühlergrößen,Kühleranzahl,Ölpumpengrößen,Kühlgebläsegrößen,verschiedene Strinräder für verschiedene Gebläsedrehzahlen dann die 413 und 413F Unterschiede und damit schon Verschiedene Köpfe und auch Blöcke,verschiedene Stößelstangenrohre,verschiedene Motorentlüftungen ,Ölwannen,krümmer ....es ist eigentlich ein Wahnsinn was man dem 413 für ein Baukastenkonzept gegeben hat

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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » Di 28. Mai 2019, 21:36

Moin Marcel,

danke für die schnelle Antwort und die weiteren Informationen!

Wenn man weiß wonach man gucken muß sieht man sofort das die Einspritzdüsen anders positioniert sind. :shock: :lol:

Das die Ventilführungen öfters mal brechen musste ich heute auch feststellen, bei den vier Köpfen vom Sauger die ich heute noch geprüft habe hatte einer auch eine gebrochene Führung. Diese war auch mit der von dir erwähnten Nut und Drahtring, die im Turbo sind schon der neueren Bauart.
Die Dichtungen waren dort nicht verbaut und der einzige ersichtlichen Nachteil ist wohl das die Ventile unterhalb der Führungen verkoken, dies war bei den Köpfen recht ausgeprägt.

Bei den Kühldüsen kann es dann ja eigentlich nur an den Brücken liegen da die ja eh mit Öl versorgt werden müßen kann man ja nicht einfach das Ölrohr im Block weglassen. Also müsste man zum Nachrüsten der Kühldüsen höchstens noch die Stößelbrücken bohren bzw tauschen. Durchmesser bzw Durchfluß vom Ölrohr muss natürlich auch noch stimmen. Zum Glück ist DAS nicht mein Problem, dafür hab ich genug andere.

Das Ende vom Lied der Köpfe ist dann wohl vorerst das ich sie weggeben werde um neue Ventilsitzringe einbauen und fräsen zu lassen, kann ja die Welt nicht kosten. Falls doch muß ich eben noch mehr Werkzeug kaufen oder bauen.

Wir werden sehen...

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Sandkater
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von Sandkater » Mi 29. Mai 2019, 06:11

HähWieMetal hat geschrieben:
Di 28. Mai 2019, 21:36
Falls doch muß ich eben noch mehr Werkzeug kaufen oder bauen.
So etwas nennt man "Gear Freak".
Man findet sich immer eine gute Begründung mehr Werkzeug zu kaufen.

Weiterhin viel Erfolg.

Peter
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von Powerkat » Mi 29. Mai 2019, 09:13

Moin...
Viel Erfolg...naja meine Einstellung zu dem Projekt kennst du ja ...spätestens jetzt würde ich das projekt einstampfen ,ist ja nicht so das es keine unbelasteten motoren gäbe ...
Ich denke deinen Motor haben sie bei der inst.setz. einfach nur versaut ,wer weiss was er davor schon hatte das macht das Restrisiko natürlich nicht besser ...
aber du machst es ja nicht aus wirtschaftlichen Gründen sondern mehr als Aufgabe und Beschäftigung...

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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » Mi 29. Mai 2019, 21:15

Nabend

@Sandkater: Danke und da kann ich nicht widersprechen, allerdings muß es dann doch in Relation stehen. ;)

@ Marcel: Auch danke und ja deinen Standpunkt kenne ich und verstehe ihn auch. Allerdings schlagen bei mir die Arbeitsstunden nicht zu Buche da es Hobby ist und ich es durchaus gerne mache. Und ich hab mir das Ganze gut durchgerechnet und im Moment bin ich noch absolut im Rahmen. Wäre ich letzten Winter direkt losgezogen und hätte mir einen anderen BF gesucht um diesen dann auf Herz und Nieren zu prüfen wäre ich wohl nicht günstiger weg gekommen und wenn ich es erfolgreich schaffe diesem Motor wieder zu voller Kraft zu verhelfen dann giebt es noch etwas das ich mit der anderen Variante nicht hätte. Vollkommende Glückseeligkeit!!! :dance: :music-rockout: Es kann natürlich auch total nach hinten losgehen und ich produziere nur einen Haufen Schrott, aber davon wollen wir mal nicht ausgehen. :snooty:


