Kupplungszylinder...

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Sandkater
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Kupplungszylinder...

Beitrag von Sandkater » Mi 12. Aug 2015, 23:36

Ich habe bei meinem Auto eine, ich möchte es mal so nennen, etwas spezielle Kupplung.

Seit ich den Wagen habe liessen sich die Gänge im Stand nur schwer heraus nehmen. Ich habe es auf Verspannungen im Antriebsstrang geschoben, bis ich Arnes KAT gefahren habe bei dem die Gänge butterweich zu schalten waren.

Als wir die Wellendichtringe am Getriebe getauscht haben wurde auch gleich der Geberzylinder geprüft.
So sieht das gute Stück aus, wenn er ausgebaut ist.
Kupplung_12.jpg
die Kolben und Dichtungen sahen noch gut aus.
Kupplung_13.jpg
Im Gehäuse allerdings Riefen.
Kupplung_14.jpg
Glücklicherweise war ein Ersatzteil im feuerroten Spielmobil und nach einer kurzen Entlüftung war es schon besser.

Besser schon, aber verglichen mit Nils' KAT immer noch zu schwer. Also nochmal entlüften, ein paar Blasen gefunden und in Summe einen 3/4 Liter Bremsflüssigkeit durchgesaugt. Wieder ein bißchen besser, aber nicht gut.
Deshalb habe ich einen gebrauchten Zylinder beschafft und eingebaut.
Kupplung_25.jpg
Zugang von oben, mit der Flex über der Travese die beiden linken Bretter abgetrennt und mit dem Stecheisen heraus operiert. Der Versuch von links bei abgenommener Kiste ist komplett gescheitert. ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der die TDV geschrieben hat, jemals so den Zylinder getauscht hat. Und zum Anheben der Pritsche fehlt mir der Kran.
Das Verhalten ein bisschen besser. Aber eben nicht wie gewünscht.
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Sandkater
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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von Sandkater » Do 13. Aug 2015, 00:27

Also ein Anruf bei Marcel und einen Dichtungssatz für den Nehmerzylinder geordert.
Das Zerlegen sollte laut dem Mann mit dem roten Overall eigentlich kein Problem sein.
Die Explosionszeichung hilft ein bißchen, und für diejenigen, die das auch mal machen möchten, ein paar Bildchen.

Los gings mit dem Abschrauben der vorderen Platte. Dabei ist gleich mal an einer der M3 Schrauben der Kreuzschlitz durchgedreht. :evil: Ausbohren mit 2mm und Nachschneiden hat nur 1/2 Stunde gedauert.
Kupplung_15.jpg
Der Ausbau des darunter liegenden Servokolbens ist einfach, wenn man den Sicherungsring entfernt hat kommt einem alles entgegen.
Daher ein bißchen aufpassen, dass die innen liegende Feder die Kombination nicht heraus schiesst.
Die Dichtungen sind einfach zu wechseln.
Bilder habe ich leider vergessen, ging einfach zu schnell.


Das Gehäuse trennt man an den 4 M8 Schrauben und zieht es auseinander.
Im hinteren Teil sitzt unter einem Seegering ein Kolben mit anschließendem Wellendichtring, den man ausbauen muss. Es geht mit den Fingern, allerdings klemmt es ein bißchen. Metallhebel oder ähnliches zerstören die Dichtflächen!
Kupplung_16.jpg
Die kleine Fettube sollte bei allen Montagearbeiten benutzt werden, sonst sind die neue Dichtungen sofort defekt.
Alle Dichtringe dieses Kolbens sind netterweise farbig und in der Größe eindeutig und darauf achten, den weissen Kunststoffring im Innern wieder nach hinten (im Bild unten) zeigend einzubauen. Siehe Pfeil
Kupplung_18.jpg
Der Wellendichtring (im Bild oben hellbraun, jetzt schwarz) wird als erstes ins Gehäuse eingesetzt, mit der offenen Seite voran. Beim Ausbau hatte er ein paar Saltos gedreht, ich kann mir aber nicht vorstellen wie er sonst gegen den hohen Druck der Kupplungsflüssigkeit abdichten soll. Falls das nicht richtig ist: Marcel bitte Einspruch.
Dann den weissen Kunststoffring einlegen.
Kupplung_17.jpg
Anschließend den Kolben einsetzen und sichern.
Im Bild erkennt man die beiden lila Dichtungen, der kleine Ring ist auf jeden Fall auch zu tauschen. Macht sich gern vom Acker, dann geht das Kopf-Kratzen los. Aber bitte bis zum Zusammenbau warten und mit Fett in der kleinen Vertiefung fixieren.
Das Teil umdrehen und den Seegering entfernen. Bei mir war alles oxodiert, ein paar leichte Hammerschläge auf ein Rundholz haben den Krampf gelöst.
Kupplung_19.jpg
Unter dem Deckel kommt ein grüner Dichtring und eine Feder zum Vorschein: einfach entnehmen.
Dann sieht es so aus:
Kupplung_20.jpg
Den Kolben kann man relativ einfach ausbauen, und dann säubern.
Kupplung_21.jpg
Die folgende Feder entnehmen. Der dahinter liegende Kolben sitzt ziemlich fest, man kann ihn mit einer Spitzzange ziehen wenn man nur in der Mitte ansetzt.
Kupplung_22.jpg
Jetzt sollte man die grünen Dichtungen sortieren, besonders die beiden großen Ringe sind leicht zu verwechseln:
groß und dick: zwischen Alukolben und Deckel
etwas kleiner und etwas dünner: Ringnut Alukolben
klein und dünn: Ringnut Stahlkolben
Der lila Dichtring und der Wellendichtring sind eindeutig.

