Zylinderkopf abdichten

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simon
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Zylinderkopf abdichten

Beitrag von simon » Sa 2. Mär 2013, 21:36

Hallo zusammen!

Da ich an meinem KAT einen undichten Zylinderkopf habe (Das Öl drückt nicht nur an der Zylinderkopfhaube raus, es läuft am Ölrohr herunter) will ich den schnellstmöglich abdichten. Jetzt die Preisfrage: Da man eh die Ventile bei dem betreffenden Zylinder einstellen muss sollte man nicht gleich alle Ventile des Motors einstellen und den Motor komplett neu abdichten? So ein Dichtsatz ist ja nicht so teuer, nur die Arbeit.... die würde ich mir gern (vorerst) ersparen. Die Frage ist also, was sollte man tun:
- Alles neu einstellen und abdichten oder
- nur den einen Zylinder machen (einstellen und abdichten)
Ich muss hinzufügen, dass ich sowas noch nie gemacht habe. Ich würde nach der Reperaturanleitung/TDv vorgehen, die ist ja sehr ausführlich diesbezüglich. Unklarheiten gibts trotzdem: Da steht z.B. drin, dass die neue Dichtung für die Kopfhaube mit Dichtungsmittel angeklebt werden soll. Was ist das für ein Zeug? Ich hab mal gegoogelt, aber nichts passendes auf Anhieb gefunden. Muss ich noch irgendwas beachten, was ggf. nicht in der TDv/REP-Anleitung drin steht?

Schöne Grüße aus Dresden
Simon

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Filly
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Re: Zylinderkopf abdichten

Beitrag von Filly » So 3. Mär 2013, 19:24

Da der Luftkühler im Betrieb deutlich größeren Tempertaurschwankungen ausgesetzt ist als wassergekühlte Motoren verstellt sich auch das Ventilspiel schneller. Wenn du das Ventilspiel noch nie eingesetllt hast, dann solltest du das ohnehin mal machen. Ich mach das alle 2 Jahre, was ungefähr 10.000 km bei mir sind.
Die Dichtungen sind aus Kork und zur einfacheren Montage klebt man die einseitig mit Dichtmittel an, dann verrutschen sie nicht. Dazu nimmt man eine gängige Motordichtmasse, z.B. Schlumpfwichse (Hylomar) oder Reinzosil.

Christoph

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yellowbrick
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Re: Zylinderkopf abdichten

Beitrag von yellowbrick » So 3. Mär 2013, 19:33

hallo
Flüssigdichtung , sitzen in kleinen , Flasche, schwarz, rot braun ist
und die Ventile eingestellt ich immer noch denke, es ist Zeit , da der neue Motor nicht passiert ? ? 23000 km vor

gr joris

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simon
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Re: Zylinderkopf abdichten

Beitrag von simon » So 3. Mär 2013, 21:23

Hallo,

danke für die ausführliche Antwort! Also sollte ich alle Zylinder aufmachen, den ganzen Kopf muss ich ja nur bei dem undichten Zylinder abdichten. Ich hab den KAT ja erst seit ein paar Tagen, aber ich habe keine Ahnung, wann das Ventilspiel zuletzt eingestellt wurde. Hab keinerlei Dokumente bekommen. Laufen tut er gut und der Motor zieht auch ordentlich an.
Was es mit der Dichtmasse auf sich hat weiß ich dank euch nun auch :)

Schönen Sonntagabend noch,
Simon

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Filly
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Re: Zylinderkopf abdichten

Beitrag von Filly » So 3. Mär 2013, 22:11

Bevor du wirklich den Zylinderkopf runtermachst...
Der Deutz hat keine Zylinderkopfdichtung, sondern es wird nur über die plan geschliffenen Metallflächen gedichtet.
Zum Ventile einstellen musst du ja nur die Ventildeckel abnehmen. In dem Zusammenhang auch jeweils gleich den O-Ring unter zentralen Befestigungsschraube tauschen. Die kannst du beim nächsten mal wieder verwenden, aber beim ersten mal sollte man alle Dichtungen tauschen, die man unterwegs so findet.
Der Ölverlust am Rücklaufrohr ist ein typische Deutz-Krankheit, das haben eigentlich alle. Das Ölrücklaufrohr ist im Motorblock und im Zylinderkpf jeweils nur in die Dichtung gesteckt und zwischendrin mit ner Schelle befestigt. Auch dazu musst du nicht den Zylinderkopf abnehmen. Laß den Kopf bitte drauf !
Ich habs selber noch nicht gemacht, obwohl bei mir auch ein paar Rücklaufrohre schwitzen. Soweit ich weiß muß der Ansaugkrümmer abgebaut werden, damit man vernünftig dran kommt. Das hat mich bisher davon abgehalten.