Ich denke es ist schon durchgeklungen, hier wird nicht aufgegeben.
Also Ventilsitzringe erneuern zu lassen ist jetzt nicht unmenschlich teuer, allerdings geht es bei 16 Stück dann doch ganz ordentlich ins Geld. Zum Glück gab es heute aus Lübeck, von dem Motoreninstandsetzer meines Vertrauens, noch einen guten Tip, dieser Fragte ob ich geprüft hätte ob die Ventile nicht eventuell mal nachgearbeitet wurden, mit neuen könnte sich das erübrigen. Stimmt, die Möglichkeit hatte ich ganz vergessen, also ab in die Werkstatt und ein Satz Ventile rausgesucht der noch am besten war und die ganze Messerei ging von vorne los. Was soll ich sagen, der Tip war einen fünfstelligen Eurobetrag wert, netto versteht sich. :dance:
Drei Köpfe müssen aber trotzdem zu ihm um neue Sitze zu bekommen. Dazu werden dann wohl noch sämtliche Ventile und Ventilführungen erneuert.
Einen der Köpfe habe ich dann mal in den Backofen geschoben um ihn auf 200°C zu erwärmen, dadurch wurd der ganzschön schwer, ich konnte ihn selbst mit Schweißerhandschuhen nicht zurück in die Werkstatt tragen. Ein Stück einer Siebdruckplatte war zum Glück zur Stelle und hat mir dabei geholfen, so konnte man dann recht einfach die alten Ventilführungen austreiben.
Die Ventilfedern aus dem Turbo sind schon ganzschön müde, einige sogar unter dem Grenzwert, da kann der Sauger aber zum Glück aushelfen.
Ich denke das mit diesen Maßnahmen, und Teilen vom Sauger, aus den Köpfen wieder gute leistungsfähige Teile werden.
Also wieder einen finanziellen Schock erfolgreich abgewehrt.

Bilder giebt es bald auch mal wieder, aber Messinstrumente in Aktion kennt glaube ich jeder. Schönen Abend noch und bis bald.

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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von Sandkater » Mi 29. Mai 2019, 22:16

Ich kenne das.
ich habe einen Maserati QP IV als Andenken aus Dubai mit gebracht.
Im Ankauf sehr günstig, aber was mittlerweile alles nötig war um den TÜV zu schaffen ist vergleichbar mit deinem Überraschungsei.

Der Werkstattinhaber, wo ich Teile kaufe und einiges machen ließ, meinte nur: in Europa gibt es bessere für weniger Geld.

Das Ist halt ein Hobby, und es tut auch gut etwas wieder aufgebaut zu haben. Mit den eigenen, ölverschmierten Händen.
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » Fr 7. Jun 2019, 21:23

Ohne Worte...
Ohne Worte...

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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » Fr 7. Jun 2019, 23:17

Sodale, heute war ein schöner Tag!

Es ist endlich wieder ein Schwung neuer Teile eingetroffen und es kann weiter gehen. :dance:
In der Zwischenzeit wurde fleißig geputzt und gemessen, es ist schon beachtlich wieviel man da messen und putzen kann, da gehen Tage ins Land...

Heute mit dabei war das neue Nockenwellenlager das dieses mal auch schadfrei seinen Weg in das Kurbelgehäuse fand.
Danach konnte endlich die letzte Stößelbrücke, mit zwei neuen Spritzdüsen, platz nehmen und nach einsetzen der Ölleitung konnte ich auch alle anziehen.

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Als nächstes mußten dann die Spritzdüsen justiert werden. Dazu giebt es einen tollen Werkzeugsatz, den ich aber nicht habe.
Aber ich habe andere Werkzeuge, damit kann man auch gut Werkzeuge bauen, sozusagen Werkzeug was sich mit etwas zutuen selber vermehrt, ist das nicht Toll?
Nach vermessen von einem Kolben also ein Skizze angefertigt und mit Sachen aus dem Regal diese Lösung gefunden.

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Das waren mal Zylinderkopfschrauben, in dem Durchmesser ist es schwierig was anderes zu bekommen ist 15,3x2mm. Diese sind die Aufnahme für die Schablone.

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Auf der Position des Eingans der Kolbenbodenkühlung befindet sich ein 2,5mm Loch. Die Löcher an den abgesäbelten Kopfschrauben sind nicht so sauber. Es passt aber alles absolut Spielfrei, was für die Wiederholbarkeit wichtig ist.

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Dann kam noch ein passender Bohrer zum Einsatz der saugend in die Düsen passt und die Spitzen erhielten eine weiße Markierung.
Somit hatte ich möglichst genau die Strahlrichtung und einen guten Kontrast zum anpeilen durch das Loch in der Schablone. Dann kam gepeile das mir matschig auf dem Auge wurde. Aber letztendlich hat das Einstellen gut funktioniert. Zum justieren hab ich ein Stück A2-Rundstahl genommen in das an einem Ende eine passende Bohrung platziert wurde um es über die Düse zu stecken, damit konnte ich sie behutsam zurechtbiegen. Außer den zwei neuen haben alle annähernd gestimmt, diese wollten erstmal ganz wo anders hin. Wenn der erste Kolben montiert ist werde ich das Ergebniss nochmal genau betrachten ob ich die exakte Position getroffen hab.