Alles zusammen bauen und fertig.
Kupplung_24.jpg
Die M3 habe ich erneuert und mit Fett eingesetzt, Korrosion ist an der Stelle zwischen Alu und Stahl kaum zu vermeiden.

Dauer: wenn man sich Zeit lässt 2 Stunden (plus Ausbohren....)

Bei Gelegenheit kommt der Zylinder ins Auto, geht ja mittlerweile ganz gut von oben :mrgreen:
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cguenther
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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von cguenther » Do 13. Aug 2015, 08:12

Klasse Doku!

Vielen Dank! Schön das solches Knowledge dokumentiert und erhalten wird!

LG
Carsten

AndreasE
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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von AndreasE » Di 26. Jul 2016, 22:47

Hallo & Servus ,
auch wenn es mit einiger Verzögerung ist: Herzlichen Dank für deine Beschreibung und bildliche Dokumentation!

Aus gegebenem Anlaß (Beim S-LKW trennt auf einmal die Kupplung nicht. Ich kann bei laufendem Motor keinen Gang einlegen) bin ich auf der Suche nach möglichen Ursachen.
Daher meine Frage an Dich: Ist nach der Reparatur des Kupplungsgeber und -nehmers dein Getriebe wieder leicht schaltbar?

Bin derzeit noch nicht bei meinem Fahrzeug, und kann mich maximal mental auf diese Aktion vorbereiten. Geplant ist das kommende Wochenende. Sachdienliche Hinweise sind wie immer gerne willkommen.

Liebe Grüße,
Andy

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4x4-6x6
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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von 4x4-6x6 » Mi 27. Jul 2016, 00:12

Hallo,

über wieviel Materialkosten reden wir ?

Nicht auf den Cent genau.
Aber 5 bis 10 Euro,
oder 10 bis 50 Euro,
oder 50 bis 100 Euro ???


...

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Sandkater
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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von Sandkater » Mi 27. Jul 2016, 22:36

AndreasE hat geschrieben:Hallo & Servus ,
auch wenn es mit einiger Verzögerung ist: Herzlichen Dank für deine Beschreibung und bildliche Dokumentation!

Aus gegebenem Anlaß (Beim S-LKW trennt auf einmal die Kupplung nicht. Ich kann bei laufendem Motor keinen Gang einlegen) bin ich auf der Suche nach möglichen Ursachen.
Daher meine Frage an Dich: Ist nach der Reparatur des Kupplungsgeber und -nehmers dein Getriebe wieder leicht schaltbar?

Bin derzeit noch nicht bei meinem Fahrzeug, und kann mich maximal mental auf diese Aktion vorbereiten. Geplant ist das kommende Wochenende. Sachdienliche Hinweise sind wie immer gerne willkommen.

Liebe Grüße,
Andy
Andy, wenn sich schlagartig gar nichts mehr schalten lässt erscheint mir ein klemmender Servokolben nicht unwahrscheinlich oder eine der beiden Druckversorgungen ist defekt. Das Kupplungspedalspiel sollte noch passen.
Ausserdem ist "nicht schalten" genauer einzugrenzen, siehe unten.