Christoph

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simon
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Re: Zylinderkopf abdichten

Beitrag von simon » So 3. Mär 2013, 23:51

Hallo Christoph,

dass es keine herkömmliche Zylinderkopfdichtung gibt, hatte ich schonmal irgendwo gelesen. Ist ja kein wassergekühlter Motor. Die Ventildeckel (in der REP-Anleitung werden die als Zylinderkopfhauben bezeichnet) sind ja schnell runtergenommen. Dichtsätze gibts ja immer für den gesamten Zylinderkopf für um die 17-18 Euro mit allen Dichtungen. Mir ist gerade ein Stein vom Herzen gefallen, als ich deine Aussage bezüglich des Ölrohres las. Wenn der Kopf drauf bleiben kann um so besser für mich! Es ist nicht so, dass ich mir unbedingt mehr Arbeit machen will , der Mensch ist ja von Natur aus faul :mrgreen:
Ich schau nochmal in die REP-Anleitung, ob der Krümmer wirklich runter muss. Das würde mich nämlich auch davon abhalten :D
OK, dann ist das Thema Rücklauf abdichten gerade in meiner Proiritätenliste nach unten gerutscht 8-) Danke, Christoph! Ventile werden dann eingestellt, wenn es etwas wärmer ist. Bei den Temperaturen draußen rumschrauben macht irgendwie nicht so viel Spaß.

Grüße aus Dresden
Simon

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Re: Zylinderkopf abdichten

Beitrag von Powerkat » So 17. Mär 2013, 16:10

Moin-
Die Ölrücklaufrohre sowie auch die Stößelstangenrohre können ohne Krümmerdemontage abgedichtet werden....
vom Kopfabnehmen kann ich für Nichterfahrene nur dringend abraten- es muß der Kopf geplant werden und die richtige Dichtscheibenstärke ausgemessen werden ...die Kopfschrauben sind teils so Fest das entweder der 13 mm Sechskannt abreißt, die Nuß platzt spätestens dann hat man gelitten, denn dann muß man schweres geschütz auffahren da eh die Krümmer runter müssen ist das ganze im eingebauten Zustand glatter Selbstmord...in 3 Std. ist der Moror drausen, und vor der Werkbank stehend ist die Arbeit wesentlich kalkulierbarer...Deutzkenner wissen: eine Kopfdichtung kommt nie alleine- man muß die Ursache kennen und akzeptieren: durch die Luftkühlung und deren hohen Temp. schwankungen hat das ganze Material doch erheblich streß, mit der Zeit sind die Kopfdichtungen durch, er fängt an durch zu klopfen...das gute daran- es besteht keine Akute Gefahr, teilweise kann man damit noch 1000 de km fahren, natürlich wird es nicht besser aber man kann die Inst.setz kalkuliert angehen....es macht dann Sinn den Motor raus, alle Köpfe runter und alles neu wieder aufbauen, denn der meiste Aufwand ist das drum herum, Krümmer,Kühler,E-Kasten ,Leitungen und ob man dann einen oder gleich alle Köpfe macht ,macht wenig Unterschied...bevor man ein Jahr drauf von vorne Anfängt und den Nachbarzylinder macht....bei der Gelegenheit macht man gleich die ganzen Wellendichtringe und schon hat man einen zuverlässigen dichten Motor....denn der Deutz ist von Haus aus keine Ölsardine- aber er möchte halt nach Zeit X mal eine sachlich Sinnvolle Inst.setz.
im Übrigen sollte man die Ölleckage oben am Kopf genau lokalisieren: es könnte der Ventildeckel, die Rücklaufrohre aber auch die Dichtung zwischen Kopf und Ventilkasten selber sein !
Im Übrigen kann ich von der Methode dir Ventildeckeldichtungen anzukleben nur dringend abraten: die Dichtflächen der Korkdichtung sind sehr schmal, gerne neigen sie unter dem Schmierfilm beim Anziehen " weg zu schwimmen" dann gibts sauerei...auserdem ärgert man sich beim nächsten mal wenn man das ausgehärtete Curil wieder mühevoll abkratzen muß....die besten und einfachsten Erfolge habe ich trocken...alles sauber machen, die Dichtungen auf die Köpfe legen, ausrichten , Deckel drauf und noch etwas nachkorregieren -fertig...