Dann konnten auch die Stößel und die Nockenwelle wieder an ihren Platz.

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Die Welle ging absolut saugend und leicht in iher Gasse und es ist ein Genuss den Stößeln zu zusehen wie sie sich leicht und fluffig in den Brücken auf und ab bewegen. :dance:
Ja, solche Momente sind es die dieses Hobby so schön machen, frei dem Motto: Bin ich Ölich, bin ich fröhlich!

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Morgen geht es dann an die Kurbelwelle...

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HähWieMetal
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » Do 13. Jun 2019, 22:53

Es geht voran, und das möchte ich euch nicht vorenthalten.

Letzten Samstag wurden die Kurbelwelle mit neuen Lagern in das Kurbelgehäuse des alten Saugers implantiert.
Also nochmals die Sitzflächen der Lager ordentlich gereinigt und die Lagerschalen eingelegt.

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Dann mußte die Welle nochmal vom Staub befreit werden.
Gut bewährt haben sich die Schulpfe, so konnte man sie leicht drehen um alles zu reinigen.

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Anschließend durfte sie dann frisch eingeölt an ihrem neuen Arbeitsplatz Platz nehmen.
Da ich keine Lust hatte die Gewichte nochmal abzubauen mußte sie zwei Anläufe nehmen bevor sie sich setzen durfte.
Die Welle lässt sich im Gehäuse, mit den Gewichten, erst drehen wenn die Zähne am Nockenwellenrad schon im Eingriff sind.
Also kurz die Zähne markieren in denen sie eingreift, dann wieder zurückdrehen, wieder etwas anheben, das NW-Rad um die entsprechenden Zähne weiter gedreht und wieder rein.


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Dann wurde erstmal ordentlich geschraubt bis alle Schrauben vorschriftsmäßig angezogen waren.
Fazit: Sie läuft als wäre sie dafür gemacht, und das Spiel ist auch in den Sollwerten. :dance:

Im Folgendem wurde dann das Anschlußgehäuse komplettiert.

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Heute sind dann rettenden Teile von Wolfgang eingetroffen und eines wurde nach dem prüfen und reinigen dann auch gleich montiert.
Die Ölpumpen müssen eingemessen werden beim Einbau, da war meine Messuhr auf jeden Fall an ihren Grenzen. Irgendwann war dann aber eine passende Position gefunden in der man vernünftig messen konnte.

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Nun konnte auch der Agregateträger drann, damit die Öffnungen möglichst verschlossen sind hab ich dann auch gleich schon die Filterkonsole angeschraubt und ein paar frische Filter aufgesetzt.

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Nun sieht das Ganze doch langsam wieder nach einem Motor aus.

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Zumindest von unten betrachtet... :whistle:

Die Zylinder und Kolben sind leider noch auf dem Weg, zusammen mit einigen anderen Teilen.
Hoffe bald weiter machen zu können und auch die obere Hälfte aufzubauen... ich werde berichten.

Grüße, Marco

kmfrank
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von kmfrank » Sa 15. Jun 2019, 21:57

Marco,
von Dir würde ich gern einen Motor kaufen, tolle Arbeit :clap:
Liebe Grüße
Michael

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HähWieMetal
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von HähWieMetal » Sa 6. Jul 2019, 22:17

So, weiter gehts...

Letzte Woche Dienstag war es endlich soweit das ich die Nachricht bekam das die Assemblies endlich eingetroffen waren.
Also ab auf die Bahn und die Lieferung eingesammelt, wieder in meiner Halle angekommen konnte es dann auch gleich los gehen mit der Montage.

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Etwas verblüfft war ich dann doch was der Kolben offenbarte...

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Mahle? Naja, ist dann so. Dachte nicht das Deutz die Kolben nicht selber fertigt.

Der OP-Tisch war vorbereitet und die Pleuelstangen warteten schon zusammen mit neuen Lagerschalen und Schrauben.

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Da an diesem Tag das Gelbe Ding am Himmel dermaßen brannte war ein erwärmen der Kolben im Ofen nicht erforderlich, nach einer Weile in der Sonne hatten diese sich dermaßen erhitzt das der kühl gelagerte Kolbenbolzen geschmeidig hinein flutschte.

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Dann noch schnell alles ordentlich eingeölt, die Stöße der Kolbenringe um je 120° versetzt angeortnet und in dem Zylinderrohr versenkt.
Das ging schneller als erwartet, schon steht der erste Zylinder bereit um den Weg in den Motor zu finden.