Ich würde ich wie folgt vorgehen:

1. Prüfen, ob noch ausreichend Bremsflüssigkeit im Vorratsbehälter ist.
Falls nein gibt es mehrere Optionen wo es undicht sein kann:
* Am Geberzylinder: die Dichtungen sind hinüber, der Druck entweicht in den Vorratsbehälter oder in den Fußraum unterhalb des Pedals.
* Am Schalter für die Gaspedalsperre, wurde im Forum mehrfach berichtet. Die Flüssigkeit ist dann im Wellrohr nach Abschrauben des Steckers zu finden.
Ich würde den Schalter bei so einer Aktion immer tauschen. Kostet nicht viel, macht aber immer Ärger wenn man es nicht gebrauchen kann.
* Am Nehmerzylinder, dann verschwindet die Brühe im Gehäuse. Von außen nicht sichtbar.

Falls nichts fehlt Prüfung 2 mit stehendem Motor: Druckluftkreis 4 leeren bzw. Auto nicht aufpumpen.
- Kommt noch Druck auf der Hydraulikleitung am Kupplungsnehmerzylinder an?
Prinzipiell funktioniert alles auch ohne Druckluft, jedoch nur mit viel Kraft aufs Pedal oder für Österreicher mit Gouverneurstitel.
Falls es sich durchtreten lässt (du darfst dich auch drauf stellen) und genug Flüssigkeit im Vorratsbehälter ist sollte es wenigstens trennen. Denn irgendwo muss die Flüssigkeit ja hin, und der Nehmerkolben ist die einfachste Lösung.

Prüfung 3 mit laufendem Motor: Kommt Druckluft am Nehmerzylinder an?
Wenn es mit Druckluft in Kreis 4 viel leichter leicht geht ist auch das ok. Dann funktioniert die Servoschaltung schon mal prinzipiell. Falls es noch schwer geht kann man es fälschlicherweise als "nicht trennend" interpretieren,

Falls kein Druck in Kreis 4 ankommt ist das 4-Kreisschutzventil einer Prüfung zu unterziehen.
Mit Spaß am Basteln kannst du auch den 4. Kreis von außen befüllen und den Test wiederholen. Falls es dann leicht geht, dann musst im Druckluftsystem weiter suchen. Du kannst natürlich auch den Nehmerzylinder direkt mit Druckluft versorgen, indem du den Schlauch rahmenseitig öffnest und dort deinen Kompressor anschließt.
Nur wird es dann mit schwierig den 4. Kreis mit laufendem Motor zu füllen, alles entweicht aus der offenen Leitung.
Andererseits ist es ein guter Test für das 4-Kreisventil. Bei rund 8 bar Systemdruck muss es zum 4. Kreis aufmachen und bei rund 6,5 bis 7 bar muss das Zischen aufhören.
Ob der Servokolben weit genug heraus kommt ist dann die nächste Frage. Bei mir eben nicht, weil der kleine Steuerkolben für die Druckluftunterstützung nicht mehr taufrisch war.

Prüfung 4 mit hilfsbereiten Menschinen ;) :
Sind alle Schläuche zwischen Geberzylinder und Nehmerzylinder ok?
- Bläst sich da etwas auf wenn man auf die Kupplung tritt?
- Sind die Schläuche dicht und trocken?
Viel Spaß beim Krabbeln, die TDV zeigt in der Explosionszeichnung alles was aus Gummi ist.

Prüfung 5: Luftblasen im hydraulischen System, warum auch immer. Das kann man durch Neubefüllen ausschließen, aber bitte mit Druck vom Vorratsbehälter. Ich habe mit einer Unterdruckpumpe vom Nehmerzylinder aus gearbeitet, das war ein Griff ins Klo.

Falls alles bis dahin ok war:
Mindestens einen der beiden Zylinder überholen und den Schalter wechseln.
4x4-6x6 hat geschrieben:Hallo,

über wieviel Materialkosten reden wir ?

Nicht auf den Cent genau.
Aber 5 bis 10 Euro,
oder 10 bis 50 Euro,
oder 50 bis 100 Euro ???


...
Geberzylinder habe ich vergessen, Nehmerzylinder rund 1600 € ab Wabco, Überholsatz irgendwas um 300€.
Gebrauchte würde ich grundsätzlich überholen, weil die Gummis lange in einer Stellung gesessen haben und sich dadurch beim ersten Betrieb an den Dichtkanten losreißen können. Leider nicht sofort spürbar, sondern irgendwann, mitunter schleichend. Deshalb ist auch Fett, das mit Bremsflüssigkeit funktioniert, im Rep-satz enthalten.