Marcel
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Re: Zylinderkopf abdichten

Beitrag von Mehrachsensindbesser » Sa 20. Apr 2013, 23:03

Powerkat hat recht.
Ein Laie (seht das mal nicht als Schlaumeierrei) ist das eine sehr großer Herausforderung. Denn ob die Reparatur erfolgreich war merkt man erst, wenn alles wieder zusammen ist. Auch musst die die Möglichkeiten haben den Kopf nach zu arbeiten.
Die TDV ist schon hilfreich, aber den einen oder anderen Kniff findet man nicht.

Auch ist folgender Test meiner Meinung nach zwingend erfoderlich.
Pfeit ein Zylinder - hörbar- dann kann es sein, dass der Nachbar-Zylinder auch pfeift- dises aber vom lauteren übertönt wird.
Also Gieskanne o. ä. nehmen und bei laufendem KALTEN!!! Motor das Wasser direkt zwischen den Spalt vom Zylinder und Zylinderkopf laufen lassen. Wird das Wasser weggeblasen, hast du einen klaren Beweis.

Des Weiteren: Anders als wassergekühlten Motoren ist es ausreichend den defekten Zylinder zu überholen.
Auf alle Fälle ist es eine ziemliche Arbeit.

Schönes Woen
Holger
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Re: Zylinderkopf abdichten

Beitrag von simon » So 21. Apr 2013, 09:58

Moin!

Keine Sorge, der Kopf bleibt drauf! Runternehmen wollte ich den von Anfang an nicht, da habe ich mich etwas unklar ausgedrückt. Ich wollte eigentlich nur die Deckeldichtungen wechseln und wenn erforderlich das Rücklaufrohr abdichten. Ich habs mir noch nicht detailliert angesehen, vermute aber die Korkdichtung des Ventildeckels als Schuldigen. Alternativ eben das Rücklaufrohr. Ist auch noch nicht so gravierend, wie das bei unserem THW-KAT war. Der hat aus allen Deckeln der rechten Bank rausgesuppt.
Ich sehe die Sache im Moment recht entspannt, habe noch andere Baustellen mit höherer Priorität. Jetzt wo der Winter (hoffentlich) vorbei ist, kann man auch mal was am Fahrzeug machen. Auf jeden Fall danke für den Input, nun habe ich ne Vorstellung davon, welcher Aufwand für den ganzen Kopf erforderlich ist!

Schöne Grüße
Simon

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Re: Zylinderkopf abdichten

Beitrag von Mehrachsensindbesser » So 21. Apr 2013, 13:17

Ach ja, um die Stößelführungsrohre neu abzudichten, müsst ihr die Kipphebel mit Welle ausbauen,
die Ventilfedern aushängen, das Ventilgehäuse abschrauben, vorher, ist es durchaus ratsam den Kolben auf OT zu stellen, sonst fallen euch die Ventile in den Brennraum :shock: bzw. bekommt ihr sonst die Federkeile nicht rausgetüftelt. :(
Es empfhielt sich für diese Arbeit das entsprechende Werkzeug zum Niederdrücken zu haben.

Und immer eine handbreit Luft unterm Diff. 8-)

Grüße Holger
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Re: Zylinderkopf abdichten

Beitrag von Powerkat » So 21. Apr 2013, 17:31

Das stimmt so nicht ganz- um die Stößelrohre abzudichten (neue O-Ringe) muß lediglich die Kipphebelwelle runter,das Halte/ Führungsblech darunter rausnehmen und nun kann man die Stößelrohre ziehen...vorher unten gründlich den Schmutz entfernen damit da nix in den Block fällt.... aber die Stößelrohre sind sehr selten undicht- fast häufiger ist es der Ventilkasten auf dem Kopf... aber auch hierzu kann man die Ventilfedern in ruhe lassen, es genügt ein ventil nieder zu drücken, dann kann man das Gehäuse abnehmen...nicht versuchen die Ventile oben zusammen zu drücken - die Ventilführungen sind aus Gus , mögen die Seitendrücke überhaupt nicht....

Marcel
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