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Da ich alleine schraube ist der Montageständer echt eine feine Sache. Das montieren der Einheit in einem stehenden Motor ohne weitere Hände wäre wohl um einiges schwieriger geworden. So konnte ich den Zylinder mit einer Hand langsam einführen und mit der anderen Hand vorsichtig das Pleuel an die Welle heran führen. Dann wurde der Zylinder mit Hilfe von zwei Zylinderkopfschrauben und Hülsen, die aus einer Gardrobenstange gefertigt wurden, fixiert. Die Zylinder würden sonst nicht nur runterfallen solange das Pleuel noch nicht an der Welle befestigt ist sonder auch aus dem Kurbelgehäuse gedrückt werden wenn man die Kurbelwelle weiter dreht um die nächsten zu montieren.

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Ich habe immer paarweise je einen rechts und links montiert, dadurch mußte ich den Motor zwar öfter im Ständer drehen, aber das wurde
immer leichter je mehr Zylinder dran waren. Als alle acht montiert waren konnte ich den Motor im Ständer ohne Hebel drehen.
Wenn alle Pleuel wieder an ihrem Platz sind ist von selbigen nur noch sehr wenig vorhanden im Kurbelgehäuse.

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Die Ausrichtung der Kolbenkühldüsen sieht auch gut aus.

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Damit der Innenraum möglichst geschützt ist und meine Untermieter, ein Schwalbenpaar, sich nicht im Motor erleichtern habe ich ihn auf dem Kopf stehend verweilen lassen und die Ölwanne aufgesetzt. So sieht er aus als wolle er gleich losrennen. :D

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Im Folgenden wurde dann noch der Spritzversteller, mit neuen Lagern und Dichtungen versehen, eingesetzt und der Räderkasten wieder aufgepflanzt.
Bei meinem Motor mußte ich vergeblich nach der Passfeder für den Anschlußflansch der ESP suchen, es gab nicht mal eine Nut für diese.
Der Flansch wurde einfach nur durch die M8 Schraube geklemmt, das fand ich dann doch etwas unsicher und habe noch eine Madenschraube als Verdrehsicherung nachgerüstet.

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Nun war wieder etwas Problemlösung in Sachen Werkzeug gefragt, gefunden habe ich diese in einer Kombination aus Gummischlach, Holzdübel und einer Schlauchschelle. Eingespannt ihn meinen Akkuschrauber sieht das dann so aus.

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Dienlich wird das Konstrukt hier...

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Die neuen Ventiele einschleifen. Mit diesen handelsüblichen Gummipömpeln kriegt man schnell einen dezenten Würgereiz, für Kfz und Krad mag das gehen, bei der Größe unserer Ventilteller möchte man derartige Geräte schnell in die Tonne weiterleiten. Zum Glück hat so ein Ventil zwei Enden und genau da kommt das neue Spezialwerkzeug zum Einsatz.

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Dauert zwar immernoch eine gefühlte Ewigkeit bis die Teile gasdicht eingeschliffen sind, ist aber dadurch eine sehr meditative Arbeit. ;)

Die Dichtigkeit habe ich geprüft indem ich den Kopf kopfüber gestellt und den Brennraum mit Motorkaltreiniger geflutet habe. Aus- und Einlass habe ich dann mit Putzlappen verschlossen durch die ich mit einer Ausblaspistole Druckluft eingeblasen habe. Wenn man dann die Ventile von oben, jetzt unten, mit Druck beaufschlagt und sie von unten, jetzt oben, mit dem Finger mittig in den Sitz drückt. Austretende Luft zeigt sich so gut duch kleine oder größere Bläschen.

Die erforderlichen Ausgleichsscheiben / Kopfdichtungen sind auch schon ermittelt und bestellt. Bald geht es dann endlich daran die Brennräume wieder herzustellen und den Motor dicht zu machen. Zeit wird es auch... nun muß aber erstmal wieder etwas gearbeitet werden um das Ganze zu finanzieren und auch genug Tauschmittel für das überarbeiten der ESP mit 100. Pumpenelementen und ein Paar neuer Beatmungshilfen zu haben.

Bis bald...

Petrov_kamensk
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Re: Ein Herz für KATze(n)

Beitrag von Petrov_kamensk » Mi 10. Jul 2019, 08:36

Ich verstehe mich mit meinem eigenen Rat, obwohl mich niemand fragt. ;)

Nach dem Ersetzen der Ventilführung den Sitz kürzen und neue Kanten bilden.
Zu diesem Zweck wird eine Steuerstange verwendet, die in die Ventilführung eingebaut ist, und mehrere Messer, die unterschiedliche Winkel aufweisen.
Das Ergebnis ist ein zur Führung koaxialer Sattel mit den richtigen Kanten am Sattel.
Danach dauert das Ansaugen des Ventils Sekunden.
Das Ventil wird von Hand oder mit einem speziellen Instrument geläppt, das Drehungen in einem kleinen Winkel ausführt. Die Verwendung einer konstanten Drehung ist nicht akzeptabel.

ps Der Arbeitsständer vereinfacht das Leben bei der Montage sehr.

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