Peter
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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von lkw-offroad » Di 2. Aug 2016, 21:25

Der Repsatz hat die WABCO Teilenummer 470 051 006 2
Die Nummer bei MAN nennt sich 81.30725.6035
MAN-Listenpreis 450 Euro netto.
Mit Drücken auf die Tränendüsen, 298,00 netto.
Dank an Peter mit dem Hinweis auf die WABCO Teilenummer.

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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von marcel texel » Di 2. Aug 2016, 23:18

Crime doesn't pay, does that mean my job is a crime?

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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von lkw-offroad » Mi 3. Aug 2016, 22:58

tja, wie war das, "hier werden sie genauso beschissen wie an der bude von nebenan"
Mein 1:10 Erlebnis, irgendein Steuerventil, laut MAN 470 Euro, ein paar mal hin und her geschlüsselt, mein Preis 47 Euro. Und das für Original Ware via Europart oder war es Elbe.

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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von manwin57 » Fr 23. Dez 2016, 13:08

Hallo,
mein Kat ist ca. 2 Jahren wegen Restaurationsarbeiten gestanden. Nun muss ich wegen Eigentümerwechsel meiner gemieteten Halle mit meiner halbfertigen Katze in ein neues Domizil umziehen.
Nachdem der Motor ohne murren startete lies sich das Kupplungspedal ohne Widerstand durchdrücken.
Auch mehrmaliges "pumpen" half nichts.
Ein erster Blick in den Behälter unter dem Armaturenbrett zeigte auch schnell warum.
Der Behälter war komplett leer.
Bei der Suche nach einem vermuteten Leck wurde ich bisher nicht fündig.
Der Geberzylinder ist außen trocken. Allerdings macht mich der blanke Alu-Träger unterhalb des Geberzylinders stutzig.

Ist hier evtl. der Flansch undicht, aber so gering, dass die Flüssigkeit vor dem abtropfen verdunstet?

Jedenfalls habe ich die letzten 2 Jahre an dieser Stelle keine feuchte Stelle bemerkt.
Ebenso scheint die Leitung bis zum Bodenblech im Fahrerhaus dicht zu sein.
Auf dem Hallenboden von der Fahrzeugvorderseite bis hinter zum Schlauch zum Getriebegehäuse waren auch keine Flecken zu finden, falls die Leitung auf diesem Weg undicht sein sollte.
Am Nehmerzylinder sind feuchte Stellen erkennbar. Kann es sein daß ohne Betätigung des Kupplungspedals an dieser Stelle die Flüssigkeit über einen langen Zeitraum entweicht?jsSS OHNE , abzdirekt sind außen sind keine feuchte Stellen zu erkennen.
Eine vermutete innere Undichtigkeit am Nehmerzylinder konnte ich nach dem demontieren auch nicht erkennen.

Hat jemand eine Idee wo die Flüssigkeit sonst noch abgeblieben sein könnte?
Ich habe etwas Druck, da ich bis zum 31.12. die Halle verlassen muss.

Vielen Dank im Voraus für hilfreiche Vorschläge.

Gruß Manfred
Dateianhänge
6-Nehmerzyl. komp 1290316.JPG
5-Nehmerzyl. komp 1290315.JPG
4-Rechts Leitung vom Geberzylinder kommend.JPG
3-Brems- und Kupplungsleitung komp.JPG
2-Geberzyl. komp 2.JPG
1-Geberzyl. komp 1.JPG
Manfred

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manwin57
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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von manwin57 » Fr 23. Dez 2016, 13:12

hier weitere Bilder
Dateianhänge
9-Gehäuseflansch für  Kupplung Nehmerzylinder 1.JPG
Gehäuseflansch für Nehmerzyl.
8-Nehmerzyl. komp 1290318.JPG
7-Nehmerzyl. komp 1290317.JPG
Manfred

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4x4-6x6
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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von 4x4-6x6 » Sa 24. Dez 2016, 03:12

Hallo,

die Bremsflüssigkeit befindet sich im Wellschlauch.

Wahrscheinlich ist der Schalter leck.

...

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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von manwin57 » Do 5. Jan 2017, 10:43

Hallo 4x4-6x6,

Schalter scheint in Ordnung zu sein, im Wellschlauch habe ich keine Flüssigkeit gefunden.
Nach einer Druckentlüftung von vorne geht das kuppeln wieder, aber ich habe immer noch keine Ahnung wie die Flüssigkeit aus dem Behälter im Armaturenbrett verschwinden konnte.
Werde das ganze die nächsten Wochen etwas genauer beobachten, vielleicht habe ich doch irgend etwas übersehen.
Gruß Manfred
Manfred

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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von HugoVogelsang » Mi 18. Jan 2017, 21:41

Hallo,

Meine Notlösung, wenn das Fahrzeug bei streikender Kupplung bewegt werden muss....

Kabel vom Neutralstellungsschalter am Getriebe abziehen.
Motor Aus.
Passenden Gang einlegen.
Bremse treten.
Jetzt Anlassen und fahren.

Es ist beim Rangieren zwar äußerst lästig, den Motor für jeden Gangwechsel abzustellen, aber man kriegt das Fahrzeug zur Not aus dem Weg oder nach Hause.

In der Ebene kann man auch im 6. Gang anfahren.
Nur sollte man zügig schnell genug werden, damit die Überbrückungskupplung schließt. Zu langes Verweilen im Wandlerbetrieb sollte natürlich vermieden werden. Das ganze ist also nichts für den Stadtverkehr.

Gruss Hugo

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manny
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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von manny » Mi 18. Jan 2017, 23:18

Na ja mal abgesehen vom Rückwärtsgang kann man mit Gefühl und etwas technischem Verständnis auch ohne Kupplung schalten, selbst runterschalten geht mit Zwischengas bei vielen Getrieben recht gut...
Wichtig ist halt dass die Drehzahldifferenz möglichst klein ist und das ganze Lastfrei passiert...
Die guten alten unsynchronisierten Eaton-Fuller Getriebe z.B. kann ein guter Fahrer schnell und ohne geknartsche ohne Kupplung schalten, bei synchronisierten Getrieben kommt halt einiges an Kraftaufwand hinzu, sodass das nicht ganz so einfach geht, beim Fuller Getriebe geht's mit zwei Fingern wenn die Drehzahl passt. Beim Beschleunigen geht man kurz vom Gas, sodass der Antriebsstrang Lastfrei ist, dann den Gang mit einem kleinen Ruck rausschubsen, und wenn dann in Neutral die nächste Gangstufe von der Drehzahl her passt schwupps rein mit den Gang, wenn der Gang drin ist wieder Feuer ;) ... Wenn die Drehzahl beim Ersten versuch nicht passt keine Gewalt anwenden, sondern mit etwas Gas die richtige Motordrehzahl zum Getriebe suchen ;)

Muß aber nicht unbedingt gut für die Komponenten sein... Wenn man das Glück wie wir hat und ein Fahrzeug mit WSK fährt erübrigen sich solche Schaltversuche natürlich und Hugos Methode ist das Mittel der Wahl. ;)
Wer später bremst ist länger schnell...

Mein Fuhrpark:
BMW 320D Touring E46 Bj 2003
KTM EXC 500 Six Days 2018
MAN KAT 7t Mil GLw 462
MAN KAT 5t Mil GLw (ex461)Kipper
MAN F2000 19.604FLT Bj 99

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Mykines
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Re: Kupplungszylinder...

Beitrag von Mykines » Mi 18. Jan 2017, 23:21

Fahren ohne Kupplung geht analog Hugos Beschreibung, selbst schon bei gebrochenem Ausrücklager ~700km gefahren. Schalten soll relativ brutal auch gehen, habe ich mir aber verkniffen. Die Wandlertemperatur sollte aber im Auge behalten werden.

Die quasi nicht vorhandene Zugänglichkeit zum Kupplungszylinder aber auch besonders an die Motorrückseite hat mich immer genervt und kann abseits unterwegs schon mal zu erheblichen Problemen führen, wenn man da ran muss. Lösung ist jetzt Kippkoffer. Zwar eine relativ einfache Lösung, es braucht aber max. 30min, wenn überhaupt. Zwischenrahmen bleibt wie gehabt, Containerlocks lösen, über ~ 2 cm anheben, hintn an den Containerlock Bolzen eindrehen, anheben mit Hebekissen. Dann halt Sicherungsstützen rein, damit es Einen nicht platt drückt..
Dateianhänge
IMG_20161104_141142.jpg
Mykines

(nix Greece - westlichste Insel der Färöer)

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